27.01.2022 08:48 // Gut geschützt am Arbeitsplatz

Die Arbeitsmedizin am Westpfalz-Klinikum hat einen neuen Ärztlichen Leiter: Jochen Diehl, Facharzt für Arbeitsmedizin und Allgemeinmedizin. Der 50-Jährige und sein Team betreuen das gesamte Westpfalz-Klinikum und seine Tochterunternehmen. Hinzu kommen externe Kunden wie zum Beispiel die Stadt Kaiserslautern. Im Zuge der Pandemie hat vor allem das Thema Impfung enorm an Bedeutung gewonnen, wie Jochen Diehl im Gespräch berichtet.

Herr Diehl, bitte beschreiben Sie kurz Ihren Werdegang!

Mittlerweile bin ich schon seit 30 Jahren im Gesundheitswesen tätig. Nach meinem Zivildienst im Rettungsdienst und meiner Ausbildung in der Krankenpflege habe ich an der Universität Homburg Medizin studiert. Anschließend arbeitete ich viele Jahre in verschiedenen Kliniken und in einer allgemeinmedizinischen Praxis und machte meine Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin. Die Weiterbildung zum Facharzt für Arbeitsmedizin absolvierte ich beim TÜV Rheinland in Trier. Bevor ich schließlich ans Westpfalz-Klinikum gewechselt bin, arbeitete ich als Betriebsarzt beim saarländischen Innenministerium in Saarbrücken.

Was reizt Sie an Ihrem neuen Job?

Es hat mich schon immer interessiert, was die Leute arbeiten und wie sie arbeiten. Bereits im Studium absolvierte ich eine Famulatur im Bereich Arbeitsmedizin – bei Ford in Saarlouis. Ich mag den Kontakt zu den Beschäftigten und mag es, mich mit den Menschen auseinanderzusetzen. Es ist ein verantwortungsvoller Job. Ich berate sowohl den Arbeitgeber als auch die Arbeitnehmer im Hinblick auf gesundes Arbeiten.

Wie sieht diese Beratung konkret aus?

Nehmen wir das Beispiel persönliche Schutzausrüstung. Mitarbeiter im OP müssen den ganzen Tag Handschuhe tragen. Dadurch ist die Haut belastet; es kann zu berufsbedingten Hauterkrankungen kommen. Mein Ziel ist es, das zu vermeiden. Deshalb gebe ich Empfehlungen ab, zum Beispiel für Hautschutzmittel, alternative Handschuhe, Substitutionsmöglichkeiten oder Rotationsmöglichkeiten.

Wo sehen Sie Herausforderungen auf sich zukommen?

Eine große Herausforderung wird es sein, den Arbeitsschutz und die Arbeitsbedingungen auch in der Pandemie weiter zu verbessern. Zum Beispiel im Hinblick auf die persönliche Schutzausrüstung. Da gibt es bestimmt noch viel Potenzial.

Welche Rolle spielt das Thema Impfung derzeit bei Ihrer Arbeit?

Das Thema Impfung hat einen großen Anteil an meiner Arbeit. Es war aber auch schon immer eines meiner persönlichen Steckenpferde. Eine unserer Hauptaufgaben in der Arbeitsmedizin sind aktuell Beratungsgespräche zu Impfungen. Mit der Einführung der Impfflicht für Krankenhaus-Mitarbeiter und mit neuen Impfstoffen ist der Beratungsbedarf weiter gestiegen. Die Frage ist, wie wir künftig mit der Impfpflicht umgehen. Wer kann, darf, soll wie, wann geimpft werden und wer gilt als vollständig geimpft oder genesen?

Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

Ich möchte gerne mit der Geschäftsführung gemeinsam darauf hinarbeiten, die Arbeitsbedingungen weiter zu verbessern. Das ist ein Ziel, das man sich setzen sollte, wenn man als leitender Arbeitsmediziner in solch ein großes Unternehmen kommt. Das ist ein kontinuierlicher Prozess der Gefährdungsbeurteilung und der entsprechenden Umsetzung in die Arbeitsbedingungen. Unser Hauptaugenmerk liegt dabei natürlich auf der Gesundheit. Dabei arbeiten wir eng mit den Kollegen der Arbeitssicherheit zusammen, die sich mehr um den technischen Arbeitsschutz kümmern. Da gibt es viele Schnittstellen.

Wie entspannen Sie in Ihrer Freizeit?

Ich fahre sehr gerne Fahrrad. Da ich in Blieskastel im Saarpfalz-Kreis wohne, pendle ich fast täglich mit dem Zug und dem Rad von dort aus zur Arbeit nach Kaiserslautern. Das hält mich fit.