Neuer Schwerpunkt für Kinderpneumologie und Allergologie in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

Kaiserslautern. Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Westpfalz-Klinikum hat einen neuen Schwerpunkt für pädiatrische Pneumologie und Allergologie etabliert. Mit der neu gegründeten Ambulanz wird eine bislang bestehende Versorgungslücke in der Region geschlossen: Kinder und Jugendliche mit chronischem Husten, Asthma oder Allergien erhalten nun eine spezialisierte und wohnortnahe Diagnostik und Therapie.

Bisher mussten betroffene Familien bei schweren oder lebensbedrohlichen pneumologischen Erkrankungen zur gezielten weiteren Diagnostik weite Wege auf sich nehmen. „Mit dem neuen Schwerpunkt reagieren wir gezielt auf einen seit Jahren bestehenden Versorgungsbedarf“, betont der Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Kriebel. „Unser Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen mit komplexen Atemwegs- und Allergieerkrankungen eine hochqualifizierte, wohnortnahe Betreuung zu ermöglichen und Familien dadurch zu entlasten.“

In den vergangenen Jahren ist die Nachfrage nach spezialisierter Diagnostik stark gestiegen. Zum einen nehmen allergologische Erkrankungen wie Nahrungsmittelallergien zu, zum anderen rücken chronisch lungenkranke Kinder – etwa mit langanhaltendem Husten – stärker in den Fokus. Eine frühe, gezielte Diagnostik und individuell angepasste Therapie verbessern die langfristige Lebensqualität der betroffenen Kinder und ihrer Familien erheblich.

„Wir sehen immer mehr Kinder mit chronischem Husten oder schwer einstellbarem Asthma, bei denen eine präzise Ursachenklärung entscheidend ist“, erklärt Dr. med. Marcus Dahlheim, der seit 1. Januar als Facharzt für Kinderpneumologie und Allergologie am Westpfalz-Klinikum tätig ist. „Eine frühzeitige Diagnostik ist der Schlüssel, um unnötige Therapien zu vermeiden und die Lebensqualität der Kinder langfristig zu verbessern.“

Das Angebot des Westpfalz-Klinikums richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 18 Jahren. Chronischer Husten wird differenziert abgeklärt: Durch eine ausführliche Erhebung der Krankheitsgeschichte, die Unterscheidung verschiedener Hustenformen (akut vs. chronisch, trocken vs. feucht, belastungsabhängig oder nächtlich) sowie die Einbeziehung der gesamten Krankengeschichte bis zur Geburt mit sich dann anschließender gezielter Diagnostik wird die Ursache der Beschwerden geklärt. Ziel ist es, alle relevanten Informationen zusammenzuführen, um eine der Ursache angepasste individuelle Therapie zu planen.

Zur Abgrenzung allergischer und nicht-allergischer Atemwegserkrankungen werden Haut- und Bluttests eingesetzt. Bei Verdacht auf Asthma bronchiale kann ab etwa sechs Jahren zusätzlich das exhalierte Stickstoffmonoxid (FeNO) gemessen werden, das bei allergischem Asthma häufig erhöht ist.

„Gerade bei allergischen Erkrankungen ist es wichtig, Sicherheit zu schaffen – für die Kinder ebenso wie für ihre Familien“, so Dr. med. Thomas Austgen, der sich in der Weiterbildung zum Kinder- und Jugendpneumologen befindet, weiter. „Eine klare Diagnose ermöglicht gezielte Therapien und gibt Eltern Orientierung im Alltag.“

Ein zentraler Baustein des neuen Schwerpunkts sind Schulungen und Aufklärung. Kinder mit Asthma erhalten bereits in der Ambulanz eine intensive Einweisung inklusive Inhalationstraining. Gleiches gilt für Familien mit schweren Nahrungsmittelallergien. Dieses Wissen soll in Asthma- und Anaphylaxie-Schulungen weiter vertieft und in Kooperation mit niedergelassenen Kinderärzten regional etabliert werden.

Für eine optimale Versorgung setzt die Klinik auf den Austausch mit Kinderärzten, Hausärzten, HNO-Ärzten, Gastroenterologen und Ärzten anderer Fachrichtungen. Geplant sind regelmäßige Treffen, gemeinsame Fortbildungen und interdisziplinäre Fallbesprechungen. „Eine gute Vernetzung aller beteiligten Fachrichtungen ist entscheidend“, sagt Dr. Dahlheim. „Nur gemeinsam können wir Kindern mit Atemwegserkrankungen und Allergien die bestmögliche Versorgung bieten.“

Mehr Informationen zum neuen Schwerpunkt und zur Sprechstunde für Kinderpneumologie und Allergologie gibt es hier.