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Stationäre Schmerztherapie
Wege aus dem Schmerz
Chronische Schmerzen können das gesamte Leben beeinflussen. Viele Betroffene haben bereits zahlreiche Untersuchungen, Therapien oder Operationen hinter sich und erleben dennoch weiterhin Einschränkungen im Alltag.
In unserer stationären multimodalen Schmerztherapie betrachten wir nicht nur den Schmerz selbst, sondern den Menschen als Ganzes. Gemeinsam entwickeln wir Wege, um Schmerzen besser zu verstehen, die körperliche Belastbarkeit zu verbessern und wieder mehr Lebensqualität und Selbstständigkeit zu gewinnen.
Unser Ziel ist nicht nur eine Verringerung der Schmerzen, sondern vor allem eine Verbesserung von Funktion, Aktivität und Teilhabe am Leben.
Unser Ansatz
Chronische Schmerzen entstehen häufig durch ein Zusammenspiel körperlicher, psychischer und sozialer Faktoren. Deshalb reicht es oft nicht aus, nur eine einzelne Ursache oder ein einzelnes Symptom zu behandeln.
Wir verfolgen einen biopsychosozialen Behandlungsansatz. Dabei berücksichtigen wir medizinische, körperliche, psychologische und alltagsbezogene Aspekte gleichermaßen.
Unsere Therapie basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und wird individuell auf die Bedürfnisse jedes Patienten abgestimmt.
Unser Behandlungskonzept
Die stationäre multimodale Schmerztherapie vereint verschiedene Fachrichtungen zu einem gemeinsamen Therapiekonzept.
Ärzte, Psychologen, Physiotherapeuten, Pflegekräfte und weitere Berufsgruppen arbeiten eng zusammen und verfolgen gemeinsam definierte Therapieziele.
Durch die intensive und koordinierte Behandlung können körperliche, emotionale und soziale Faktoren gleichzeitig berücksichtigt werden.
In unserem überschaubaren und persönlichen Umfeld profitieren die Patienten von kurzen Wegen, festen Ansprechpartnern und einer engen Begleitung während des gesamten Aufenthalts.
Aufnahmekriterien
Eine stationäre multimodale Schmerztherapie kann sinnvoll sein, wenn:
- Schmerzen bereits über längere Zeit bestehen, meist länger als sechs Monate
- die Beschwerden den Alltag, Beruf oder die Freizeit deutlich beeinträchtigen
- ambulante Behandlungen bisher nicht ausreichend geholfen haben
- körperliche, psychische oder soziale Belastungsfaktoren die Schmerzen beeinflussen
- die Bereitschaft besteht, aktiv an der Therapie mitzuwirken
Vor einer Aufnahme erfolgt ein persönliches Vorgespräch, um gemeinsam zu prüfen, ob die Behandlung für Sie geeignet ist.
Schmerz als Warnsignal
Schmerz ist ein wichtiges Warnsignal des Körpers. Er macht auf Verletzungen oder Erkrankungen aufmerksam und hilft, uns zu schützen.
- Reiz: Verletzung oder Überlastung reizt das Gewebe.
- Signalübertragung: Das Signal wird über Nervenbahnen an das Gehirn weitergeleitet.
- Warnung: Das Gehirn bewertet die Situation und löst eine Warnung aus: Schmerz entsteht.
- Schutzreaktion: Der Körper reagiert: Belastung reduzieren, Schonung einleiten, Heilung ermöglichen
So schützt uns Schmerz vor weiteren Schäden und unterstützt die Heilung.
Chronische Schmerzen: Eine eigenständige Erkrankung
Bei chronischen Schmerzen reagiert die Alarmanlage überempfindlich. Der Schmerz bleibt bestehen, obwohl keine akute Gefahr mehr besteht.
- Keine akute Gewebeschädigung: Es liegt keine Verletzung oder Erkrankung mehr vor.
- Alarmanlage überempfindlich: Das Nervensystem bleibt in Alarmbereitschaft und sendet weiterhin Schmerzsignale.
- Schmerz trotz fehlender Gefahr: Das Gehinr interpretiert harmlose Reize als bedrohlich – der Schmerz bleibt bestehen.
- Folgen im Alltag: Der anhaltende Schmerz kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und einen Teufelskreis auslösen.
Der Teufelskreis: Wie Schmerz unser Leben beeinflusst
Chronische Schmerzen betreffen oft nicht nur eine Körperregion, sondern auch Stimmung, Schlaf, Leistungsfähigkeit und das soziale Leben. Stress, Sorgen oder Bewegungsmangel können die Beschwerden zusätzlich verstärken. So entsteht ein Kreislauf, in dem sich Schmerz und seine Folgen gegenseitig beeinflussen und aufrechterhalten.
Risikofaktoren für eine Chronifizierung
Nicht jeder akute Schmerz wird chronisch. Diese Faktoren erhöhen das Risiko einer Verfestigung:
- Berufliche Belastungen
- Chronischer Stress
- Schonverhalten
- Körperliche Inaktivität
- Psychische Belastungen
- Negative Denkmuster
- Unbewusste Schmerzvorteile
- Soziale Isolation
Je mehr dieser Faktoren zusammenwirken, desto höher ist das Risiko einer Chronifizierung. Mit gezielter Behandlung können wir den Teufelskreis durchbrechen.
Bestandteile der multimodalen Schmerztherapie
Ein ganzheitliches Konzept – individuell abgestimmt:
- Wissensvermittlung
- Motivation
- Entspannung
- Psychotherapie
- Medikamente
- Physiotherapie
- Bewegungstraining
- MTT
- Nordic Walking
Erst die individuelle Kombination und enge Zusammenarbeit aller Beteiligten macht nachhaltigen Behandlungserfolg möglich.
Der Weg zum Therapieerfolg
Der langfristige Erfolg einer Schmerztherapie hängt weniger von einzelnen Maßnahmen oder Medikamenten ab, sondern vor allem von der aktiven Mitarbeit des Patienten, dem Verständnis der Erkrankung, regelmäßiger Aktivität und einer konsequenten Umsetzung der erlernten Strategien im Alltag. Chronische Schmerzen werden meist nicht durch eine einzelne Behandlung „repariert", sondern durch einen gemeinsamen Veränderungsprozess nachhaltig verbessert.
Ist die MMST das Richtige für mich?
Die multimodale Schmerztherapie richtet sich an Menschen, die bereit sind, aktiv an ihrer Genesung mitzuwirken.
- Deutschkenntnisse: ausreichende Sprachkenntnisse für Gesprächstherapie, Online-Selbststudium und Programmablauf
- Mobilität: ausreichende körperliche Mobilität für die aktiven Therapieeinheiten
- Motivation: Bereitschaft, aktiv an sich und der eigenen körperlichen Leistungsfähigkeit zu arbeiten