Kusel. Nach fast 30 Jahren im Westpfalz-Klinikum in Kusel verabschiedet sich Dr. med. Harald Dinges als Chefarzt nun in den wohlverdienten Ruhestand. Er blickt auf eine ereignisreiche Zeit in der Klinik für Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie zurück.
Vor zehn Jahren wurde im Westpfalz-Klinikum in Kusel erstmals der A2®-Kurzschaft implantiert. Für Dr. Dinges war diese Operation ein Meilenstein in der modernen Kurzschaftendoprothetik. Das 10-jährige Jubiläum der Erstimplantation betrachtet er vor allem als Ausdruck kontinuierlicher medizinischer Weiterentwicklung, bei der die Erfahrung des Teams in Kusel, Innovation und Patientenorientierung eng miteinander verbunden sind.
„Ich hatte damals bereits über zehn Jahre gute Erfahrung mit Kurzschäften, allerdings gab es noch Entwicklungspotenzial für eine noch bessere Rekonstruktion der individuellen Anatomie der Hüfte. Mit dem A2-Schaft ist die Rekonstruktion der Patienten spezifischen Anatomie wieder herzustellen vorbildlich gelungen. Die weltweit erste Implantation dieses Schaftes durchzuführen ist immer etwas Besonderes. Man weiß, dass man an einem Anfang steht und dass die nächsten Jahre zeigen werden, wie sich ein Implantat im klinischen Alltag bewährt“, erinnert sich Dr. Dinges.
Langjährige Kurzschafterfahrung im Klinikum
Kurzschaftprothesen gehören im Klinikum seit vielen Jahren zur etablierten Hüftversorgung. Dabei handelt es sich um Hüftimplantate mit einem verkürzten Schaft, die minimalinvasiv und besonders knochensparend eingesetzt werden können. „Während wir Kurzschäfte früher vor allem bei jüngeren und aktiven Patientinnen und Patienten eingesetzt haben, hat sich der Fokus mit zunehmender Erfahrung verändert. Heute setzen wir Kurzschäfte standardmäßig ein, sofern es der Zustand der Knochensubstanz zulässt“, erklärt Dr. Dinges. Zudem steht inzwischen auch eine zementierte Variante zur Verfügung.
Dem Endoprothesenregister Deutschland zufolge wird bei rund einem Viertel der endoprothetischen Eingriffe in Deutschland ein Kurzschaft eingesetzt.
Mitwirkung an Implantat-Entwicklungen
Damit innovative Implantate wie ein Kurzschaftsystem zum neuen Standard werden können, spielt die Zusammenarbeit mit Implantat-Herstellern eine wichtige Rolle. Die Erfahrungen von Dr. Dinges und seinem Team können aus dem Operationsalltag so direkt in Entwicklungsprozesse einfließen und Implantate gezielt weiter verbessern.
„Für mich persönlich ist der fachliche Austausch mit Implantat-Herstellern etwas Besonderes. Ich hatte in meiner Karriere das Glück, sowohl in der Knie- als auch in der Hüftendoprothetik in Entwicklungsprozesse eingebunden zu sein“, so Dr. Dinges.
Ziel dieser Zusammenarbeit sei es stets gewesen, Sicherheit und langfristige Ergebnisse für die Patienten weiter zu verbessern. „Das Wichtigste für mich sind zufriedene Patientinnen und Patienten. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass wir vielen Menschen zu einer besseren Lebensqualität verhelfen können.“
Registerdaten bestätigen die klinischen Erfahrungen
Bisher wurden insgesamt mehr als 62.000 A2-Schäfte, davon mehr als 1.200 in Kusel, erfolgreich implantiert. Die positiven Erfahrungen mit dem A2®-Kurzschaft werden durch Daten des deutschen Endoprothesenregisters gestützt. Das Register erfasst bundesweit Informationen zur Haltbarkeit und Sicherheit von Gelenkimplantaten und gilt als wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung in der Endoprothetik.
„Die sehr guten Registerergebnisse bestätigen unsere klinischen Erfahrungen aus der täglichen Versorgung“, freut sich Dr. Dinges über eine Erfolgsgeschichte, die in Kusel ihren Anfang genommen hat. Inzwischen wird der A2-Schaft an allen drei Standorten des Westpfalz-Klinikums implantiert.
Auch wenn Dr. Dinges ab sofort nicht mehr als Chefarzt für das Westpfalz-Klinikum tätig sein wird, bleibt er seinen Patienten dennoch erhalten. Zukünftig wird er als Facharzt im MVZ des Westpfalz-Klinikums in Kaiserslautern ambulant für sie da sein. Und in Kusel führt sein Nachfolger Dr. med. Maximilian Spranz das fort, was Dr. Dinges über Jahrzehnte erfolgreich aufgebaut hat.