Praktisches Jahr (PJ)

In der Unfallchirurgie und Orthopädie sind manuelle Fähigkeiten essenziell. Das Erlernen dieser Fertigkeiten („Skills“) ist daher ein zentraler Bestandteil unserer PJ-Ausbildung. Gemeinsam mit den Stu­dier­en­den wurde deshalb das „10 Skills-Konzept PJ-Ausbildung“ erarbeitet. Hierbei wurden wichtige und häufig durch­zu­führ­ende Skills zusammengestellt, die anfangs mit Anleitung und dann im Verlauf unter Supervision eigenständig durch­geführt werden sollen.

Zudem bekommen Studierende im Rahmen des PJ-Unterrichtes bei zahlreichen Hands-on-Workshops am Kunstknochen die Möglichkeit, erste Erfahrungen mit den Stand­ard­im­plan­taten der Unfallchirurgie und Orthopädie zu sammeln. Hierbei stehen medizin-didaktisch geschulte Oberärzte als Dozenten zur Ver­fü­gung. Am Ende der Ausbildung bitten wir darum, unseren Feedback-Bogen auszufüllen, um unsere Konzepte immer wieder auf den Prüfstand stellen zu können.

Famulatur

Auch während der Famulatur legen wir großen Wert darauf, dass die Studierenden einen vielschichtigen Einblick in die Unfallchirurgie bekommen. Die Teilnahme an den Kursen und Weiterbildungen für die PJ-Studenten ist genauso möglich wie die aktive Mitarbeit im Operationssaal, auf den Stationen und in unserer Notaufnahme.

10 Skills-Konzept

  1. Verbandswechsel
  2. Drainageentfernung
  3. Entfernungen des Nahtmaterials
  4. Patientenbetreuungen auf Station mit typischen Krankheitsbildern
  5. Routineanwendungen von häufigen Untersuchungstechniken
  6. Anwendungen von Hilfsmitteln
  7. Steriles Arbeiten im OP und der Zentralen Notaufnahme
  8. Wundversorgungen in der Zentralen Notaufnahme
  9. Lagerungen im OP
  10. Kleine OP als Operateur

Erfahrungsberichte

Dominik (PJ-Ausbildung 2017):

„Ich habe mein komplettes PJ in Kaiserslautern gemacht und bin dabei durch die verschiedenen Abteilungen rotiert. Über meine Zeit hier im Westpfalz-Klinikum kann ich eigentlich nur Positives berichten. PJ-Studenten werden überall sehr gerne gesehen. Man bekommt viel beigebracht und wenn man sich für etwas interessiert auch alles erklärt und gezeigt. Ich kenne von Erzählungen anderer Medizin-Studenten kein Krankenhaus, das so viel und so guten PJ-Unterricht anbietet.

Ganz besonders loben muss man die vielen Workshops der Unfallchirurgie, die regelmäßig organisiert werden. Hier darf man an Kunstknochen sägen, bohren und Metallplatten verschrauben. Man darf alles einmal selbst ausprobieren, was man im OP auch zu sehen bekommt. Die Arbeit in der unfallchirurgischen Abteilung macht wegen dem super netten Team wirklich Spaß.

Natürlich nimmt man auch auf Station Blut ab. Aber das ist hier nur ein kleiner Teil der Arbeit. Man macht Visiten mit, darf viel in den OP oder in die Notfall-Ambulanz, wo man Patienten oft erst einmal »selbst« betreuen und sie anschließend einem Kollegen vorstellen kann. Auch das Nähen von einfacheren Wunden ist hier mit der Zeit öfters möglich. Ist man lange genug in der Abteilung und hat entsprechendes Interesse, ist auch mal die Entfernung einer Stellschraube oder eine Kniegelenkspunktion möglich.“

 

 Lisa (PJ-Ausbildung 2017):

"In der Unfallchirurgie darf man im OP mitmachen und nicht nur Haken halten. Vom Ärzteteam wurde ich sehr gut aufgenommen und auch geschätzt. Besonders empfehlenswert sind die Nachtdienste!"

 

 Luisa (PJ-Ausbildung 2017):

„Die Zeit auf der UCH war toll. Klar ist man auch mal mit Blut abnehmen beschäftigt, aber das gehört eben dazu. Die Ärzte sind durchweg alle sehr nett und immer bereit, einem etwas geduldig zu erklären. Man kann jederzeit ohne große Absprache Dienste mitmachen. Außerdem finden regelmäßig interne PJ- Workshops statt, die wirklich lohnenswert sind. Und wenn man sich gut dranstellt und Interesse hat, ist auch mal eine Metallentfernung drin.“

 

 Annemarie (PJ-Ausbildung 2018):

"Ich habe alle drei Tertiale meines PJs in Kaiserslautern gemacht und war daher während meines Chirurgie-Tertials auch einen Monat in der Unfallchirurgie. Ein Wechsel zwischen den chirurgischen Abteilungen war in Absprache mit den verantwortlichen Ärzten problemlos möglich.

In der Unfallchirurgie fühlt man sich als Student sehr willkommen und wird auch im Team integriert. Es werden immer ein bis zwei Studenten im OP eingeteilt. Jedoch dürfen die PJler selbst untereinander absprechen, wer in den OP geht und wer auf Station oder in die Notaufnahme. Das empfand ich als sehr positiv. So hat jeder die Chance, die OPs mitzumachen, die ihn interessieren oder auch mal als Operateur kleine Eingriffe selbst zu machen.

Auf Station nimmt man Blut ab, ist bei der Visite dabei oder hilft bei den Verbandswechseln. In der Notaufnahme hat man die Möglichkeit, Patienten zu untersuchen oder die ein oder andere Wunde zu nähen. Die Ärzte sind alle sehr nett und beantworten geduldig alle Fragen. Ich habe mich in der Zeit hier wirklich wohl gefühlt und kann jedem nur empfehlen, sein PJ hier zu machen."

Fotogalerie

Hands-on Workshops

Workshop Osteosynthese (in Kooperation mit der Firma Depuy/Synthes)
Platten- und Schraubenosteosynthese
Marknagelung
Fixateur externe
ESIN (Elastisch stabile intramedulläre Nagelung)

Workshop Spondylodese (in Kooperation mit der Firma Ulrich medical)
Dorsale Instrumentierung von Frakturen (offen)
Dorsale Instrumentierung von Frakturen (Perkutan/minimal-invasiv)

Workshop seltene Indikationen (im Zentral-OP mit OP-Pflege)
Beckenzwinge
Halo-Fixateur
Schulterprothetik