Praktisches Jahr (PJ)

In der Unfallchirurgie und Orthopädie sind manuelle Fähigkeiten essenziell. Das Erlernen dieser Fertigkeiten („Skills“) ist daher ein zentraler Bestandteil unserer PJ-Ausbildung. Gemeinsam mit den Stu­dier­en­den wurde deshalb das „10 Skills-Konzept PJ-Ausbildung“ erarbeitet. Hierbei wurden wichtige und häufig durch­zu­führ­ende Skills zusammengestellt, die anfangs mit Anleitung und dann im Verlauf unter Supervision eigenständig durch­geführt werden sollen.

Zudem bekommen Studierende im Rahmen des PJ-Unterrichtes bei zahlreichen Hands-on-Workshops am Kunstknochen die Möglichkeit, erste Erfahrungen mit den Stand­ard­im­plan­taten der Unfallchirurgie und Orthopädie zu sammeln. Hierbei stehen medizin-didaktisch geschulte Oberärzte als Dozenten zur Ver­fü­gung. Am Ende der Ausbildung bitten wir darum, unseren Feedback-Bogen auszufüllen, um unsere Konzepte immer wieder auf den Prüfstand stellen zu können.

Famulatur

Auch während der Famulatur legen wir großen Wert darauf, dass die Studierenden einen vielschichtigen Einblick in die Unfallchirurgie bekommen. Die Teilnahme an den Kursen und Weiterbildungen für die PJ-Studenten ist genauso möglich wie die aktive Mitarbeit im Operationssaal, auf den Stationen und in unserer Notaufnahme.

10 Skills-Konzept

  1. Verbandswechsel
  2. Drainageentfernung
  3. Entfernungen des Nahtmaterials
  4. Patientenbetreuungen auf Station mit typischen Krankheitsbildern
  5. Routineanwendungen von häufigen Untersuchungstechniken
  6. Anwendungen von Hilfsmitteln
  7. Steriles Arbeiten im OP und der Zentralen Notaufnahme
  8. Wundversorgungen in der Zentralen Notaufnahme
  9. Lagerungen im OP
  10. Kleine OP als Operateur

Erfahrungsberichte

Anna (Famulatur 2021):

"Ich studiere im 9. Semester Medizin in Homburg. Die Famulatur in der Unfallchirurgie habe ich mir bis zum Schluss aufgehoben, weil ich später gerne in diesem Fachbereich arbeiten möchte. Ich dachte, dass ich gegen Ende des Studiums am meisten von diesem vielseitigen Fachbereich mitnehmen kann.

Das Team ist super nett und war trotz der schwierigen Situation aufgrund der Corona-Pandemie immer bemüht, mich bestmöglich zu betreuen und mich in allen Bereichen mit einzubinden. Auf Station konnte ich bei Verbandswechseln, Klammer- und Fäden-Entfernungen assistieren. Am Ende der vierwöchigen Famulatur konnte ich unter Aufsicht auch selbständig arbeiten. Ich war fast täglich bei spannenden Eingriffen im OP dabei und durfte am Tisch mit assistieren.

Die Zeit in der Notaufnahme war auch sehr spannend und abwechslungsreich. Man hat die Möglichkeit, Patienten selbst zu untersuchen, und wird von Tag zu Tag vertrauter mit den Arbeitsabläufen.

PJ-Unterricht fand Corona-bedingt leider nicht statt. Aber ich habe trotzdem sehr viel in den vier Wochen mitnehmen können, weil sich immer wieder jemand Zeit genommen hat, um mir Dinge zu erklären. Angefangen bei Röntgen- und CT-Befunden über wichtige Scores und körperliche Untersuchungen in der Notaufnahme bis hin zu Anamnese und Laborbefunden. Ich kann eine Famulatur in der Unfallchirurgie in Kaiserslautern absolut empfehlen!"

Miriam (PJ-Ausbildung 2020):

„Ich studiere in Mannheim Medizin und habe mein ambulantes Quartal in der Unfallchirurgischen Ambulanz im Westpfalz-Klinikum absolviert. Um es kurz zusammenzufassen: Ich war dort sehr zufrieden und die drei Monate haben mir richtig Spaß gemacht.

Da es mein ambulantes Quartal war, wurde ich hauptsächlich in der Notaufnahme eingesetzt. Ich konnte aber auch zu allen Sprechstunden und zu allen ambulanten OPs mitgehen - ich hatte also eine sehr flexible Arbeitsgestaltung. Ich konnte jederzeit bei Diensten mitmachen, bei denen man nicht nur einen großen Lerngewinn hat, sondern sich auch noch etwas dazuverdienen kann.

Das Team war super nett und die Arbeitsatmosphäre sehr angenehm. Ich habe mich direkt wohl gefühlt und mir wurde viel erklärt und beigebracht. Ich durfte viel eigenständig arbeiten und nach kurzer Zeit auch selbst Patienten versorgen.

Gelernt habe ich durch meine Zeit in der Unfallchirurgischen Ambulanz vor allem:

  • die zielgerichtete Anamneseerhebung
  • unfallchirurgische und orthopädische Untersuchungen
  • die Beurteilung von Wunden und Wundversorgung
  • die Beurteilung von Röntgenbildern
  • das weitere Procedere bei vielen unterschiedlichen Krankheitsbildern

Ich kann jedem das PJ in der Unfallchirurgischen Ambulanz in Kaiserslautern weiterempfehlen und hoffe, euch gefällt es genauso gut wie mir.“

Annemarie (PJ-Ausbildung 2018):

"Ich habe alle drei Tertiale meines PJs in Kaiserslautern gemacht und war daher während meines Chirurgie-Tertials auch einen Monat in der Unfallchirurgie. Ein Wechsel zwischen den chirurgischen Abteilungen war in Absprache mit den verantwortlichen Ärzten problemlos möglich.

In der Unfallchirurgie fühlt man sich als Student sehr willkommen und wird auch im Team integriert. Es werden immer ein bis zwei Studenten im OP eingeteilt. Jedoch dürfen die PJler selbst untereinander absprechen, wer in den OP geht und wer auf Station oder in die Notaufnahme. Das empfand ich als sehr positiv. So hat jeder die Chance, die OPs mitzumachen, die ihn interessieren oder auch mal als Operateur kleine Eingriffe selbst zu machen.

Auf Station nimmt man Blut ab, ist bei der Visite dabei oder hilft bei den Verbandswechseln. In der Notaufnahme hat man die Möglichkeit, Patienten zu untersuchen oder die ein oder andere Wunde zu nähen. Die Ärzte sind alle sehr nett und beantworten geduldig alle Fragen. Ich habe mich in der Zeit hier wirklich wohl gefühlt und kann jedem nur empfehlen, sein PJ hier zu machen."

Dominik (PJ-Ausbildung 2017):

„Ich habe mein komplettes PJ in Kaiserslautern gemacht und bin dabei durch die verschiedenen Abteilungen rotiert. Über meine Zeit hier im Westpfalz-Klinikum kann ich eigentlich nur Positives berichten. PJ-Studenten werden überall sehr gerne gesehen. Man bekommt viel beigebracht und wenn man sich für etwas interessiert auch alles erklärt und gezeigt. Ich kenne von Erzählungen anderer Medizin-Studenten kein Krankenhaus, das so viel und so guten PJ-Unterricht anbietet.

Ganz besonders loben muss man die vielen Workshops der Unfallchirurgie, die regelmäßig organisiert werden. Hier darf man an Kunstknochen sägen, bohren und Metallplatten verschrauben. Man darf alles einmal selbst ausprobieren, was man im OP auch zu sehen bekommt. Die Arbeit in der unfallchirurgischen Abteilung macht wegen dem super netten Team wirklich Spaß.

Natürlich nimmt man auch auf Station Blut ab. Aber das ist hier nur ein kleiner Teil der Arbeit. Man macht Visiten mit, darf viel in den OP oder in die Notfall-Ambulanz, wo man Patienten oft erst einmal »selbst« betreuen und sie anschließend einem Kollegen vorstellen kann. Auch das Nähen von einfacheren Wunden ist hier mit der Zeit öfters möglich. Ist man lange genug in der Abteilung und hat entsprechendes Interesse, ist auch mal die Entfernung einer Stellschraube oder eine Kniegelenkspunktion möglich.“

Fotogalerie

Hands-on Workshops

Workshop Osteosynthese (in Kooperation mit der Firma Depuy/Synthes)
Platten- und Schraubenosteosynthese
Marknagelung
Fixateur externe
ESIN (Elastisch stabile intramedulläre Nagelung)

Workshop Spondylodese (in Kooperation mit der Firma Ulrich medical)
Dorsale Instrumentierung von Frakturen (offen)
Dorsale Instrumentierung von Frakturen (Perkutan/minimal-invasiv)

Workshop seltene Indikationen (im Zentral-OP mit OP-Pflege)
Beckenzwinge
Halo-Fixateur
Schulterprothetik