Liebe Patientinnen, liebe Patienten,

herzlich willkommen in der Klinik für Neurochirurgie am Standort Kaiserslautern!

Die Neurochirurgie befasst sich mit den chirurgischen Therapien bei Erkrankungen des zentralen und des peripheren Nervensystems. Wir sind somit unter anderem gefragt, wenn Patientinnen und Patienten an Tumoren oder Verletzungen des Gehirns, des Rückenmark oder der Nervenstränge des Körpers leiden. Auch bei Verschleißschäden der Wirbelsäule mit entsprechenden Schmerzen oder Lähmungserscheinungen werden wir konsultiert. Denn diese Schäden gehen häufig mit Veränderungen des Rückenmarkes und der rückenmarksnahen Nerven einher.

Um bei Gehirn- und Rückenmarksoperationen das Risiko von Verletzungen des umgebenden Gewebes so gering wie möglich zu halten, ist für uns größtmögliche Präzision wichtig - sowohl in der Indikationsstellung und Vorbereitung der geplanten Eingriffe als auch bei den Eingriffen selbst. Praktisch alle Eingriffe werden unter dem Operationsmikroskop („Mikrochirurgie“) durchgeführt, um hier eine maximale Kontrolle, optimale Vergrößerung und gute Ausleuchtung der Operationsfelder zu haben. Über das Mikroskop können spezielle Farbstoffe sichtbar gemacht werden, mit denen Tumore angefärbt und der Blutfluss in Gefäßen dargestellt werden kann („fluoreszenzgestützte Verfahren“).

Mit der Neuronavigation können wir im Operationssaal präzise kleinere Veränderungen auffinden und so den Zugang zum Gehirn so klein wie möglich halten. Bestimmte Operationsziele sind auch mit dem Endoskop zu erreichen („Schlüssellochchirurgie“). Schließlich können wir während einer Operationen durch Stromimpulse die Funktionsfähigkeit der Nerven überprüfen. Das ermöglicht es uns, frühzeitig auf potenzielle Verletzungen reagieren zu können („intraoperatives Neuromonitoring“). Mitunter ist es auch notwendig, dass wir die Operation am wachen Patienten durchführen, um unter anderem die Sprachfunktion zu testen („Wachoperation“).

Das grundlegende Konzept der mikrochirurgischen Präzision findet auch an der Wirbelsäule Verwendung. Auch hier ist das Operationsmikroskop täglicher Begleiter, um die durch einen Bandscheibenvorfall bedrängte Nervenwurzel sicher identifizieren zu können. Mittels unserer Neuronavigation und eines 3D-Röntgengerätes lassen sich Schrauben präzise in den Wirbelkörper einbringen und sicher platzieren, falls eine stabilisierende Operation notwendig ist.

Aber auch nach der Operation ist eine umfassende Krankenversorgung weiter erforderlich. Mit unserem Ärzteteam, dem Team der Pflege auf der Station, der Ergotherapie sowie der Krankengymnastik bemühen wir uns um Ihre baldige Genesung.

Das Westpfalz-Klinikum ist ein Klinikum der kurzen Wege: Wir arbeiten eng mit anderen Abteilungen und Kliniken des Westpfalz-Klinikums zusammen, so etwa der Unfallchirurgie und Orthopädie, der Neurologie, der Anästhesie und Intensivmedizin, der Kinderklinik, der Abteilung für Strahlentherapie als auch der Abteilung für spinale Neurochirurgie. So können wir für Sie eine umfassende Versorgung gewährleisten. Bei Patientinnen und Patienten mit einer neurologischen Behinderung, etwa nach Schlaganfällen, kann eine Weiterversorgung in der Klinik für neurologische Rehabilitation angebracht sein.

Eine Sache ist mir persönlich besonders wichtig: Bitte zögern Sie nicht, uns zu fragen, wenn Sie eine Diagnose oder eine therapeutische Entscheidung nicht verstanden haben. Nur ein Patient, der seine Erkrankung verstanden hat, kann selbst zur Erholung beitragen.

Ihr Priv.-Doz. Dr. Kajetan von Eckardstein
Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie