Meist gutartige Tumore

Myome sind in der Regel gutartige Geschwülste, die von der Muskelschicht der Gebärmutter (Uterus) ausgehen. Etwa 40 Prozent aller Frauen zwischen 35 und 55 Jahren sind von Myomen betroffen. Myome entarten sehr selten, das Risiko liegt bei circa 0,5 Prozent. In der Regel wachsen sie sehr langsam in der Gebärmutterwand oder am Rand. Sie bestehen überwiegend aus Bindegewebe und glatter Muskulatur. Myome der Gebärmutter werden auch Uterusmyome genannt. Sie können eine beträchtliche Größe erreichen und bei starkem Wachstum sogar die Gebärmutter verformen.

Myome und Hormone

Die Ursache für die Entstehung von Myomen ist noch nicht genau geklärt. Vieles deutet aber auf einen Zusammenhang mit Schwankungen des Hormonspiegels hin, besonders von Östrogen und Progesteron. Myome sind die häufigsten Tumore der weiblichen Geschlechtsorgane und entwickeln sich bei Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter. Vor allem Frauen nach dem 35. Lebensjahr sind betroffen. Aber auch nach den Wechseljahren sind Myome nachweisbar. Allerdings kommt es durch den Abfall der Hormone in dieser Lebensphase nur noch selten zu einer Größenzunahme.

Merkmale

Wir unterscheiden folgende Myomarten:

  • intramurale Myome (innerhalb der Gebärmutterwand): gehören zu den häufigsten Myomformen
  • subseröse Myome (an der Außenwand der Gebärmutter): sind oft über einen dünnen Gefäßstil mit der Gebärmutter verbunden und werden daher auch „gestilte Myome“ genannt; falls sich diese Myome um ihren Stil drehen, können sie heftige Schmerzen verursachen
  • submucöse Myome (an der inneren Gebärmutterwand): wölben sich in vielen Fällen in die Gebärmutter hinein, wo sie Fehlgeburten, Unfruchtbarkeit oder Blutungsstörungen auslösen können

Sehr selten wachsen Myome am Gebärmutterhals, an den Bändern oder aus dem Gebärmutterhals in die Scheide hinein.

Symptome

  • starke oder verlängerte Regelblutung
  • Zwischenblutung
  • Schmerzen bei der Regelblutung
  • Druckgefühl im Unterbauch/im Becken
  • Größenzunahme des Bauches
  • häufiges Wasserlassen und Missempfinden
  • Verstopfung
  • schmerzhafter Geschlechtsverkehr
  • Kinderlosigkeit
  • Schwangerschaftskomplikationen und Fehlgeburt

Durch starke Blutungen kommt es häufig zur Blutarmut (Anämie).

Diagnose und Behandlung

Myome werden nicht immer durch Symptome wie eine stärkere Regelblutung festgestellt. Meist werden sie durch einen Zufallsbefund bei einer gynäkologischen Untersuchung oder als Zufallsbefund im Ultraschall entdeckt. Die Diagnose von Myomen wird gestellt durch die Anamnese, Tastuntersuchung sowie Ultraschalluntersuchung (Vaginalsonographie).

Welche Behandlung am besten passt, hängt von Faktoren wie Größe, Lokalisation und Wachstumsgeschwindigkeit der Myome, Art, Stärke und Häufigkeit der Beschwerden, Leidensdruck (Kinderwunsch) sowie den Wünschen der Patientin bezüglich Zeitpunkt und Art der Therapie ab.

Operative Behandlungsmöglichkeiten

Je nach den individuellen Gegebenheiten kommen chirurgische, radiologische und medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten in Frage:

Die Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) ist nach wie vor die häufigste Methode zur Myomtherapie. Die Operation kann mittels Bauchschnitt, von der Scheide oder endoskopisch durchgeführt werden. Eine offene Bauchoperation ist nur bei sehr großen Myomen notwendig. Der Eingriff erfolgt meist als eine laparoskopische Myomentfernung über eine Bauchspiegelung oder eine hysteroskopische Myomentfernung mittels Gebärmutterspiegelung. Die Wundheilung ist hier sehr rasch und die Myome sind in der Regel vollständig entfernt.

Bei der Myomenukleation entfernen wir nur das Myom und erhalten die Gebärmutter. Hierbei bleibt die Fruchtbarkeit bestehen oder wird dadurch erst erreicht. Inwieweit diese Operation infrage kommt, hängt von Lage, Größe und Zahl der Myome ab.

Bei der uterinen Arterien-Embolisation (UAE) verschließen wir die Gefäße, die das Myom versorgen. Über einen Katheter werden Kunststoffpartikel in die Arterie gespritzt und ein künstlicher Infarkt (Verschluss) herbeigeführt. Dabei schrumpfen die Myome häufig ein. Vorteil ist der Erhalt der Gebärmutter. Als Nachteil können erhebliche Schmerzen auftreten. Und auch die Eierstöcke können geschädigt werden, was zu Unfruchtbarkeit und vorzeitigen Wechseljahren führen kann.

Bei dem fokussierten Ultraschall (HIFU oder MRgFOS) bestrahlen wir Sie im MRT mit hochenergetisch gebündeltem Ultraschall. Dabei werden die Myomzellen auf 60 bis 80 Prozent erhitzt und sterben ab.

Medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten

Bei der medikamentösen Therapie setzen wir Medikamente ein, die die Blutverdünnung beeinflussen. Mit hormonellen Kontrazeptiva (Pille, Ring, Implantat, Hormonspirale, 3-Monatsspritze) ist es möglich, die Symptome zu verringern. Die Medikamente wirken jedoch nicht auf das Myom selbst.

Eine weitere Möglichkeit ist die Gabe von GnRH-Analoga, die die übergeordnete Hormonproduktion im Gehirn hemmen. Dadurch werden keine Östrogene mehr produziert und die Frau wird in die Wechseljahre versetzt. Infolge davon kommt es zur Verminderung der Myomgröße und Blutung bis hin zum Ausbleiben der Blutung. Nach dem Absetzen der Medikamente erreichen Myome jedoch oft wieder ihre Ausgangsgröße.

Ulipristal-Acetat (UPA) ist eine neue medikamentöse Behandlungsmöglichkeit in Tablettenform. Der Wirkstoff setzt sich an Rezeptoren und sorgt für ein schnelles Ausbleiben der Monatsblutung – die Myome schrumpfen dabei. Die Behandlung dauert circa zwölf Wochen und kann bei Bedarf wiederholt werden.