19. bis 21. Oktober 2018: Praxistage für Jungmediziner – mehr als graue Theorie

Vom 19. bis 21. Oktober 2018 finden am Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern die Praxistage für Jungmediziner statt.

Was wir Ihnen bieten

Zwei Übernachtungen mit Frühstück in den Zellen des ehemaligen Stadtgefängnisses von Kaiserslautern.

Verpflegung in den Pausen, gemeinsames Abendessen und ein interessantes Rahmenprogramm.

Praktische Übungen in Kleingruppen:

  • Abdomensonografie
  • Osteosynthese
  • Magenspiegelung am Schweinemagen
  • Anlage einer Thoraxdrainage an Schweinerippen
  • Nahtkurs an Schweinefüßen
  • Megacode-Training
  • Airway-Management

Jeder Teilnehmer erhält eine Urkunde über die erlernten Tätigkeiten.

Student sein im Westpfalz-Klinikum

Famulaturen

  • Fahrt- und Mietkostenzuschuss: 340 Euro
  • kostenloses Mittagessen
  • kostenlose Arbeitskleidung

Praktisches Jahr (PJ)

  • Fahrt- und Mietkostenzuschuss: 300 Euro monatlich
  • 100 Euro monatlich für Essen
  • kostenlose Arbeitskleidung
  • "Learn and earn" - Dienste zusätzlich möglich (100 Euro/24 Stunden; maximal 2 Dienste pro Monat)
  • PJ-Wohnung am Krankenhaus für Treffen oder als Schlafmöglichkeit während Diensten
  • Wohnen in einem Studentenwohnheim klinikumsnah möglich

Studentenunterricht

  • Montag bis Donnerstag
  • Innere Medizin, Chirurgie, Anästhesie/Notfallmedizin, alle Wahlfächer
  • Pathologie, Radiologie, klinische Chemie
  • Differentialdiagnostik-Seminar der Inneren Medizin
  • monatliches Verwaltungsseminar
  • viele einmalige Kurse (Ethik, Prüfungsvorbereitung, Echo, Sono, Osteosynthese und viele mehr)

Das Westpfalz-Klinikum

  • eines der größten nicht-universitären Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz
  • 1.354 Betten, mehr als 1.400 Mitarbeiter
  • vier Standorte: Kaiserslautern, Kusel, Kirchheimbolanden und Rockenhausen
  • Krankenhaus der Regel- und Maximalversorgung
  • Notfall-, Trauma- und Gefäßzentrum
  • Viszeralonkologisches Zentrum (Darm-, Magen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs) und Transplantationszentrum
  • Perinatal- und Brustzentrum
  • Betreuung von Dissertationen
  • Möglichkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten

Kliniken für PJ-Abschnitte

  • Innere Medizin
  • Unfall-, Allgemein- und Viszeralchirurgie
  • Anästhesie (Wahlfach)
  • Gynäkologie (Wahlfach)
  • HNO (Wahlfach)
  • Neurologie (Wahlfach)
  • Pädiatrie (Wahlfach)
  • Urologie (Wahlfach)
  • Tageshospitationen in anderen Abteilungen, Kliniken und Instituten nach Absprache möglich

Wer kann teilnehmen?

Nach Ableisten einer vierwöchigen Famulatur in einer Klinik oder einem Institut an einem der vier Standorte des Westpfalz-Klinikum kann der Chefarzt Ihrer Abteilung Sie zu dem Praxistagen anmelden. Die ersten 20 Famulanten werden zu der Veranstaltung eingeladen. Außerdem besteht die Möglichkeit, uns Ihre aussagekräftig Bewerbung inklusive Motivationsschreiben und Lebenslauf zuzuschicken. Famulanten werden bevorzugt eingeladen und die Restplätze über die schriftliche Bewerbung besetzt.

Teilnehmerbericht der 1. Praxistage für Jungmediziner vom 14.-16.10.2016

"Als ich im Frühling von einer Kommilitonin erfahren habe, dass es im Oktober in Kaiserslautern ein Wochenende für Medizinstudierende geben soll, bei denen man praktische Fähigkeiten lernen und vertiefen kann, war ich sofort begeistert. Das Studium ist zwar im Vergleich zu anderen Studiengängen sehr praktisch orientiert, jedoch kommen grundlegende Fertigkeiten, wie schallen, nähen, endoskopieren, etc. leider viel zu kurz.

Am ersten Tag wurden wir herzlich im Westpfalz-Klinikum empfangen und nach einer kurzen Begrüßung ging es mit spannenden Vorträgen aus unterschiedlichen Fachrichtungen los. Am besten fand ich persönlich das Thema EKG von Prof. Dr. Schumacher, weil es eine so einfache Methode ist, herauszufinden, was dem Patienten fehlt. Trotzdem hat jeder angehende Arzt doch sehr großen Respekt davor. Im Studium wird EKG lesen sehr trocken und kompliziert erklärt, aber bei ihm hat man das Thema endlich verstanden. Dabei konnte man sich leicht von seiner Begeisterung anstecken lassen. Beim anschließenden, gemeinsamen Abendessen hatte man die Möglichkeit die anderen Teilnehmer/Medizinstudenten kennenzulernen und sich auch mit Dozenten und dem Organisator unterhalten. Anschließend haben wir im Hotel „Alcatraz“ eingecheckt, ein ehemaliges Gefängnis, das zum Hotel umgebaut wurde.

Samstags morgens ging es nach einem leckeren Frühstück gut gestärkt zurück zum Krankenhaus. Am Vormittag standen ÖGD, Naht, Laparoskopie, Thoraxdrainage legen und Ultraschall des Bauches auf dem Programm. In Kleingruppen von 4-5 Studenten hatten wir die Möglichkeit uns jeweils eine Stunde lang in ein Thema zu vertiefen, alle bestehenden Fragen zu stellen und „einfach mal zu machen“. Ich musste feststellen, dass man ohne den Druck eines Professors oder einer bevorstehenden Prüfung zu haben viel besser lernt. Wir hatten viel Spaß dabei kameragesteuert Gummibärchen und Gummis der Farbe nach über Zangen zu sortieren, bei der ÖGD Gummibärchen aus dem Saumagen zu entfernen oder das Leben der Schweinebrustwand durch das Legen einer Thoraxdrainage zu retten. Vor allem letzteres wird in keinem Studium geübt, obwohl es doch sinnvoll ist eine lebensrettende Maßnahme erst einmal in Ruhe an einem nicht lebenden Objekt zu lernen. Schnittwunden nähen und (ultra-)schallen hatte bestimmt jeder schon mal im Studium gemacht, aber die nötige Übung, um sich hierbei sicher zu fühlen, fehlt wahrscheinlich jedem von uns noch. Diese grundlegenden, alltäglichen Dinge kann man nicht oft genug üben.

Nach dem Mittagessen ging es in die kardiologische Ambulanz, wo die nächsten vier Stationen auf uns warteten. Für meine Gruppe ging es als erstes zum Herzecho, wo wir nach einer kurzen Einführung das Herz des geduldigen Probanden immer wieder in allen Ebenen geschallt haben. Dabei die Orientierung nicht zu verlieren und nicht vom Brustkorb abzurutschen war sehr viel schwieriger, als es anfangs aussah. Dem bedarf noch einiger Übung. Danach ging es zur Demonstration der Einstellung und Abfrage von implantierten Herzschrittmacher und Defibrillatoren. Nach einer kurzen Kaffee- und Kuchenpause waren wir mit der Bronchoskopie dran. Wenn in der Uni davon gelehrt wurde, habe ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen können, wie das funktionieren soll. Aber hier durfte dann jeder selber mal am Modell ran und feststellen, dass es auch hierfür ziemlich viel Übung braucht. Oft brauchten wir mehrere Versuche um mit der Kamera in die einzelnen Segmente der Bronchien gucken zu können. Die letzte Station war für uns Samstagsabend Osteosynthese. Mit viel Spaß konnten wir hier unser handwerkliches Geschick unter Beweis stellen. Da ich in der Unfallchirurgie vorher schon eine Famulatur gemacht hatte, wusste ich immerhin so grob, was ich machen sollte. Jedoch ist es ein komplett anderes Gefühl, selbst mal Bohren und Schrauben zu dürfen – wenn auch nur an Kunstknochen. Anschließend ging es zum gemeinsamen Abendessen zu „TaccoKid“.

Der Sonntagvormittag stand unter dem Thema „Notfallmanagement“. Als erstes haben wir ein Fallbeispiel behandelt, wo es darum ging, theoretisch durchzusprechen, was man mit einem bestimmten Patienten machen würde (Untersuchungen, Therapie), nachdem dieser in der Notaufnahme des Krankenhauses aufgenommen wurde. Als nächste Station waren wir bei der „Rettungstechnik“ im Krankenwagen. Für jemanden, der nicht aus dem Rettungsdient kommt, ist allein das schon super interessant. Abwechselnd versuchten wir uns gegenseitig auf einer Vacuummatratze zu schienen oder uns „Stiff-necks“ anzulegen. Nach einer kurzen Kaffeepause war der MegaCode an der Reihe, ein standardisiertes Schema zur Erste Hilfe-Versorgung. Im Viererteam ging es nun darum, möglichst schnell alle wichtigen Maßnahmen koordiniert einzuleiten und dabei stets zu kommunizieren, um Behandlungsfehler zu vermeiden. Eine wichtige Übung. Als letzter Punkt stand noch Airway Management auf dem Programm. Im begrenzten Raum eines Rettungswagens sollten wir an einer Puppe üben, wie man richtig intubiert. Natürlich hatten wir auch die Möglichkeit alle unsere Fragen zu stellen.

Dann war das schöne, aber anstrengende Wochenende nach einer kurzen Ansprache und Urkundenausgabe auch schon wieder vorbei und alle machten sich auf den Heimweg. Geblieben sind mir einige neue Freundschaften, viele Erinnerung an ein tolles Wochenende und noch mehr praktisches Wissen.

Mein Fazit: Das intensive Lernerlebnis in den Kleingruppen mit den motivierten Dozenten hat super viel Spaß gemacht. Ich glaube, das Gelernte bleibt mit dieser Art von Training sehr viel länger im Gedächtnis, als stumpfe Theorie in Rekordzeit auswendig lernen zu müssen. Ich bin beeindruckt, wie gut der Ablauf des Wochenendes funktioniert hat und will mich hiermit nochmal im Namen aller Teilnehmer für die tolle Organisation von Dr. Felix Brokamp und großzügige Finanzierung durch das Westpfalz-Klinikum bedanken. Unser Dank gilt natürlich auch den ganzen Helfern und Dozenten, die das alles erst möglich gemacht und mit viel Herzblut ihr Wissen und ihre Fähigkeiten mit uns geteilt haben. Vielen Dank & hoffentlich bis zum nächsten Jahr!"

Impressionen aus 2016