Coronavirus: Westpfalz-Klinikum ergreift Vorsichtsmaßnahmen

Um zu verhindern, dass sich das neuartige Coronavirus in Deutschland weiter ausbreitet, ist es wichtig, Fälle früh zu erkennen, sie zu isolieren und Hygienemaßnahmen konsequent einzuhalten. So das Robert-Koch-Institut. Auch wenn es im Westpfalz-Klinikum bislang noch keinen Verdachtsfall gab – wir sind vorbereitet. Dr. med. Thomas Ecker, Leiter der Abteilung für Krankenhaushygiene und Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, beantwortet häufig gestellte Fragen.

Wie bereitet das Westpfalz-Klinikum seine Mitarbeiter auf den Umgang mit Coronaviren vor?
Dr. Ecker: Unsere Mitarbeiter werden an allen Standorten speziell geschult. Coronaviren breiten sich ähnlich aus wie andere Erkältungskrankheiten oder die Influenza – durch Tröpfcheninfektion oder aerogene Übertragung. Unser Personal wird ständig im Umgang mit aerogen übertragbaren Infektionen geschult. Die spezifischen Vorgaben des Robert Koch-Instituts zu Coronaviren sind allen Mitarbeitern zugänglich und sind Inhalt der permanenten Schulungen. Weiterhin bieten wir unseren Mitarbeitern zum Eigenschutz jährlich die Teilnahme an einer Grippeschutz-Impfung an.

Wie kann die Patientenaufnahme betroffene Patienten identifizieren?
Durch eine entsprechende Anamnese bei Erstvorstellung beziehungsweise Erstkontakt des Patienten. Entsprechende Symptome sind beispielsweise Anzeichen einer Atemwegserkrankung, Fieber und in den letzten 14 Tagen vor Symptombeginn ein Aufenthalt in dem Risikogebiet oder in den letzten 14 Tagen vor Symptombeginn Kontakt zu einer an dem Coronavirus erkrankten Person.

Warum werden Menschen mit dem Virus in Spezialkliniken verlegt?
Die Behandlung von Patienten mit Corona-Virus-Infektionen ist in jeder Klinik möglich, die auch Influenzapatienten behandelt. Dass Patienten im Moment in spezialisierten Behandlungszentren - wie beispielweise der Universitätsklinik Frankfurt - verlegt werden, liegt eher daran, dass man so die Patienten auf wenige Kliniken konzentrieren möchte. Die logistischen Abläufe und der Informationsfluss werden dadurch sicherlich vereinfacht.

Werden alle an Husten und Fieber Erkrankten vorsichtshalber isoliert?
Nein, eine Isolation vorsichtshalber ist nur bei den symptomatischen Patienten notwendig, die die genannten Kriterien erfüllen. Eine große Anzahl der Atemwegserkrankungen wird durch Erkältungsviren und durch Influenzaviren verursacht.

Wie sieht es im Westpfalz-Klinikum mit den Isolationsmöglichkeiten aus?
Die Anzahl der Zimmer mit Vorschleusen und Einzelzimmer auf Intensivstationen ist begrenzt. Allerdings ist bei der momentanen Situation ein Engpass absolut nicht zu erwarten. Aus anderen Gründen, zum Beispiel durch eine mögliche Grippepandemie, sollten die vorhandenen Isolierungsmöglichkeiten nicht weiter verringert werden. Für Corona-Virus-Infektion wird man aber - nach alledem was wir zurzeit wissen - ausreichend Isolierungsmöglichkeiten haben. Generell können Coronavirus-Patienten bei uns an allen Standorten behandelt werden.

Was halten sie von Mundschutz-Masken?
Der einfache Mund-Nasen-Schutz dient nicht zum Eigenschutz sondern ist im Wesentlichen dazu da, die Umgebung vor den eigenen Mundkeimen zu schützen. Zum Beispiel in der Chirurgie oder wenn man selbst erkältet ist und niemand anstecken möchte. Das Tragen von Mund-Nasen-Schutz in der Öffentlichkeit - wie man es in Berichten aus China sieht - ist nicht zu empfehlen. Will man sich selbst wirksam vor Keimen von außen schützen, muss man spezielle Atemschutzmasken – sogenannte FFP2-Masken - tragen. Diese erhöhen allerdings deutlich den Atemwiderstand und sind deswegen zum dauerhaften Tragen ungeeignet. Sie werden deswegen nur bei der unmittelbaren Patientenversorgung getragen und sind zur allgemeinen Vorbeugung nicht praktikabel.

Wie können sich die Menschen dann schützen?
Durch besondere Aufmerksamkeit bei der Händehygiene, zum Beispiel regelmäßiges Händewaschen. Wir empfehlen, in die Ellenbeuge zu niesen und zu husten, Einmaltaschentücher zu nutzen und große Menschenansammlungen zu vermeiden. Dies entspricht den Empfehlungen wie bei sonstigen Atemwegserkrankungen und der Influenza.

Was sollte man tun, wenn man die Befürchtung hat, sich angesteckt zu haben?
Zunächst telefonischen Kontakt zum Hausarzt oder dessen Vertretung oder auch dem Gesundheitsamt suchen. Hier erfolgt dann die Information über das weitere Vorgehen. Vor allen Dingen gilt: Vorerst zu Hause bleiben, um eine Verbreitung zu vermeiden!