Unkontrollierbare Menstruationsblutungen

Frauen, die an starken, nicht kontrollierbaren Menstruationsblutungen leiden, fühlen sich im täglichen Alltag und in ihrer Lebensqualität oft erheblich eingeschränkt. Klinisch bezeichnet man Blutungsstörungen als Menorrhagie. Der hohe Blutverlust führt zu einem Eisenmangel, der sich wiederum in permanenter Müdigkeit und Abgeschlagenheit zeigt. Unbehandelt kann dieser Eisenmangel sogar in Depressionen übergehen.

20 bis 30 Prozent aller Frauen leiden unter sehr starken Monatsblutungen. Ursachen sind häufig Infektionen, Nebenwirkungen von Medikamenten, Blutgerinnungsstörung aber auch Myome oder Polypen. Zu den häufigsten Ursachen zählen Störungen des Hormonhaushaltes, vor allem in der Menopause. Aber auch bösartige Erkrankungen der Gebärmutter können eine Ursache sein.

Behandlungsmöglichkeiten

Medikamentöse Behandlung

Einnahme von oralen Kontrazeptiva (Pille) oder niedrig dosierte Hormonen (Gestagene).
Nachteile: leider nur in 50 Prozent der Fälle erfolgreich, muss dauerhaft fortgeführt werden

Ausschabung (Cürettage)

Eine chirurgische Methode, bei der die obere Schicht der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) abgeschabt wird. Die Behandlung erfolgt ambulant unter Vollnarkose.
Nachteil: Die Schleimhaut kann sich regenerieren und es kann erneut zu starken Blutungen kommen.

Gebärmutterentferung (Hysterektomie)

Eine Entfernung der Gebärmutter ist die einzige definitive Lösung, es ist ein größerer operativer Eingriff unter Vollnarkose.
Nachteil: Operation mit entsprechend chirurgischem Risiko, in der Regel mit einem stationären Aufenthalt sowie einer Genesungszeit von bis zu sechs Wochen

Endometriumverödung (Endometriumablation)

Sofern kein Kinderwunsch mehr besteht, kann dieser minimalchirurgische Eingriff in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt werden, oft als hysteroskopische Gebärmutterablation (mittels Gebärmutterspiegelung). Hierbei wird die Gebärmutterschleimhaut mittels Elektrochirurgie oder Laserchirurgie unter Sicht entfernt. Mittels Kugel (Rollerball) oder Schlinge wird die Schleimhaut abgetragen, was die Stärke der Blutungen reduziert. Der Eingriff dauert zwischen 20 und 60 Minuten.
Nachteil: Durch den Eingriff kann es zu Problemen im Blutkreislauf sowie Infektion und Verletzung der Gebärmutter kommen, auch besteht eine erhöhte Rückfallquote.

Goldnetz-Endometriumablation

Dieses Verfahren gehört zu den neuesten: Ein Goldnetz in Form eines Dreiecks wird in die Gebärmutter eingebracht und passt sich in dieser Form gut an. Anschließend wird die Schleimhaut durch Hochfrequenzstrom in wenigen Sekunden verödet und das Goldnetz wieder entfernt. Die Behandlungszeit beträgt circa 90 Sekunden und zeigt häufig eine Erfolgsrate von mehr als 90 Prozent. Eine Vorbehandlung ist nicht möglich. Die Mehrheit der Frauen beobachtet, dass nach dem Eingriff die Regelblutung komplett ausbleibt. Die Goldnetz-Endometriumablation zeigt sowohl bei schmerzhafter Regel (Dysmenorrhoe) als auch bei prämenstruellem Syndrom eine deutliche Besserung der Beschwerden. Der Eingriff kann ambulant durchgeführt werden.
Nachteil: die Goldnetz-Endometriumablation ist nicht geeignet bei einer zu großen oder zu kleinen Gebärmutter, bei Myomen (diese müssten zuvor entfernt werden) sowie bei vorhandenem Kinderwunsch.