In der Zentralen Notaufnahme erfolgt die pflegerische und ärztliche Erstversorgung. Diese beinhaltet auch die Erfassung des geriatrischen Risikoprofils für Komplikationen (ISAR-Score) und die Einleitung einer adäquaten Schmerztherapie. Anschließend nehmen wir Sie auf einer unfallchirurgischen Station auf. Je nach Verletzungsart nehmen wir zusätzliche Untersuchungen vor und leiten eine operative oder konservative Behandlung ein.

Für die operative Behandlung von verletzten betagten Patienten stehen uns alle modernen Techniken und darauf abgestimmte Stabilisierungsimplantate zur Verfügung. Dazu gehören auch spezielle Systeme zur Versorgung von Wirbelsäulen-, Becken- und periprothetischen Knochenbrüchen. In enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Anästhesie, Intensiv-, Notfallmedizin und Schmerztherapie 1 betreuen wir Sie in der Akutphase der operativen Behandlung.

Wir untersuchen Sie mittels eines Fragebogens und kleinen Tests auf eventuell vorliegende altersbezogene Funktionseinschränkungen hin (Geriatrisches Screening).  Gemeinsam qualifizierten Ärzten der Geriatrie (Altersmedizin) behandeln wir Sie dann weiter. Hierbei achten wir speziell auf Veränderungen in Organfunktionen (Knochenmark, Leber, Nieren) sowie auf Ernährung und Stoffwechsel (Zucker-, Eiweiß-, Vitamin-, Knochenstoffwechsel). Zusätzlich überprüfen wir die Medikamenten-Kombinationen, die Sie bisher eingenommen haben und passen diese gegebenenfalls an die neue Situation an.

Unsere Pflegekräfte und Physiotherapeuten, die Ihre stationäre Behandlung kontinuierlich begleiten, sind auf die Behandlung der Verletzungen und auf die Besonderheiten bei Patienten im höheren Lebensalter eingestellt und dementsprechend weitergebildet. Durch interdisziplinäre Visiten, multiprofessionelle Teamkonferenzen, Qualitätszirkel und strukturierte Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen wird die Zusammenarbeit der zahlreichen Berufsgruppen und Personen zum Wohl der Patienten intensiviert.

Während der frühen Rehabilitationsphase, insbesondere nach einer Operation, werden in Abstimmung mit den Ressourcen, Wünschen und Erwartungen von Patient und Angehörigen die Weichen für die Nachbehandlung gestellt. Diese hat möglichst die Wiedererlangung der selbständigen Lebensführung und die Rückkehr ins häusliche Umfeld zum Ziel.

Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir im Anschluss an die unfallchirurgische Akutbehandlung die Möglichkeit, Sie zur „Geriatrisch frührehabilitativen Komplexbehandlung“ zu verlegen. Dort kümmern sich unsere Partner in der Neurogeriatrie (Kaiserslautern) und in der Geriatrie (Rockenhausen) um Sie. Diese stellen dort ein Behandlungsprogramm sicher, das neben der akutmedizinischen Weiterbehandlung die Förderung der patienteneigenen Ressourcen und die Wiedererlangung der Selbstständigkeit zum Ziel hat.

In Zusammenarbeit mit der Überleitungspflege und dem Sozialdienst und in Absprache mit dem Patienten und seinen Angehörigen werden auch weitere mögliche Anschlussversorgungen für die Zeit nach der akutmedizinischen Behandlung vereinbart.  Das können zum Beispiel die Verlegung in eine auswärtige Rehabilitationsklinik, vorübergehend in eine Pflegeeinrichtung (Kurzzeitpflege) oder ins häusliche Umfeld mit ambulant pflegerischer Versorgung sein.

Das Zentrum für Alterstraumatologie ist der erste Baustein des mittelfristig am Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern geplanten „Zentrums für Altersmedizin“. In diesem sollen durch Neu- und Umbaumaßnahmen auch die räumlichen Einheiten für die Versorgung alternder Menschen optimiert werden.