Klinik für Urologie und Kinderurologie
Das medizinische Spezialgebiet Urologie umfasst die Erkennung und Behandlung
angeborener und erworbener Erkrankungen der männlichen
Harn- und Geschlechtsorgane und des weiblichen Harntraktes.
Etwa 15 % aller in der Praxis anfallenden Krankheitsbilder, von der Blasenentzündung über die gutartige Prostatavergrößerung
bis zum einseitigen renalen Hochdruck, von der Harnröhrenenge
bis zum Nierenstein, vom Harnblasenkrebs bis zum Nierentumor,
fallen in diesen Bereich.
Die Klinik für Urologie und Kinderurologie verfügt über 60 Betten für Erwachsene
und Kinder sowie bei Bedarf Betten auf der interdisziplinären Intensivstation.
Säuglinge und Kleinkinder mit urologischer Erkrankung (z. B.
Phimose, Hodenhochstand, Harnabflußstörung) liegen
in der Kinderklinik und werden vom Urologen konsiliarisch mitbetreut.
Neben der Standardausstattung einer Urologischen Klinik mit Arbeitsplätzen
für Ultraschalldiagnostik sowie dem gesamten Arsenal der urologischen Endoskopie
verfügen wir über einen modernen digitalen Röntgen-Arbeitsplatz
für die spezielle urologische Diagnostik und Therapie (z. B. für
die Verödung von Varikozelen in Lokalanästhesie).
Dieser ist auch besonders für eine schonende und strahlensparende
Röntgendiagnostik bei Kindern einsetzbar.
Auch die subtile Abklärung der männlichen Impotenz sowie deren Behandlung wird routinemäßig durchgeführt.
Unser urodynamischer Messplatz stellt die Grundlage zur differenzierten
Diagnostik und Behandlung der Harninkontinenz dar.
Bei der operativen Therapie der Harninkontinenz kommen bei Frauen verschiedene
Formen der Blasenanhebung, in geeigneten Fällen auch die Harnröhrenunterspritzung
oder die Implantation eines Kunststoffbandes (TVT oder TOB), beim Mann unter Umständen
die Harnröhrenunterspritzung, bzw. Implantation einer Schließmuskelprothese zur Anwendung.
Auf operativem Gebiet werden sämtliche Routineeingriffe - plastisch rekonstruktive
Operationen bei angeborenen Missbildungen und erworbenen
Harnabflussstörungen incl. plastischem Harnröhrenersatz, die gesamte Tumorchirurgie,
endoskopische Operationsmethoden, perkutane Operationstechniken
u. a. - durchgeführt.
Die Einführung der flexiblen Blasen- und Harnleiterspiegelung ermöglicht auch den Einsatz von Steinlaser und Gewebelaser bis in entlegene Winkel.
Zunehmend wird in laparoskopischer Technik operiert.
Diese eignet sich besonders zur minimal-invasiven Entfernung
von Lymphknoten, Prostata, Nierenzysten, Schrumpfnieren etc.
Seit Mai 2006 ist die Klinik im Besitz eines "Greenlight"-Lasers, zur schonenden Therapie bei gutartiger Prostatavergrößerung.
Besondere Schwerpunkte sind spezielle Operationen der Harnableitung
mit vollständigem Blasenersatz aus Dünndarm
(Neoblase) sowie die Entfernung der Prostata bei Prostatakrebs (radikale
Prostatektomie) offen über Unterbauchschnitt, in speziellen Fällen auch einseitig nervschonend (Potenzerhaltung),
oder minimal-invasiv "laparoskopisch" (EERPE).
Die Diagnostik des Prostatakrebs wurde in den letzten Jahren
durch den routinemäßigen Einsatz einer sonographisch
gesteuerten Gewebeprobe der Prostata wesentlich bereichert. Ein
Eingriff, der in aller Regel ambulant durchgeführt wird.
Kaiserslautern ist offizieller Standort eines Lithotriptors (Nierensteinzertrümmerer). Dieser verfügt sowohl
über ein Röntgen- als auch über ein Ultraschall gesteuertes Ortungssystem.
Alle Möglichkeiten einer schonenden Behandlung (derzeit 1.000/Jahr) bei
Nieren-, Harnleiter- und Blasensteinen stehen damit zur Verfügung.
Moderne technische Einrichtungen ermöglichen jedoch nur Dank des unermüdlichen
Einsatzes des gesamten urologischen Teams die qualifizierte Betreuung
der uns anvertrauten Patienten.
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