Institut für Pathologie
Nicht selten sieht man Passanten, die vor dem Schild
"Institut für Pathologie" vor dem Haus Richard-Wagner-Straße 45
stehen, es lesen, zur Kenntnis nehmen, weitergehen und letztlich doch
nicht wissen, welche für das Klinikum wichtige Institution das Haus
beherbergt.
Der Arzt für Pathologie wird auch heute noch in der breiten Öffentlichkeit,
aber auch noch bei Kollegen, eng mit dem Tod in Verbindung gebracht.
Seit den 70er Jahren ist aber die Diagnostik
am lebenden Patienten immer mehr in den Vordergrund getreten.
Aufgrund des medizinisch-technischen
Fortschrittes kann heute von allen Organen und Organregionen gezielt Material
zur histologischen und zytologischen Untersuchung gewonnen werden.
Die Aufarbeitung dieses Materials erfolgt durch speziell dafür geschultes
und ausgebildetes Personal, die Begutachtung des Materials durch Ärzte, die
über eine lange Erfahrung in der makroskopischen und mikroskopischen
Beurteilung von Krankheiten verfügen.
Um diese für die Therapie und das weitere Schicksal des Patienten entscheidenden
Aussagen treffen zu können, stehen heute nicht nur die konventionelle
zytologische und histologische Technik, sondern weitere Methoden
zur Verfügung, z. B. die Histochemie,Immunhistologie, Molekularbiologie. Methoden,
die eine immer sicherere und auch exaktere Bewertung der Krankheiten
erlauben. Neben der Feststellung und der exakten Bewertung des
Krankheitsprozesses ist der Pathologe auch in den Therapieablauf
eingebunden, sei es durch intraoperative Schnellschnittdiagnostik, die
das Ausmaß des chirurgischen Eingriffes mitbestimmt, sei es
durch Wiederholung von Biopsien um das Ansprechen oder den Erfolg einer Therapie
zu dokumentieren.
Auch bei den einen immer breiteren Raum einnehmenden Vorsorgeuntersuchungen
zur Früherkennung von Tumoren oder deren Vorstufen ist die Pathologie
eingebunden u. a. bei Untersuchungen von Abstrichen am Gebärmutterhals,
an Sputen oder durch Untersuchungen des Urins.
Neben dieser für den Arzt für Pathologie im Vordergrund stehenden Tätigkeiten,
die ihn für den klinisch tätigen Arzt unentbehrlich macht, sollte die
Bedeutung der Obduktion (Leichenöffnung) nicht vergessen werden. Das
Ergebnis der Obduktion kann für die Angehörigen hilfreich sein, das Unglaubliche
besser zu verstehen.Wichtig können diese Ergebnisse für Verwandte
sein, wenn ansteckende Krankheiten oder Erbleiden vorliegen, die das rechtzeitige
Aufsuchen eines Arztes veranlassen. Aber nicht nur für die Angehörigen,
sondern auch für die behandelnden Ärzte ist die Obduktion von
erheblicher Bedeutung, da nur die Obduktion sichere Aussagen über die Art
und den Verlauf einer Krankheit zulässt. Letztlich stellt die Obduktion eine
nicht unwesentliche Maßnahme zur Qualitätssicherung ärztlichen Handelns
dar.
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