Perinatalzentrum Level 1
Stichwort Perinatalzentrum ... |
- Verbindung von Frauenklinik und Kinderklinik unter einem Dach
- enge räumliche Anbindung von Geburtshilfe und Neonatologie (Früh- und Neugeborenenmedizin)
- gemeinsame Absprachen über das weitere Vorgehen
- Ziel ist die Vermeidung einer Frühgeburt
- ausführliche Information der werdenden Eltern durch Geburtshelfer und Kinderärzte
- Vermeiden von Transporten von kranken Neugeborenen
- unmittelbare Versorgung von Neugeborenen durch die Kinderärzte – rund um die Uhr
- weitere Betreuung der Kinder, wenn nötig, auf der speziell eingerichteten Intensivstation oder der Säuglingsstation der Kinderklinik
- frühzeitige Rückverlegung der Kinder zur Mutter, soweit möglich
- Besuchsmöglichkeiten rund um die Uhr
- Stillen ist nicht nur erwünscht, es wird auch gefördert
- Rooming-in auf der Säuglingsstation
- weitere Fachleute können jederzeit hinzugezogen werden, z.B. Diabetologen (Zuckerkrankheit), Kardiologen (Herz), Neurochirurgen (Gehirn- und Nervenchirurgie), Kinderchirurgen usw.
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Welche Mütter sollten in ein Perinatalzentrum gehen? |
- bei Vorerkrankungen in der Schwangerschaft, z.B. Schwangerschaftszucker, Schwangerschaftsvergiftung
- bei allgemeinen Erkrankungen der Mutter, z.B. Bluthochdruck, Zuckerkrankheit
- bei vorzeitigen Wehen und Infektionen in der Schwangerschaft
- bei vorzeitigem Blasensprung und Blutungen in der Schwangerschaftbei früheren Problemen in der Schwangerschaft
- bei höhergradigen Mehrlingsschwangerschaften (Drillinge, Vierlinge etc.)
- bei Krankheiten des Kindes, z.B. Chromosomenstörungen
- bei Blutgruppenunverträglichkeiten
- bei mangelndem Wachstum des Kindes
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Die wichtigsten gesetzlichen Voraussetzungen |
- Ärztliche Leitung der Geburtshilfe durch einen Frauenarzt mit Weiterbildung in spezieller Geburtshilfe
- Ärztliche Leitung der Neonatologie durch Kinderarzt mit Weiterbildung in Neonatologie
- Weiterbildungsbefugnis in spezieller Geburtshilfe und Neonatologie
- Wand-an-Wand-Lösung, d.h. kein Transport vom Kreißsaal zur Kinderintensivstation mit Kraftfahrzeug
- Neugeborenennotarzt („Abholdienst“)
- Ärztlicher und pflegerischer Schichtdienst auf der Intensivstation, neonatologischer Hintergrunddienst jederzeit abrufbar
- Mindestens 6 neonatologiesch Intenivplätze
- Pflegerische Betreuung mit Intensivweiterbildung (mind. 40% der Pflegekräfte)
- Konsiliardienste: allgemeine Pädiatrie, Kinderchirurgie, Kardiologie, Neuropädiatrie, Augenarzt, Mikrobiologie, Labor, Röntgen etc.
- Teilnahme an Qualitätssicherung, Perinatal- und Neonatalerhebung
- Regelmäßige Fallkonferenzen
- Nachsorgeuntersuchungen der Frühgeborenen (mind. 80%) nach zwei Jahren
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Die gemeinsame Betreuung von Mutter und Kind ist unser Ziel. |
- Wir möchten Sie dort, wo es nötig ist, unterstützen, bei einer ‘normalen’ Geburt steht die familienorientierte Geburtshilfe im Vordergrund. Sie können aber jederzeit auf ein qualifiziertes Team der Geburtshilfe und Neonatologie zurückgreifen, wann immer es nötig ist.
- Schwangere mit unkomplizierter Schwangerschaft und Neugeborene mit normaler Anpassung nach der Geburt benötigen ein normales Vorgehen ohne zusätzliche Technik. Der Ablauf der Geburt und Neugeborenenzeit sollte möglichst wenig gestört werden. Personal und Technik bleiben im Hintergrund, es wird Wert auf eine natürliche, familienfreundliche Umgebung gelegt.
- Zeigen sich im Verlauf mögliche Komplikationen kann das Monitoring jederzeit erweitert werden, so dass keine Gefahr für Mutter oder Kind entsteht. Die Mutter bzw. die Eltern werden früh-zeitig infor-miert.
- Wenn sich eine Schwangerschaft mit echten oder befürchteten Problemen wieder stabilisiert, ist der Übergang zur familienorientierten Geburtshilfe jederzeit möglich und vorgesehen.
- Bei Risiko-Schwangerschaften, bei denen Komplikationen möglich, aber nicht unausweichlich sind (z. B. Mehrlingsschwangerschaften) werden Schwan-gerschaft, Geburt und Neugeborenes kontinuierlich überwacht, um jederzeit eingreifen zu können, soviel, wie es eine ausreichende Sicherheit für Mutter und Kind erfordert, aber so wenig, dass eine familienorientierte Geburtshilfe möglich bleibt. Die Mutter bzw. die Eltern werden kontinuierlich beraten und informiert und bekommen so ein Gefühl der Sicherheit für ihre und des Kindes Gesundheit. Auch hier ist der Übergang zur familienorientierten Geburtshilfe geplant, wenn Risiken entfallen oder Probleme überwunden sind (z.B. gesunde, reife Zwillinge nach der Geburt).
- Bei zu erwartenden Problemen im Verlauf der Schwangerschaft (Gestose, HELLP) oder nach der Geburt (mütterlicher Diabetes, angeborene Fehlbildungen, Frühgeburt) wird das weitere Vorgehen engmaschig zwischen Geburtshelfer und Neonatologen (Frühgeborenenspezialist) besprochen und die Mutter bzw. die Eltern informiert. So kann jederzeit und zeitnah die jeweils beste Entscheidung für Mutter und Kind getroffen werden. Durch gemeinsame Gespräche mit der Mutter bzw. den Eltern erhalten sie Einblick in den Verlauf und die Entscheidungs-kriterien und können in die Entscheidungen mit einbe-zogen werden. Hierbei steht die Sicherheit (Gesund-heit) von Mutter und Kind im Vordergrund.
- Bei eintretenden Problemen im Verlauf der Schwangerschaft oder Geburt kann jederzeit, d.h. Tag und Nacht das weitere Vorgehen zwischen Geburtshelfer und Neonatologen abgestimmt werden, um so den optimalen Weg für Mutter und Kind zu finden. Hierbei sind Leben und Gesundheit von Mutter und Kind grundsätzlich und jederzeit gleichwertig. In alle Entschei-dungen werden die Mutter bzw. die Eltern mit einbezogen, ihre Wünsche haben Vorrang, soweit keine anderen Gründe dagegen stehen.
- Auch nach der Geburt und bei besonderen Pro-blemen wird die Betreuung von Mutter und Kind als gemeinsame Aufgabe gesehen. Eine familienorientierte Betreuung soll soweit, wie möglich durchgeführt werden. Kinder können nach Stabilisierung wieder zur Mutter zurück gelegt werden oder aber die Mutter mit ihrem Kind auf der Säuglings-station aufgenommen werden. Weiterhin steht ein Appartement für Eltern zur Ver-fügung (finan-ziert vom Förderverein Kranker Kinder im Klinikum Kaiserslautern e.V.).
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Geburtshilfe im Perinatalzentrum |
Jährlich werden ca.1200 Kinder in Kaiserslautern geboren.
Zu unserem Informationsangebot gehören, neben monatlichen Kreißsaalführungen (siehe unten), Kurse zur Geburtsvorbereitung und Schwangerschaftsgymnastik unter Einbeziehung beider Partner. Weiterhin besteht die Möglichkeit, die Wochenbettbetreuung nach der Geburt von einer unserer Hebammen zu Hause durchführen zu lassen. So kann die sicherheitsgebende Klinikentbindung mit einer familienorientierten, frühen Entlassung und Betreuung zu Hause angeboten werden.
Damit Sie sich bei uns schnell heimisch fühlen, wenn es soweit ist, bieten wir Ihnen die Möglichkeit, uns im Rahmen einer Kreißsaalführung näher kennenzulernen.
Diese findet regelmäßig am ersten Donnerstag im Monat statt und beginnt um 18:30 Uhr mit einer Informationsveranstaltung in unserer Aula (Haus 19, Ebene 1). Anschließend haben Sie noch Gelegenheit, uns Ihre offenen Fragen zu stellen und sich mit den Räumlichkeiten vertraut zu machen.
Wir freuen uns auf Sie!
Ergebnisqualität in der Neonatologie gemäß Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Neuaufnahme eines Anhangs zur Anlage 1 der Vereinbarung über Maßnahmen zur Qualitätssicherung der Versorgung von Früh- und Neugeborenen vom 19.Februar 2009
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