Informationen zur stationären Aufnahme

Liebe Patientin, lieber Patient,

bei Ihnen wurde eine Herz-, eine Lungen- oder Gefäßerkrankung diagnostiziert und eine Operation steht jetzt an. Sicherlich haben Sie Fragen, die den stationären Ablauf und die Operation betreffen. Möglichst viele dieser Fragen möchten wir Ihnen im Folgenden beantworten.

Selbstverständlich stehen wir Ihnen oder Ihrem behandelnden Arzt aber auch für ein Gespräch zur Verfügung. Sollten Sie sich zu unserer Behandlungsempfehlung noch eine zweite Meinung einholen wollen, so unterstützen Sie gerne dabei.

Sie sollten sich aber auch selbst über Ihre Erkrankung informieren. Hierzu bestehen vielfältige Möglichkeiten in den modernen Medien. Gerne geben wir Ihnen dazu Hilfestellungen und Tipps. Sie erreichen das Sekretariat der Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgische Klinik

Montag bis Donnerstag zwischen 7.30 und 16.00 Uhr, Freitags von 7.30 bis 12.00 Uhr  unter

Tel.0631 203-1426

Vor der stationären Aufnahme

Die Empfehlung zur Durchführung der Herzoperation wird in der Regel in einer Herzkonferenz zwischen Kardiologen und Herzchirurgen getroffen. Bei den meisten Patienten werden eine Herzkatheteruntersuchung und eine Echokardiographie durchgeführt, die Befunde sind für den Herzchirurgen für die Entscheidung zur Operation und die Operationsplanung äußerst wichtig.

In Abhängigkeit von den Beschwerden und der Dringlichkeit werden die Wartezeiten für jeden einzelnen Patienten festgelegt. Auch für Patienten mit einem Lungen- oder Gefäßleiden werden die Befunde mit den Kollegen der benachbarten Disziplinen besprochen und die möglichen Therapiemöglichkeiten gegeneinander abgewogen. Patienten mit einem Lungentumor oder einer bedrohlichen Durchblutungsstörung werden möglichst rasch aufgenommen.

Erfolgt vorab eine ambulante Vorstellung, so wird Ihr Hausarzt noch vor der stationären Aufnahme durch einen Arztbrief über die Ergebnisse der Voruntersuchungen und eventuell noch notwendiger Zusatzuntersuchungen unterrichtet. Setzten Sie sich bitte daher mit Ihrem Hausarzt in Verbindung, der einen Teil der für die Operation nötigen Voruntersuchungen selbst durchführen wird oder bei einem Facharzt durchführen lässt. Bitten Sie Ihren Hausarzt, Ihnen alle Befunde zur stationären Aufnahme mitzugeben.

  • Klären Sie bitte mit Ihrem Hausarzt, welche Medikamente Sie weiter einnehmen sollen und welche Sie absetzen müssen. Generell gilt: keine Medikamente ohne Rücksprache mit dem Arzt weglassen.
  • Plavix®, Clopidogrel®, Ticlopedin®, Iscover® u.a. sollten – falls möglich – 5 Tage vor der geplanten Herzoperation abgesetzt werden.
  • Die Therapie mit Aspirin (z.B. Aspirin®, ASS®, Colfarit®, Godamed®, Asasantin® u.a.) sollte bis zum Aufnahmetag fortgesetzt werden.
  • Marcumar wird umgestellt auf Heparin.
  • Metformin-haltige Medikamente (z.B. Siofor, Glucophage, Mediabet u.a.) gegen Ihre Zuckerkrankheit sollten drei Tage vor der stationären Aufnahme abgesetzt werden.

Rauchen ist ein ganz wesentlicher Risikofaktor für die Entwicklung kardiovaskulärer Erkrankungen, von Lungenkrebs und Durchblutungsstörungen. Raucher haben ein erhöhtes Operationsrisiko und mehr Probleme auf der Intensivstation und sollten daher unbedingt das Rauchen vor der Operation einstellen!

Die Lungenfunktion spielt in der Phase unmittelbar nach der Operation eine sehr wichtige Rolle. Daher werden Ihnen nach der Aufnahme Atemübungen gezeigt, die Sie nach der Operation möglichst selbständig und regelmäßig durchführen sollten. Entzündete Zähne sind Streuherde für Bakterien und können über die Blutbahn zu Entzündungen der Herzklappen und der Herzinnenhaut führen, insbesondere bei Patienten mit vorgeschädigten Herzklappen oder mit Herzklappenprothesen. Daher ist es vor geplanten Klappenoperationen notwendig, die Zähne von einem Zahnarzt beurteilen und falls erforderlich behandeln zu lassen.

In der Regel sind zum Zeitpunkt der stationären Aufnahme nur noch wenige Untersuchungen wie aktuelle Blutuntersuchungen, Röntgen und EKG erforderlich. Fehlende Untersuchungen werden am Aufnahmetag oder am Folgetag durchgeführt.

Falls Sie den vorgesehenen Operationstermin absagen müssen, melden Sie sich bitte zeitnah in unserer Ambulanz (Frau Strassen unter 0631-203-1431), damit wir einen neuen Aufnahmetag vereinbaren können.

Bitte melden Sie sich auch, wenn Sie vor dem geplanten Eingriff erkranken – auch wenn es "nur" eine Erkältung oder ein entzündeter Zahn ist! Es kann sein, dass der Operationstermin verschoben werden muss.

Stationäre Aufnahme

Vor der geplanten Operation erhalten Sie von uns ein Anschreiben, in dem Ihnen der Aufnahmetermin und einige organisatorische Fakten mitgeteilt werden. Bitte bringen zur stationären Aufnahme folgende Unterlagen mit:

  • den Einweisungsschein Ihres Hausarztes oder Ihres Internisten
  • Ihre Versicherungskarte
  • schriftliche Befunde Ihres Hausarztes oder von Voruntersuchungen bei anderen Ärzten
  • eine Liste aller Medikamente, die Sie zur Zeit einnehmen
  • sowie die üblichen Utensilien wie Schlafanzug, Handtücher, Waschlappen, Seife, Zahnbürste, einen Bademantel, bequeme Hausschuhe

Bitte melden Sie sich in der THG-Ambulanz, Haus 3, Ebene 1. Von dort werden Sie im Rahmen des Aufnahmeprozesses und der Vorbereitung der Operation zu verschiedenen Servicepunkten geschickt.

Was noch zu erledigen ist

In der stationären Aufnahme im Erdgeschoß müssen Sie Ihre persönlichen Daten registrieren lassen. Danach wird das Krankenblatt angelegt und noch eventuell notwendige Untersuchungen werden veranlaßt. Dazu gehören die ärztliche Anamneseerhebung und Aufnahmeuntersuchung, Routinelaboruntersuchungen, das Schreiben eines EKGs sowie die Anfertigung einer Röntgenaufnahme des Brustkorbes. Eventuell kann auf einen Teil dieser Untersuchungen verzichtet werden, wenn diese schon durch die Innere Klinik oder Ihre betreuenden Ärzte erfolgt sind.

Zum Standard vor Operationen gehört, Kreuzblut für die Bereitstellung von Blutkonserven abzunehmen sowie die Vorstellung in der Prämedikationsambulanz der Anästhesie (Haus 6, Ebene 3).

Wenn bereits feststeht, welcher Eingriff bei Ihnen durchgeführt werden soll, erfolgt die Aufklärung über die Operation bereits in der Ambulanz im Rahmen eines ausführlichen Aufklärungsgespräches mit dem Operateur oder einem mit dem Eingriff vertrauten Arzt.

Nach Abschluss des Aufnahmeprozesses in der THG-Ambulanz wird Ihnen auf der Behandlungsstation Ihr Bett zugewiesen.

Operationstermin

Den genauen Operationstermin erfahren Sie von dem Stationsarzt. Nach Möglichkeit versuchen wir den Operationstermin einzuhalten. Dies gelingt allerdings nicht immer, da wir als Klinikum der Maximalversorgung nicht nur Notfälle innerhalb unseres Hauses, sondern auch aus den anderen umliegenden Krankenhäusern versorgen müssen. Daher kommt es vor, dass schon geplante Operationen verschoben werden müssen. Sollte dies der Fall sein, so bitten wir um Ihr Verständnis.

OP-Vorbereitung

Von den Mitarbeitern der Station wird das OP-Gebiet rasiert, danach sollten Sie duschen oder sich am ganzen Körper waschen. Dies reduziert das Auftreten von Wundinfekten. Um den Darm zu entleeren, erhalten Sie am Vorabend der Operation ein Klistier. Damit Sie die Nacht ruhig verbringen, erhalten Sie am Abend eine Schlaftablette.

Intensivstation, Wachstation, Normalstation

Mindestens die ersten 24 Stunden werden alle Patienten nach Herzoperation auf der Intensivstation überwacht, falls der Zustand der Patienten es erfordert, auch länger. Bei stabilem Zustand des Patienten erfolgt die Weiterverlegung auf die Wachstation. Auch hier wird die Herzfunktion (EKG, Blutdruck) kontinuierlich überwacht.

In den Folgetagen werden Sie nach Verlegung in ein Normalzimmer zunehmend auf Stationsebene mobilisiert. Viele Patienten können schon ab dem 3. bzw. 4. Tag nach der Operation aufstehen und sich weitgehend alleine versorgen. Nach einer Woche sind bei den meisten unserer Patienten jegliche Katheter entfernt und die Medikamente werden in Tablettenform verabreicht.

Eine Entlassung aus der stationären Behandlung erfolgt in der Regel zwischen dem 8. und 10. Tag nach der Operation entweder nach Hause oder in die Reha- Klinik zur Anschlussheilbehandlung. Die Weiterbehandlung orientiert sich am Krankheitsbild, den Nebenerkrankungen und dem Gesamtzustand des Patienten.

Anschlussheilbehandlung (AHB)

Nach der Operation dauert es in der Regel einige Wochen, bis die frühere Leistungsfähigkeit wieder erreicht wird. Um den Rekonvaleszenzprozess zu unterstützen, empfehlen wir bei vielen Krankheitsbildern eine kardiologische, pneumologische oder angiologische Anschlussheilbehandlung in einer Reha-Klinik. Dies ist keine Verpflichtung, sondern ein Angebot.

Der Vorteil einer Reha ist, dass Sie unter ärztlicher Aufsicht an Ihre alte Leistungsfähigkeit herangeführt werden. Der Antrag für eine AHB-Maßnahme wird über den Sozialdienst der Klinik innerhalb der ersten Tage nach der Operation gestellt.

Gerade für cardiovasculäre Erkrankungen empfiehlt es sich, das tägliche Leben in den Bereichen Ernährung und körperliche Aktivitäten umzustellen. Hierzu kann es hilfreich sein, sich auch zu Hause einer "Herzsportgruppe" oder einer regionalen Selbsthilfegruppe anzuschließen. Welche Selbsthilfegruppe Ihrem Wohnort am nächsten ist, können Sie auf der Internetseite der „Deutschen Herzstiftung“ oder von Ihrem Kardiologen oder Hausarzt erfahren.

Weitere Kontrollen bei Ihrem Hausarzt oder dem Sie betreuenden Facharzt (Kardiologe, Pneumologe, Angiologe) sind selbstverständlich notwendig. 

Wahlleistungen

Wenn Sie wahlärztliche Leistungen in Anspruch nehmen möchten, geben Sie das bitte im Chefarztsekretariat (Frau Bauer, 0631-203-1426) an. Zu den allgemeinen Krankenhausleistungen können Sie folgende Wahlleistungen in Anspruch nehmen:

Auf unseren Privatstationen haben wir meist Zweibettzimmer. Die Unterbringung in einem Einzelzimmer versuchen wir gern zu erfüllen, weisen aber darauf hin, dass dies häufig nicht oder nicht für den gesamten stationären Aufenthalt möglich sein sollte. Die Zimmerzuweisung erfolgt nicht nur nach organisatorischen, sondern auch nach medizinischen Gründen, so werden die Einzelzimmer u.U. besonders pflegebedürftigen Patienten vorbehalten.

Alle Chefärzte des Klinikums und ihre Stellvertreter stehen Ihnen für Ihre Behandlung persönlich zur Verfügung. Beim Vorgespräch oder spätestens bei Ihrer Aufnahme wird Ihnen ein Vertragsformular vorgelegt. Mit Ihrer Unterschrift erklären Sie Ihr Einverständnis mit den Regelungen zur wahlärztlichen Leistung und deren Abrechnung.

Unterbringung von Begleitpersonen

Die Unterbringung Begleitpersonen ist innerhalb des Klinikums nicht vorgesehen, wir helfen Ihnen aber gerne, eine geeignete Unterkunft in einem der nahe gelegenen Hotels zu finden. Wenn Sie weitere zusätzliche Leistungen wünschen, sprechen Sie uns bitte an.