Zusammenarbeit im Team

Kernstück einer rehabilitativen Behandlung ist ein koordiniertes rehabilitatives Team. In unserer Klinik zählen dazu die Ärzte, die Pflege sowie die drei Fachbereiche Physiotherapie, Ergotherapie, Sprachtherapie.

Die Aufgaben der Ärzte

Die Ärzte sichern bei unseren Patienten die lebensnotwendigen Körperfunktionen, behandeln Komplikationen, führen ergänzende Diagnostik zur Grunderkrankung durch. Diagnostik und Therapie wird auch unter dem Gesichtspunkt funktioneller und Aktivitäts-bezogener Aspekte durchgeführt: z.B. Untersuchung zu Schluckstörungen, Depressionen bei schweren Erkrankungen. Bei der Auswahl der Therapie, besonders der medikamentösen, wird auf rehabilitative Aspekte Rücksicht genommen. Die Ärzte führen und koordinieren das gesamte rehabilitative Team. Eine weitere wichtige Aufgabe der ärztlichen Mitarbeiter ist die Aufklärung der Angehörigen über Krankheitsverlauf, Potential der Patienten zum Bewältigen des Alltags, Prognose der Teilhabe am sozialen Leben.

Die Arbeit der Pflegekräfte

Unsere Pflegekräfte arbeiten nach dem Prinzip der reaktivierenden und stimulierenden Pflege. Dabei ist neben der Grundpflege das Ziel die frühzeitige Mobilisierung des Patienten, die Wiedergewinnung der Raumorientierung und der Aufbau von Sprache und Alltagsaktivitäten. Gleichzeitig unterstützen sie den Patienten, eingetretene Behinderungen an bevorstehende Alltagsaktivitäten zu adaptieren und weitgehende Selbständigkeit und Unabhängigkeit wiederzugewinnen.

Die Physiotherapie

Der Schwerpunkt der Physiotherapie (Krankengymnastik) ist:

  • Die Förderung von Aktivitäten der Grob- und Feinmotorik sowie Wahrnehmung auf neurophysiologischer Basis und unter funktionellen Aspekten.
  • Erhalt und Wiederherstellung möglichst vieler natürlicher Funktionen im somatischen Bereich. Schulung von Ersatzfunktionen.
  • Anwendung von Maßnahmen der physikalischen Therapie. Spastik- und Kontraktur-behandlung, Biofeedback-Trainingsmethoden sowie mit Redressionsgipsserien. Patientenlagerung. Lagerungsschienen.
  • Förderung der Selbständigkeit (ADL) in allen Entwicklungsphasen des Patienten. Gestaltung des Patientenzimmers unter funktionellen Aspekten.

Je nach Schweregrad des Krankheitsbildes arbeiten bis zu 3 Therapeuten gleichzeitig mit dem Patienten.

Die Logopädie oder Sprachtherapie

Schwerpunkt der Sprachtherapie (Logopädie) ist die Wiederherstellung kommunikativer Fähigkeiten und die funktionelle Behandlung bei Schluckstörungen. Logopäden unterstützen die Patienen bereits in früher Phase durch Sprach- und Sprechanbahnung einschließlich des faziooralen Trainings. Bei starken Schädigungen der sprachlichen Verständigung werden computerunterstützte Kommunikationssysteme angepasst.

Im einzelnen bedeutet dies:

  • die Behandlung von Sprachstörungen (Aphasien) in allen Modalitäten
  • die Therapie von Störungen der Sprechmotorik und
  • Behandlung der Störungen des faziooralenTraktes bei Schluckstörungen (Dysphagien)

Sind die sprachlichen Output-Kanäle durch motorische Behinderungen ausgefallen, werden von den Sprachtherapeuten substituierende Verfahren angepasst (computerunterstützende Kommunikationshilfen). In Kooperation mit den anderen Berufsgruppen werden Defizite fachübergreifend, z.B. bezüglich (Sprech-) Atmung, neuropsychologisch kognitiven Leistungen, umfassend behandelt. Musiktherapeutische Aspekte fließen ebenfalls in die Behandlung mit ein.

Die Ergotherapie

Schwerpunkt der Ergotherapie ist die Förderung des Patienten im lebenspraktischen Bereich. Dies bedeutet im einzelnen:

  • Training der Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL): z.B. Selbständigkeit beim Essen und Trinken, bei der Körperpflege, beim An- und Auskleiden, beim Fahren des Rollstuhls.
  • Neuropsychologische Therapie und Hirnleistungstraining, u.a. mit speziellen Computerprogrammen (RehaCom): z.B. Orientierungstraining, Verbesserung der Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistungen, Förderung der visuellen Wahrnehmung (z.B. bei Neglect) wie auch Entwicklung von sinnvollen Handlungsfolgen (Apraxie)
  • Neurophysiologische Therapie: z.B. Verbesserung der Rumpfstabilität und -aktivität, Bewegungsanbahnung und -verbesserung im Bereich der oberen Extremität (Arm-/Handfunktion), Erarbeiten der Feinmotorik, Tonusregulation, Verbesserung der Körperwahrnehmung und -sensibilität.
  • Hilfsmittelversorgung und Hilfsmitteltraining mit dem Ziel gesteigerter Selbständigkeit
  • Gruppentherapie, dient u.a. zur sozialen Aktivierung und Interaktion.

 

Zur Erweiterung des Therapiekorridors und um den funktionellen Bedürfnissen der Patienten gerecht werden zu können, ist eine versetzte Arbeitszeitregelung mit einem Früh- und einem Spätdienst eingerichtet. Gemeinsame Aufgabe aller Therapeuten (Krankengymnastik, Ergo-, Sprachtherapie) ist die Anleitung der Angehörigen.

Ein großer Teil unserer Patienten erreicht nach einer individuell angepassten Therapiezeit die Voraussetzung, um die Rehabilitation in der nachfolgenden Phase C fortführen können. Patienten, bei denen eine rehabilitative Therapie nicht mehr unter medizinisch apparativer Überwachung nötig ist, oder solche, bei denen nach dem mentalen Training keine Selbst- oder Fremdgefährdung mehr vorliegt, werden direkt in die weiteren Versorgungsstufen (Phase C, D, E) verlegt oder werden sogar direkt in die häusliche Umgebung entlassen.