Nach einer OP: Die postoperative Betreuung

Dauer und Ausmaß der postoperativen Betreuung richtet sich nach dem operativen Eingriff und den bestehenden Vorerkrankungen.

Nach Eingriffen in lokaler Betäubung (Regionalanästhesie) kann eine sofortige Verlegung auf Normalstation in Betracht gezogen werden. Größere Eingriffe und solchen, die in Vollnarkose (Allgemeinanästhesie) durchgeführt worden sind, erfordern eine entsprechende Überwachung im Aufwachraum. Im Aufwachraum unseres Instituts können bis zu 14 Patienten gleichzeitig betreut werden. Die Anwesenheit vom geschultem Pflegepersonal und eines Arztes gewährleisten die sichere Behandlung von postoperative Schmerzen sowie sämtliche Komplikationen, die nach einem operativen Eingriff auftreten können.

Akutschmerzdienst

Komplexe Schmerztherapie nach der Operation / Der Akutschmerzdienst

Sollten Sie einen hohen Schmerzmittelbedarf haben, so gibt es die Möglichkeit, Sie noch im Aufwachraum mit einer sogenannte Schmerzpumpe vertraut zu machen. Diese sogenannte PCA (Patient-Controlled-Analgesia) in Form einer tragbaren Infusionspumpe gibt dem Schmerzpatienten die Möglichkeit, selbst auf seine Schmerztherapie einzuwirken. Sie können sich nach subjektiven Empfinden, nach einem vom Arzt programmierten Schema per Knopfdruck eine bestimmte Menge Schmerzmittel selbst verabreichen.

Sollte Ihnen vor der Operation ein Schmerzkatheter gelegt worden sein (siehe Regionalanästhesie), wird Ihnen darüber auch nach der Operation kontinuierlich Schmerzmittel zugeführt. Sie werden dann durch unseren postoperativen Akutschmerzdienst weiter betreut. Dieser wird durch Ärztinnen/Ärzte unserer Abteilung regelmäßig durchgeführt und ist über 24 Stunden erreichbar. Durch die regelmäßigen "Schmerzvisiten" können individuelle Bedürfnisse und Besonderheiten berücksichtigt und die Schmerztherapie jederzeit angepasst werden.

Postoperative Schmerztherapie

Ihr Narkosearzt trägt dafür Sorge, dass Sie während der Operation keine Schmerzen verspüren. Erfahrungsgemäß treten jedoch nach der Operation häufig noch Schmerzen auf, die von Patient zu Patient unterschiedlich stark sein können. Daher werden Sie nach größeren Operationen oder bei stärkeren Schmerzen nach der Operation durch den postoperativen Schmerzdienst betreut. Zur Behandlung der durch die Operation bedingten Schmerzen gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Nach kleineren chirurgischen Eingriffen ist häufig ein Zäpfchen mit einem schmerzlindernden Effekt ausreichend. Nach größeren Eingriffen, wie z.B. einer Operation am Magen, dem Darm, der Lunge oder der Leber sind jedoch in der Regel stärkere Schmerzmittel, die auf unterschiedlichen Wegen in den Körper gelangen, notwendig.

Mit der Schmerztherapie über einen Periduralkatheter (PDK) und der Schmerztherapie über eine PCA (Patienten-Controllierte Analgesie) möchten wir Ihnen folgende Verfahren näher vorstelle

PCA (Patientenkontrollierte Analgesie) PCA-Pumpe

Die PCA-Technik ermöglicht es Ihnen, sich selbst Schmerzmittel über eine computergestützten Pumpe zu geben. Sie selbst entscheiden bei der PCA darüber, wann Sie sich ein Schmerzmittel geben. Wenn die Schmerzen so stark werden, dass Sie ein Schmerzmittel erhalten möchten, müssen Sie lediglich einen Knopf drücken und eine kleine Menge eines Schmerzmittels wird über den Venenzugang (Tropf) von der Pumpe verabreicht. Sie sollten aber immer nur dann auf den Knopf drücken, wenn der Schmerz eine Stärke erreicht hat, die für Sie nicht mehr akzeptabel erscheint. Insbesondere sollten die Schmerzen nicht so stark werden, dass Sie am tiefen Durchatmen oder Husten gehindert werden.

Kann ich mir mit der Schmerzpumpe zuviel Schmerzmittel geben?

Nein, denn die Pumpe ist von Ihrem Narkosearzt so programmiert worden, dass jeweils nur eine kleine Menge abgegeben wird. Diese Menge wird speziell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt. Zusätzlich ist ein Mindestabstand von 10 Minuten einprogrammiert. Das heißt: Wenn sie bereits nach 2 Minuten erneut auf den Knopf drücken, wird vorübergehend keine weitere Injektion erfolgen. Die Pumpe ist gesperrt. Zudem sind Höchstmengen einprogrammiert, so dass eine bestimmte Menge innerhalb von festgelegten Zeitgrenzen nicht überschritten werden kann. Sie behalten die Schmerzpumpe so lange, wie Sie selbst und Ihr behandelnde Arzt dieses für nötig erachten. Sobald Sie wieder Essen und Trinken können, kann die Schmerzbehandlung in der Regel mit Tropfen oder Tabletten erfolgen.

Wie schnell wirkt die PCA?

Eine erste Schmerzlinderung sollte schon nach spätestens 5-10 Minuten spürbar werden.

Gibt es Nebenwirkungen?

Kein wirksames Medikament ist völlig frei von Nebenwirkungen. So können auch Medikamente, die über die PCA-Pumpe verabreicht werden, Nebenwirkungen zeigen. Diese sind allerdings vergleichsweise selten. Gelegentlich können als Nebenwirkungen Übelkeit oder Müdigkeit auftreten.

Führt die PCA-Pumpe zur völligen Schmerzlosigkeit?

Nein. Sie werden zumindest in der ersten Phase nach der Operation nicht völlig schmerzlos sein. Die PCA-Pumpe wird Ihnen aber helfen, den Schmerz auf ein gut erträgliches Niveau zu senken. Vielen Patienten ist es dabei besonders wichtig, selbst zu entscheiden, wann eine Schmerzbehandlung nötig ist oder nicht. Eine völlige Schmerzfreiheit ist häufig nur mit sehr hohen Mengen von Schmerzmitteln zu erreichen, die dann auch entsprechende Nebenwirkungen haben können.

An wen kann ich mich bei Problemen wenden?

Wenn Sie eine Schmerzbehandlung mit PCA oder über einen PDK erhalten, werden Sie täglich von einem Kollegen des Schmezdienstes besucht. Dieser erkundigt sich nach Ihrem Befinden, nach der Wirksamkeit der Schmerzbehandlung und nach möglichen Nebenwirkungen. Zudem ist ein Arzt dieses Teams rund um die Uhr über Funkruf erreichbar. Wenn Sie Fragen bezüglich Ihrer Schmerzbehandlung haben, wenden Sie sich bitte zunächst an die Stationsschwestern und -pfleger oder Ärzte oder fragen Sie den Narkosearzt beim Aufklärungsgespräch vor der Operati

PDK (Periduralkatheter)

Welches Verfahren ist für mich am besten - PCA oder PDK?

Es kommt darauf an... . Nicht nach jedem operativen Eingriff lässt sich z.B. eine Schmerzbehandlung über einen PDK durchführen. Die Schmerztherapie über einen PDK bietet sich vor allem an nach Operationen am Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse und größeren Eingriffen an den Beinen, der Hüfte oder dem Knie an. Alternativ ist nach allen ausgedehnteren Operationen auch eine Schmerztherapie als PCA sinnvoll und möglich. Ihr Narkosearzt wird beim Aufklärungsgesprach am Tag vor der Operation mit Ihnen die Möglichkeiten und die für Sie am besten geeignete Lösung besprechen.

An wen kann ich mich bei Problemen wenden?

Wenn Sie eine Schmerzbehandlung mit PCA oder über einen PDK erhalten, werden Sie täglich von einem Kollegen des Schmerzdienstes besucht. Dieser erkundigt sich nach Ihrem Befinden, nach der Wirksamkeit der Schmerzbehandlung und nach möglichen Nebenwirkungen. Zudem ist ein Arzt dieses Teams rund um die Uhr über Funkruf erreichbar. Wenn Sie Fragen bezüglich Ihrer Schmerzbehandlung haben, wenden sie sich bitte zunächst an die Stationsschwestern und -pfleger oder Ärzte oder fragen Sie den Narkosearzt beim Aufklärungsgespräch vor der Operati

Katheterbasierte periphere Nervenblockaden

Bei den peripheren Nervenblockaden werden mit speziellen Injektionsnadeln gezielt einzelne Nerven aufgesucht und mit einem örtlichen Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) betäubt. In der Regel setzen wir die peripheren Nervenblockaden zur postoperativen Schmerztherapie ein, um Ihnen eine schmerzfreie Zeit nach der Operation zu ermöglichen. Die Verwendung von Kathetern erlaubt die kontinuierliche Gabe von Lokalanästhetika über eine Infusionspumpe und gewährleistet damit eine Schmerzfreiheit bzw. Schmerzreduktion über mehrere Tage.

Zum sicheren Aufsuchen der Nervenstämme verwenden wir ein Ultraschallgerät bzw. einen elektrischen Nervenstimulator. Bei der letzteren wird ein spezieller Nervenstimulator mit der Injektionsnadel verbunden und sendet schwache elektrische Impulse aus. Die korrekte Lage der Nadel wird durch unwillkürliche Muskelzuckungen der von den Nerven versorgten Muskeln verifiziert.

Folgende periphere Nervenblockaden führen wir durch:

  • Blockade des Armplexus im Halsbereich zur postoperativen Schmerztherapie nach Schulter und Oberarmoperationen
  • Blockade des Armplexus in Höhe des Schlüsselbeins oder in der Axilla
  • Blockade des N. ischiadicus und N. femoralis (Oberschenkelnerv) zur postoperativen Schmerztherapie nach Kniegelenksersatz
  • Blockade des N. ischiadikus zur postoperativen Schmerztherapie nach Operationen am Fuß
  • Vorfußblockade zur postoperativen Schmerztherapie nach Operation am Vorfuß