Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

Allgemeine Fragen

Warum darf ich vor der Operation nichts essen und trinken?

Durch die Narkose werden neben dem Bewusstsein und der Schmerzempfindung auch die Schutzreflexe (z.B. Schluck- und Hustenreflex) ausgeschaltet. Es besteht daher die Gefahr, dass Mageninhalt in den Rachen gelangt, eingeatmet wird und eine schwere Lungenentzündung hervorruft. Diese Gefahr ist um so größer, je größer der Mageninhalt ist, d.h. je kürzer die letzte Mahlzeit zurückliegt. Deshalb ist die Einhaltung gewisser Verhaltensregeln von besonderer Bedeutung:

  • Essen nur bis 6 Stunden vor der Anästhesie
  • Trinken nur bis 2 Stunden vor der Anästhesie (Wasser oder klare Flüssigkeit)
Darf ich meine Medikamente weiter einnehmen?

Im Prämedikationsgespräch mit dem Anästhesisten legt dieser genau fest, welche Medikamente am Tag der Operation weitergegeben und welche pausiert werden sollen. Einzunehmende Tabletten können auch kurz vor der Operation mit einem Schluck Wasser eingenommen werden.

Warum darf ich vor der Operation nicht rauchen?

Rauchen regt die Magensaftproduktion an. So kann es trotz fehlender Nahrungsaufnahme (Nüchternheit) zu einer großen Ansammlung von potentiell gefährlichem Magensekret kommen.

Bekomme ich Bluttransfusionen?

Nur wenn unbedingt nötig. Bei den meisten Operationen kommt es selten oder nie zu einem so großen Blutverlust. Zu Recht sind Anästhesisten heute viel zurückhaltender mit der Gabe von Blut als sie es noch vor 20 Jahren waren. Alles Blut wird auf HIV, Hepatitis B und C und andere Erreger getestet. Aber kein Test ist 100% genau und dies ist ein Grund, warum nicht leichtfertig Blut gegeben wird.

Wenn Sie aus religiösen Gründen Bluttransfusionen ablehnen (wie das beispielsweise viele – aber nicht alle – Zeugen Jehovas tun) und eine Operation vor sich haben, bei der Transfusionen häufiger nötig sind (wie Herz, große Gefäße, Magen/Darm, Gelenkprothesen), so besprechen Sie Ihre Vorstellungen mit dem Anästhesisten. Wir wollen dann genau von Ihnen wissen, welche Art von Blutprodukten Sie zulassen und welche nicht. Unser Institut verfügt über alle heute bekannten Methoden, den Blutverlust zu minimieren oder das Blut aufzufangen und gleich gewaschen wieder zurück zu geben.

Ein Verwandter hatte bei der Narkose Schwierigkeiten. Kann das auch mir passieren?

Es gibt zwei vererbte Probleme, die für den Anästhesisten von Bedeutung sein können. Beide sind sehr selten.

Das eine ist ein Syndrom namens "maligne Hyperthermie", die durch bestimmte Narkosemittel ausgelöst werden kann. In diesem Fall hätte Ihr (blutsverwandter) Familienangehöriger während oder unmittelbar nach der Narkose unter anderem plötzliches hohes Fieber bekommen. Ihr Anästhesist braucht dann noch genauere Informationen, was los war, um zu entscheiden, ob besondere Vorkehrungen in Ihrem Fall zu treffen sind.

Manche Menschen können das Medikament Succinylcholin, welches öfter zur Muskelerschlaffung verwendet wird, nicht normal abbauen. Dadurch kann die Wirkung um Stunden länger andauern als normal. Man nennt dies "atypische" oder "fehlende Cholinesterase" und es betrifft 1 von 3000 Personen. Patienten, die nach einer Narkose unter extremer Schwäche litten, können dieses Problem haben. Auch hier kann anhand der Details dessen was vorgefallen ist, entschieden werden, ob und welche Vorsichtsmaßnahmen angebracht sind.

Ich habe eine Herzerkrankung. Sollte ich besorgt sein?

Anästhesisten haben sehr häufig mit Patienten zu tun, die schwer herzkrank, lungenkrank oder nierenkrank sind oder alle möglichen anderen Grunderkrankungen haben. Sie wissen, wie damit umzugehen ist, weil sie nach dem Medizinstudium noch eine jahrelange Ausbildung durchlaufen, deren Ziel es ist, effektive Strategien für den Umgang mit diesen und anderen Problemen zu erlernen.

Je nachdem wird Ihnen Ihr Anästhesist eine Reihe von Fragen stellen zu Ihrem Herzen, seiner Leistungsfähigkeit und den Medikamenten, die Sie ggf. einnehmen. Mit diesen Informationen erstellt er einen Plan, damit Ihr Narkose- und Operationsrisiko auf das absolute Minimum beschränkt bleibt. Manchmal stellt sich dabei heraus, dass noch weitere Tests oder Konsultationen vor der Operation nötig sind.

Ich habe einen losen Zahn. Ist das ein Problem?

Ihr Narkosearzt will über lose Zähne, Zahnprothesen, Brücken oder Kronen Bescheid wissen, besonders wenn sie die Schneidezähne betreffen. Vor der Narkose müssen Sie bestätigen, dass Sie über die Möglichkeit von Zahnschäden aufgeklärt wurden, weil solche auch bei sorgfältigem Arbeiten in ungefähr 3 von 1000 Fällen auftreten. Unter Umständen kann es bei einem sehr wackeligen Zahn sogar besser sein, ihn vor der Narkose zu ziehen. Dadurch verhindert man, dass er während der Intubation wohlmöglich in die Lunge rutscht.

Was ist, wenn ich gegen ein Medikament allergisch bin?

Allergische Reaktionen können mit jedem Medikament auftreten. Also auch mit Betäubungsmitteln wie Thiopental, Propofol oder Succinylcholin. Nicht selten kommt es bei Patienten zu Urticaria (Nesselfieber) und Hautrötungen. Ein anaphylaktischer Schock ist dagegen sehr viel seltener. Dieser zeigt sich durch einen sehr niedrigen Blutdruck, Herzrasen, Asthma und Hauterscheinungen. Ihr Anästhesist ist darin ausgebildet, diese Art von Problemen rasch zu erkennen und zu behandeln.

Fragen zur Allgemeinanästhesie (Vollnarkose)

Wache ich während der Operation wirklich nicht auf?

Nachdem Sie eingeschlafen sind, überprüft Ihr Anästhesist ständig neben den lebenswichtigen Organfunktionen auch die Narkosetiefe. Mit Hilfe der heute verfügbaren Medikamente kann er sie sehr genau und rasch regulieren. Sie brauchen sich also keine Sorgen zu machen, dass Sie während der Operation wach werden.

Wie wird sichergestellt, dass ich während der Operation nicht aufwache?

Bewusstsein unter Anästhesie ist selten. Es tritt nur bei ungefähr einem von hundert Patienten auf. Ihr Anästhesist überwacht eine Vielzahl von klinischen Zeichen, anhand derer er beurteilen kann, wie tief Sie schlafen. Dazu gehören die Herzfrequenz, der Blutdruck, die Antwort auf chirurgische Stimulation, Ihr Gesichtsausdruck und noch andere Dinge. Etwas häufiger kommt Wachheit bei Vollnarkosen zu Kaiserschnittoperationen vor, wo der Anästhesist die Anästhesietiefe auf einem Minimum hält, um das Baby möglichst munter zu haben. Ähnlich verhält es sich manchmal bei Patienten nach großem Blutverlust, wo aus Rücksicht auf den Blutdruck nur sehr wenig Betäubungsmittel gegeben werden können. Aber: Die wenigen Patienten mit Wachheit während der OP behalten meistens keine schlimmen Erinnerungen zurück! Wenn es Ihnen so vorkommt, als hätten Sie während der Narkose "etwas mitgekriegt", so sprechen Sie Ihren Anästhesisten bitte darauf an.

Kann es passieren, dass ich nicht mehr aufwache?

Die Anästhesie ist heute so sicher wie nie zuvor. Dennoch können in seltenen Fällen Komplikationen auftreten. Das Risiko hierfür wird weniger von der Anästhesie selbst, als vielmehr von Begleiterkrankungen des Patienten und von der Art der Operation bestimmt. Für körperlich belastbare Patienten, die sich einem begrenzten Eingriff unterziehen müssen, ist das Risiko jedoch äußerst gering.

Wie weiß der Anästhesist, dass während der Operation mit mir alles in Ordnung ist?Ihr Anästhesist behält die ganze Zeit eine Vielzahl von Sachen im Auge: Blutdruck, Herzfrequenz, Sauerstoff im Blut, Körpertemperatur und je nachdem noch diverse weitere technische Monitore. Aber auch der Patient wird laufend direkt beobachtet, um Veränderungen der Hautfarbe oder Schwitzen zu bemerken. Der Anästhesist bleibt die ganze Zeit bei Ihnen. Darüber hinaus kann er oder sie jederzeit noch Verstärkung nachfordern, falls einmal ein Patient große Schwierigkeiten macht.

Kann mir nach der Operation übel werden?

Übelkeit und Erbrechen waren in früheren Zeiten sehr häufige Nebenwirkungen von Vollnarkosen. Die modernen Narkosemedikamente führen in wesentlich geringerem Maße zu Übelkeit und verhindern sie sogar zum Teil. Dennoch können wir leider auch heute noch keine Gewähr für ein Aufwachen ohne Übelkeit geben. Man weiß jedoch von bestimmten Faktoren, die das Auftreten von Übelkeit und Erbrechen auslösen können (z.B. schon mal stattgefundene Übelkeit nach Narkose). Im Prämedikationsgespräch versucht der Anästhesist, das individuelle Risiko für eine solche Postoperative Übelkeit vorherzubestimmen. Abhängig davon kann man durch die prophylaktische Gabe bestimmter Medikamente vor und während der Narkose einen Schutz bewirken. Zusätzlich besteht auch im Aufwachraum die Möglichkeit, medikamentös die Übelkeit einzuschränken.

 

Wann bin ich wieder richtig wach?

Schon wenige Minuten nach Ende der Operation können Sie selbst wieder ausreichend atmen und wir können uns mit Ihnen verständigen. Bis Sie wieder wach genug für Aktivitäten, wie Lesen, Fernsehen u. ä. sind, vergehen jedoch häufig mindestens eine, nicht selten mehrere Stunden.

Werde ich nach der Operation starke Schmerzen haben?

Schmerzen nach einer Operation sind abhängig von der Art des Eingriffs. Auch wenn Schmerzen nicht immer vollständig vermeidbar sind, kann man sie mit heutigen Medikamenten auf ein erträgliches Maß reduzieren. Im Aufwachraum wird für eine ausreichende Schmerztherapie für die Phase direkt nach der Operation gesorgt. Der Anästhesist sorgt für eine weitgehende Schmerzfreiheit nach der Operation, indem er Schmerzmedikamente schon einige Zeit vor Ende der Operation verabreicht. Im Aufwachraum wird neben der Überwachung besonderer Wert auf die Schmerztherapie gelegt. Erst wenn die Schmerzen in einem für Sie tolerablem Rahmen liegt, verlegen wir Sie auf Normalstation.

Bei bestimmten größeren Operationen kann ein Periduralkatheter (PDK) (Regionalanästhesie) für die Operation und für die Schmerztherapie nach der Operation gelegt werden. Wenn starke Schmerzen nach einer Operation zu erwarten sind oder wenn Sie unerwartet viel Schmerzmittel im Aufwachraum benötigen, können Sie auch mit einer Schmerzpumpe (PCA) von uns versorgt werden. Der Akutschmerzdienst betreut Sie in diesen Fällen rund um die Uhr.

Wann kann ich wieder essen und trinken?

Frühzeitige Zufuhr von Flüssigkeit und fester Nahrung nach einer Anästhesie führt häufig zu Übelkeit und Erbrechen. Im eigenen Interesse sollten Sie daher mit dem Trinken mindestens zwei Stunden, mit der Aufnahme fester Nahrung mindestens vier Stunden warten. Nach Operationen im Bauchraum verlängern sich diese Zeitintervalle zum Teil um ein mehrfaches.

Wann kann ich nach einem ambulanten Eingriff nach Hause gehen?

Zur engmaschigen Überwachung werden Sie je nach Eingriff einige Zeit im Aufwachraum verbringen und anschließend auf die Aufnahmestation zurückgebracht. Bitte melden Sie sich rechtzeitig, falls Sie Schmerzen oder Übelkeit verspüren, damit wir Ihnen ein Medikament dagegen verabreichen können. Sobald Ihr Zustand stabil ist, dürfen Sie nach einigen Stunden nach Hause gehen (weitere Informationen unter Ambulante Operationen).

Fragen zur Regionalanästhesie (Teilnarkose)

Reicht die Betäubung für die Zeit der Operation aus?

Ja, normalerweise reicht die Regionalanästhesie für die Zeit der Operation aus. Falls die Operation doch einmal länger dauert als geplant, müssen Sie keine Schmerzen haben. Sollte die Betäubung abklingen, so können Sie zusätzlich über die Infusion Schmerzmittel erhalten. Auch der Übergang auf eine Allgemeinanästhesie ist jederzeit möglich.

Ich möchte lieber schlafen. Schließt das eine Regionalanästhesie aus?

Nein! Auf Wunsch können Sie zusätzlich zur Regionalanästhesie ein leichtes Schlafmittel erhalten. Die Erinnerung an die Operation ist danach nur schwach, das heißt, die Patientin/der Patient hat das Gefühl, sie/er hätte während der Operation geschlafen. Sie/er schläft jedoch nicht so tief wie bei einer Vollnarkose. Eine künstliche Beatmung ist also nicht notwendig.

Ich habe Angst vor Nadeln. Ist eine Regionalanästhesie nicht schmerzhaft?

Normalerweise ist die Durchführung einer Regionalanästhesie kaum schmerzhaft. Vor der eigentlichen Punktion wird in der Regel die Einstichstelle örtlich betäubt. Im Bedarfsfall geben wir Ihnen gerne ein kurzwirksames Beruhigungsmittel sowie ein vorbeugendes Schmerzmittel, um Ihnen die Situation so angenehm wie möglich zu machen. Außerdem haben Regionalanästhesien den Vorteil, dass in der ersten Zeit nach der Operation keine Schmerzen auftreten, solange die Nervenblockade wirkt.

Kann ich bei der Operation zusehen?

Bei jeder Operation muss das Eindringen von Bakterien und anderen schädlichen Keimen in die Wunde mit allen Mitteln verhindert werden. Die Haut wird daher sorgfältig desinfiziert, das Operationsfeld nach allen Seiten mit sterilen (keimfreien) Tüchern abgedeckt. In der Regel können Sie daher nicht bei der Operation zusehen.

Kann ein bleibender Schaden durch die Regionalanästhesie entstehen?

Alle für die Regionalanästhesie verwendeten Materialien und Medikamente wurden speziell im Hinblick darauf entwickelt, das Risiko einer Nervenschädigung möglichst auszuschließen. Bleibende Schäden sind daher heute extrem selten.

Ist eine Regionalanästhesie sicherer als eine Vollnarkose?

Grundsätzlich wird das Anästhesieverfahren angewandt, das für die Patientin / den Patienten das höchste Maß an Sicherheit bietet. Obwohl die Sicherheit bei Regionalanästhesie und Vollnarkose für den gesunden Patienten etwa gleich groß ist, empfiehlt sich in manchen Situationen jedoch eher eine Regionalanästhesie. Die für Sie zuständige Narkoseärztin / der Narkosearzt wird Sie entsprechend informieren. In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass die Wirkdauer der Regionalanästhesie nicht ausreicht oder die Ausbreitung zu groß ist. In diesen Situationen muss dann auf die Vollnarkose ausgewichen werden. 

Fragen zur postoperativen Schmerztherapie

Die Vermeidung und Behandlung postoperativer Schmerzen ist uns ein besonderes Anliegen. Schmerzen nach Operationen müssen nicht sein. Ihr Narkosearzt trägt dafür Sorge, dass Sie während und nach der Operation keine Schmerzen verspüren. Bereits im Vorbereitungsgespräch legt der Narkosearzt gemeinsam mit Ihnen die für Sie notwendige Schmerztherapie fest. Hier erhalten Sie einige Informationen, welche Verfahren zur postoperativen Schmerztherapie existieren.

Kann man Schmerzen messen?

Da Schmerz ein subjektives Erlebnis ist und von keinem Beobachter objektiv beurteilt oder nachempfunden werden kann, wird häufig eine Schmerzskala zur Einschätzung Ihrer individuellen Schmerzintensität eingesetzt. Dadurch kann die für Sie notwendige Dosierung des Schmerzmittels ermittelt werden und die optimale Schmerztherapie erfolgen.

Schmerztherapie nach kleinen Operationen

Nach kleineren Operationen erhalten Sie das Schmerzmittel in ausreichender Menge entweder in Form einer Spritze, von Tabletten und Tropfen oder als Infusion.

Schmerztherapie nach großen Operationen

Nach größeren Eingriffen wird die Schmerztherapie sofort nach der Operation im Aufwachraum oder auf der Intensivstation mit der Injektion eines starken Schmerzmittels (Opioide), mit Regionalanästhesie oder mit einer PCA-Pumpe begonnen und auf Ihren Bedarf eingestellt.

Regionalanästhesie - was ist das?

Hierbei handelt es sich um ein sog. Katheterverfahren (Schmerzkatheter). Dabei wird ein dünner Kunststoffschlauch (Katheter) durch eine Spezialnadel in die Nähe des zu betäubenden Nerven platziert. Dieser Katheter wird bereits im Operationssaal gelegt. Über den Katheter kann mittels einer speziellen Medikamentenpumpe ein Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) kontinuierlich an den Nerven gegeben werden und so über einen langen Zeitraum eine Schmerzfreiheit erzielt werden. Folgende Regionalanästhesieverfahren eignen sich hierfür:

  • Periduralanästhesie (PDA)
  • Anästhesie eines Nervengeflechts (Plexusanästhesie)
PCA - Was ist das?

Diese Spritzenpumpe ist mit Ihrer Venenverweilkanüleverbunden und mit einem starken Schmerzmittel gefüllt. Sie selbst entscheiden darüber, wann Sie sich eine Dosis abfordern. Werden die Schmerzen wieder stärker, so müssen Sie lediglich den Hebel betätigen und können sich so eine zuvor eingestellte Dosis zuführen. Die Pumpe verfügt über eine Sicherheitsvorrichtung, um eine Überdosierung auszuschließen.

PDA - Was ist das?

Bei der Periduralanästhesie (PDA) wird ein Katheter in den Periduralraum, der sich an der Wirbelsäule befindet, gelegt. Dadurch werden die zum Rückenmark führenden schmerzleitenden Nervenfasern ausgeschaltet. Das Bewusstsein wird dadurch nicht beeinflusst. Nach der Injektion kann es zu einem Taubheitsgefühl, einem Wärmegefühl und auch zu einer Muskelschwäche an den Beinen kommen. Diese Beeinträchtigungen klingen jedoch nach einiger Zeit wieder ab und sind kein Grund zur Beunruhigung.

Plexusanästhesie - Was ist das? 

(an Hand der axillären Plexusanästhesie erklärt) 
Nach einer örtlichen Betäubung der Haut wird mit Hilfe eines Nervenstimulators die Gefäßnervenscheide des Armes (Armplexus) mit einer Nadel aufgesucht. Muskelzuckungen des Armes, die als Elektrisieren empfunden werden, zeigen die richtige Lage der Kanüle an. Nach Einspritzen des Betäubungsmittels wird der Arm nach ca. 15 Minuten warm, gefühllos und schmerzunempfindlich. Dieser Zustand hält eine bis mehrere Stunden an. Danach kehrt das Gefühl und die Beweglichkeit wieder zurück.

Ähnlich wird die Anlage anderer Plexusanästhesien durchgeführt. Bei allen Verfahren ist es möglich einen Kunststoffkatheter einzulegen. Dieser Katheter kann mehrere Tage liegen bleiben, um darüber die Schmerzen nach Operationen zu behandeln. Außerdem ist es mit Hilfe des Katheters möglich, schmerzhafte krankengymnastische Übungen durchzuführen.

An wen kann ich mich bei Problemen wenden?

Wenn Sie eine Schmerzbehandlung mit einem Periduralkatheter oder Katheterregionalanästhesieverfahren erhalten, werden Sie täglich von einer "Pain nurse" oder einem ärztlichen Mitarbeiter des Instituts für Anästhesiologie besucht. Diese erkundigen sich nach Ihrem Befinden, nach der Wirksamkeit der Schmerzbehandlung und nach möglichen Nebenwirkungen. Bei Bedarf wird die Dosierung des Schmerzmittels erhöht.