Forschung

Das Institut für Anästhesiologie und Notfallmedizin betätigt sich aktiv in verschiedenen Forschungsgruppen mit Schwerpunkt im Bereich Notfallmedizin. Besonders soziale Einflussfaktoren und die Epidemiologie von Notfalleinsätzen stehen im Fokus. Unsere Schwerpunkte der klinischen Forschung sind

  • Soziale Einflussfaktoren und die Epidemiologie von Notfalleinsätzen
  • Notfallerkennung und -assistenzsysteme

Mitarbeiter der Abteilung sind an verschiedenen nationalen sowie internationalen Forschungsprojekten beteiligt. In den von der EU- Kommission geförderten Projekten EMERGE und OASIS werden Systeme entwickelt, welche die Erkennung und Prävention von Notfällen mit Hilfe ambienter Assistenztechnologie ermöglicht und in das Wohnumfeld älterer Menschen integriert ist.

In Kooperation mit dem Fraunhoferinstitut IESE hat das Institut für Anästhesiologie und Notfallmedizin in das Projekt „Deutsches Zentrum für Notfallmedizin und Informationstechnologie“ (DENIT) initiiert, welches durch das Ministerium des Inneren und des Sport sowie das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz gefördert wird. Wesentliche Aufgaben von DENIT sind eine unabhängige Politikberatung im Bereich der Notfallmedizin, notfallmedizinische Versorgungs- und Systemforschung sowie die Entwicklung und Durchführung von Fortbildungskonzepten für Notärzte und Rettungsdienstfachpersonal.

Darüber hinaus nimmt das Institut für Anästhesiologie und Notfallmedizin als registriertes Mitglied im Reanimationsregister an der Dokumentation und Auswertung präklinischer sowie innerklinischer Reanimationen teil.

ROSETTA: IT-Technik für ältere Menschen

ROSETTA - Guidance and Awareness Services for Independant Living

Die Problematik: Unsere alternde Gesellschaft wird, neben anderen Herausforderungen, mit einer wachsenden Zahl an Menschen mit chronisch progressiv verlaufenden Erkrankungen konfrontiert. Derzeit lebt die Mehrzahl dieser Menschen in häuslicher Umgebung, unterstützt durch Familienangehörige. Ca. 30 % leben in Pflegeeinrichtungen. Der Anteil an Älteren mit chronischen Erkrankungen, die noch zu Hause leben, wird in den nächsten Dekaden weiter steigen, da entsprechende Pflegeeinrichtungen nicht ausreichend zu Verfügung stehen werden. Konsekutiv wird die Belastung der Familienangehörigen wie ambulanten Pflegediensten stetig steigen. Berücksichtigt man den erwarteten Mangel an Pflegepersonal und die steigenden Kosten im Gesundheitswesen infolge der Überalterung der Gesellschaft, ist klar, dass die Betreuung und Versorgung Älterer mit chronischen Krankheiten nur schwer zu gewährleisten ist. Wenn hierfür keine Lösungen gefunden werden, wird die Lebensqualität dieser Menschen und ihrer pflegenden Angehörigen massiv beeinträchtigt werden.

Das Ziel von ROSETTA besteht darin, die Autonomie und Lebensqualität von zuhause lebenden Menschen so lange wie möglich zu erhalten und ihre pflegenden Familienangehörigen zu unterstützen. Um ein solches selbstbestimmtes unabhängiges Leben zu ermöglichen, soll ein IT-System entwickelt und angeboten werden, das Hilfe bei Alltagsaktivitäten und Erinnerungs- bzw. Überwachungshilfen anbietet.

Das vorgeschlagene System beinhaltet verschiedene Funktionalitäten wie beispielsweise die Überwachung der Aktivitäten durch eine Vielzahl unaufdringlicher Sensoren, die sich dadurch auszeichnen, dass sie nicht am Körper getragen werden müssen. Es wird erwartet, dass das System auch die Belastungen der betreuenden Familienangehörigen reduziert, indem die Notwendigkeit einer kontinuierlichen 24-stündigen Überwachung der Betroffenen reduziert wird. Somit trägt das System auch zur Steigerung der Lebensqualität der Betreuenden bei.

Neben dem Institut für Anästhesiologie und Notfallmedizin der Westpfalz-Klinikum GmbH sind auch Partner aus Belgien und den Niederlanden an dem Forschungsprojekt ROSETTA beteiligt.

OASIS: IT-Architektur für ältere Menschen

An dem Projekt OASIS (Open architecture for Accessible Services Integration and Standardisation), sind mehr als 30 Forschungspartner aus Deutschland und dem europäischen Ausland beteiligt.In dem Verbundprojekt soll ein innovatives System – eine Referenzarchitektur – entstehen, die verschiedene Dienste und Services zur Erhöhung der Lebensqualität älterer Menschen miteinander vernetzt und eine interoperable Nutzung dieser Dienste ermöglicht.

Die Rolle des Westpfalz-Klinikums besteht in der wissenschaftlichen Begleitung der Konzeption verschiedener Services im Bereich Health Monitoring und der Durchführung des sich daran anschließenden Feldversuchs.

Nähere Informationen zum Projekt OASIS und den daran beteiligten Partnern finden Sie auf der (englischsprachigen) Website und in dieser deutschsprachigen Präsentation.

EMERGE: für Notfälle zu Hause

Im Rahmen des durch die Europäische Union geförderten Projektes „Emergency Monitoring and Prevention“ (EMERGE) forschte das Institut für Anaesthesiologie und Notfallmedizin I unter Leitung von Prof. Dr. C. Madler gemeinsam mit weiteren europäischen Partnern nach Ansätzen und Lösungen, die das selbstbestimmte Wohnen älterer Menschen im eigenen Heim verlängern können.

EMERGE wurde am 1. Februar 2007 gestartet und endete mit einer äußerst positiven Resonanz aller Beteiligten nach insgesamt 33 Monaten am 31.10.2010.

Neben dem Institut für Anästhesiologie und Notfallmedizin I der Westpfalz-Klinikum GmbH arbeiteten an EMERGE acht weitere Forschungseinrichtungen bzw. Industrieunternehmen aus Deutschland (Fraunhofer IESE, Siemens AG, Microsoft European Innovation Center), der Schweiz (Art of Technology), Österreich (Medizinische Universität Graz), Griechenland (NCSR „Demokritos“, e-ISOTIS) und Ungarn (Bay Zoltan Foundation) an technischen Entwicklungen, aber auch an ganzheitlichen Ansätzen für die gesundheitliche Assistenz im Alter.

Ziel des Projektes war es, mit Hilfe von ambienter und unaufdringlicher Technologie Notfälle im eigenen Heim frühzeitig zu erkennen und bei Bedarf angepasste Hilfestellung zu leisten, beispielsweise das Absetzen eines Notrufes. Neben technischen Lösungen wurden dabei Modelle für komplette Systeme entwickelt, die sowohl das persönliche Umfeld als auch aufgenommene Sensordaten umfassen, und individuell auf die Bedürfnisse der betroffenen Personen zugeschnitten werden können.

Das Assisted-Living-Labor des Fraunhofer Instituts spielte als realistische Testumgebung eine Rolle bei der Integration prototypischer Lösungen. Weiterhin waren Feldtests in Pflegeheimen und betreuten Wohneinrichtungen in Deutschland und Griechenland vorgesehen, um Erfahrungen in der Praxis zu sammeln.

DENIT: Forschung für die Notfallmedizin

DENIT - Deutsches Zentrum für Notfallmedizin und Informationstechnologie

Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. Christian Madler, Westpfalz-Klinikum,
Prof. Dr. Dieter Rombach, Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering

Seit 1. Januar 2009 arbeitet das Institut für Anaesthesiologie und Notfallmedizin I des Westpfalz-Klinikums eng zusammen mit dem Fraunhofer Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE) im Projekt „DENIT“ (Deutsches Zentrum für Notfallmedizin und Informationstechnologie). DENIT hat folgende Schwerpunkte:

  • eine unabhängige Politikberatung für legislative und exekutive Maßnahmen im Bereich der Notfallmedizin
  • notfallmedizinische Versorgungs- und Systemforschung, die Entwicklung adäquater Technologien sowie deren wissenschaftlich begleiteter Transfer bzw. Implementierung in der praktischen Anwendung und
  • die Entwicklung und Durchführung von zukunftsweisenden Trainings- und Fortbildungskonzepten für Notärzte und Rettungsfachpersonal

Aktuelle Projekte von DENIT befassen sich u. a. mit der Erfassung und Analyse von rettungsdienstlichen Einsatzdaten, der Verfügbarkeit arztbesetzter Rettungsmittel, der Schnittstelle zwischen boden- und luftgestützter Rettung sowie der elektronischen Einsatzdokumentation.