Fachgebiet Intensivmedizin

Zur intensivmedizinischen Behandlung von Patienten aller chirurgischen Fachrichtungen steht eine 14 Betten führende Intensivstation zur Verfügung, die mit modernster Technologie ausgerüstet ist. Dies ermöglicht den verschiedenen Fachrichtungen die Durchführung der komplexesten Operationen und die optimale postoperative Versorgung der Patienten.

Ein Schwerpunkt ist die Behandlung von neurochirurgisch versorgten Patienten. Auch Unfallopfer, die sich lebensbedrohliche Verletzungen zugezogen haben, werden routinemäßig in hoher Anzahl auf unserer Station betreut. Die Herzchirurgie verfügt über eine eigene Intensivstation, weswegen auf der Station 6-3 nur ausnahmsweise und vereinzelt herzchirurgische Patienten behandelt werden.

Im Jahr werden ca. 1.000 Patienten auf der Station versorgt, wobei die Anzahl von Notfallaufnahmen (z.B. Traumen) und geplanten Aufnahmen ähnlich hoch war. Die mittlere Verweildauer betrug 4,4 Tage. Die Anzahl von 2.329 Beatmungstagen zeigt, dass ein Großteil unserer Patienten einer Unterstützung durch den Respirator benötigt. Die Auslastung der Station ist mit über 90% hoch. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die innerklinische Notfallhilfe. Über eine zentrale Notrufnummer (2200) alarmiert, eilen unmittelbar ein erfahrener Arzt und eine Pflegekraft mit dem notwendigen Equipment herbei.

Neben der Ausbildung von angehenden Fachärzten im Rahmen der Weiterbildung für das Fach Anästhesiologie bietet unsere Klinik die Möglichkeit zur Erlangung der Zusatzbezeichnung „Intensivmedizin“. In die Rotation eingebunden sind auch Kollegen der operativen Fachdisziplinen, die zur Erlangung ihrer Fachweiterbildung Zeit auf der Intensivstation nachweisen müssen. Außerdem werden Studierende im Rahmen von Famulaturen und im Praktischen Jahr auf der Intensivstation ausgebildet.

Die Struktur der Station

Ein Team von 12 Ärzten des Instituts für Anästhesiologie und Notfallmedizin betreut unsere Patienten im 3-Schicht-System rund um die Uhr. Die Station wird durch zwei Oberärzte geleitet, die in die Patientenbetreuung täglich, auch am Wochenende, eingebunden sind, aber auch nach Dienstende im Hintergrund erreichbar sind.

Um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisen sind alle Schichten des ärztlichen Dienstes, auch am Wochenende, im Regelfall doppelt besetzt.

Unsere Aufgabe erfüllen wir in enger Zusammenarbeit mit den Kollegen der operativen Fachdisziplinen. Dabei sichern tägliche gemeinsame Visiten den Erfolg der interdisziplinären Behandlung.

Das Pflegeteam umfasst 43 Kräfte. Auch hier erfolgt der Einsatz im 3-Schicht-System, wobei in der Regel zwei Patienten von einer Pflegekraft betreut werden.

Unsere Station verfügt über 14 Bettenplätze. Diese sind auf 6 Behandlungsräume mit je 2 Betten und 2 Isolationszimmer mit Schleuse und je einem Bett aufgeteilt. Eine Beatmung ist an allen Bettplätzen möglich.

Fachinfos zur medizinisch-technischen Ausstattung

  • Installation von Beatmung und Monitoring an Dräger „Ponta”
  • ein Respirator pro Bettplatz (Dräger – Evita4)
  • pro Bettplatz komplettes Monitoring (Dräger Delta/Omega) an
  • Standardmonitoring der Intensivmedizin:
    - EKG
    - Druckmonitoring (z. B. Blutdruck, Intracerebraler Druck; mehrere Parameter gleichzeitig),
    - Sauerstoffsättigung
    - Temperatur
  • Erweitertes Monitoring nach Bedarf: 
  • - Bedarfsweise 12-Kanal-EKG mit Erfassung über zentrale Monitoringeinheit 
  • - Kapnometrie 
    - EEG
    - Messung des intraabdominellen Drucks
    - Invasives Monitoring der Hämodynamik (PiCCO (Pulsion), Swan-Ganz (wahlweise mit bzw. ohne SvO2, CCO)
    - ICP-Monitoring (Druckableitung via EVD-Sonde oder intraparenchymatöse Messung)
  • Blutgasanalysegerät (Radiometer ABL 825) mit den Parametern: Hämoglobin, Hämatokrit, paO2, paCO2, pH, HCO3, BE, Lactat, Chlorid, Blutglucose
  • drei Transportrespiratoren (Oxylox, Oxylog 2000, Oxylog 3000)
  • Notfall-Koniotomie (Quicktrach)
  • pro Bettplatz 3 Infusionspumpen (Alaris)
  • pro Bettplatz 10 Spritzenpumpen (Alaris)
  • Transkranielles Dopplergerät (TCD) (Nicolet)
  • Perfusoren für „Patient Controlled Analgesia“ PCA (Fresenius, Alaris)
  • Biphasische Defibrillatoren (Zoll)
  • Pacer transcutan (Zoll), transvenös (Baxter)
  • Ultraschallgerät mit Schallköpfen für Sonographie des Herzens, Abdomens, Weichteile (Hitachi EUB 5500)
  • Transösophageales Echokardiographiegerät (GE Vivid 7; wird zusammen mit dem Herz-OP genutzt)     
  • Flexible Bronchoskopie mit Bronchoskopie-Monitor (Storz)
  • Cell Saver (Haemonetics, Fresenius)
  • Inhalative Analgosedierung “Anaconda” (dieses Verfahren findet derzeit nur bei Patienten mit schwerer COPD Anwendung)
  • Patientenwärmgeräte (WarmTouch)
  • Betten mit Servo-Steuerung zur Optimierung von Lagerungstherapie und Patientenkomfort (Hill-Rom)

Bedarfsweise kommen Spezialbetten zur kinetischen Therapie bei Polytraumen, insbesondere mit Schädel-Hirn-Trauma und zur Vermeidung von Lagerungsschäden (insbes. Dekubitus) Betten mit Wechseldruckkammersystemen oder spezielle Matratzen zum Einsatz.