In der breiten Öffentlichkeit wird ein Pathologe häufig mit dem Tod in Verbindung gebracht – vielleicht weil Pathologen bei Krimis eine Rolle spielen? Tatsächlich ist es jedoch so, dass die Diagnostik am lebenden Patienten immer mehr in den Vordergrund getreten ist.

Willkommen in der Pathologie

Dank des medizinisch-technischen Fortschrittes kann heute von allen Organen und Organregionen gezielt Material zur histologischen und zytologischen Untersuchung gewonnen werden. Dieses Material wird durch speziell dafür geschultes und ausgebildetes Personal aufgearbeitet und durch Ärzte begutachtet, die über eine lange Erfahrung in der makroskopischen und mikroskopischen Beurteilung von Krankheiten verfügen.  

Um diese für die Therapie und das weitere Schicksal des Patienten entscheidenden Aussagen treffen zu können, stehen heute nicht nur die konventionelle zytologische und histologische Technik zur Verfügung, sondern weitere Methoden wie die Histochemie, Immunhistologie oder Molekularbiologie. Diese Methoden erlauben eine immer sicherere und auch exaktere Bewertung der Krankheiten.

Neben der Feststellung und der exakten Bewertung des Krankheitsprozesses ist der Pathologe auch in den Therapieablauf eingebunden, sei es durch intraoperative Schnellschnittdiagnostik, die das Ausmaß des chirurgischen Eingriffes mitbestimmt, sei es durch Wiederholung von Biopsien um das Ansprechen oder den Erfolg einer Therapie zu dokumentieren.

Auch bei den Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Tumoren oder deren Vorstufen ist die Pathologie eingebunden u. a. bei Untersuchungen von Abstrichen am Gebärmutterhals, an Sputen oder durch Untersuchungen des Urins.

Durch diese Tätigkeiten und Leistungen ist ein Arzt für Pathologie ein unentbehrlicher Kollege für den klinisch tätigen Arzt. Dennoch sollte die Bedeutung der Obduktion (Leichenöffnung) nicht vergessen werden. Das Ergebnis der Obduktion kann für die Angehörigen hilfreich sein, das Unglaubliche besser zu verstehen. Wichtig können diese Ergebnisse für Verwandte auch sein, wenn ansteckende Krankheiten oder Erbleiden vorliegen, die das rechtzeitige Aufsuchen eines Arztes veranlassen. Aber nicht nur für die Angehörigen, sondern auch für die behandelnden Ärzte ist die Obduktion von erheblicher Bedeutung, da nur die Obduktion sichere Aussagen über die Art und den Verlauf einer Krankheit zulässt. Damit stellt die Obduktion eine nicht unwesentliche Maßnahme zur Qualitätssicherung ärztlichen Handelns dar.