Das Institut für Laboratoriumsmedizin erbringt für die vier Standorte des Westpfalz-Klinikums alle wichtigen Leistungen aus den Bereichen der Laboratoriumsmedizin. Zu diesen Bereichen gehören die Klinische Chemie (für die Analyse chemischer Werte wie Proteine, Elektrolyte oder auch Schwermetalle), die Mikrobiologie (für die Analyse von Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze oder Viren), die Transfusionsmedizin (für die Gewinnung und Aufbereitung von Blutkonserven), die Hämatologie und Hämostaseologie (für die Blutwerte und die Blutgerinnung) sowie die Molekularbiologie (die Zellbiologie und die Gene).

Klinische Chemie

Wie steht es bei einem Patienten um den Kalium-Haushalt im Blut oder die Nährstoffversorgung mit Eiweiß? Könnten Giftstoffe die Ursache für die Beschwerden sein? Die Klinische Chemie bildet einen wichtigen Aufgabenbereich in der Laboratoriumsmedizin. Mit Hilfe modernster Automationslösung bieten wir nahezu das gesamte Spektrum der klinisch-chemischen Analysen (siehe das Leistungsverzeichnis) – und das sogar rund um die Uhr. Als Siemens-Referenzlabor zählt unsere Abteilung mit ihrer hochmodernen Ausstattung sogar zu den modernsten Laboratorien weltweit.

Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie

In unserem Institut führen wir selbstverständlich auch alle wichtigen Analysen zu Mikroorganismen durch. So untersuchen wir, ob Bakterien, Pilze oder spezielle Parasiten die Beschwerden verursachen (Bakteriologie, Parasitologie und Mykologie). Wichtig ist auch die Frage, ob Erreger gegen bestimmte Substanzen resistent sind (Erreger-/Resistenzbestimmung). Hierfür führen wir bestimmte Untersuchungen durch, so genannte Screenings gegen MRSA (Methicillin-resistente Staphylococcus-aureus-Bakterien), VRE (Vancomycin-resistente Enterokokken)oder auch MRGN (mehrfach-resistente gram-negative Bakterien).

Auch der Nachweis von Tuberkulose-Erregern (Tuberkulosediagnostik) wird zunehmend wichtig, ebenso wie die Analyse von Infektionserregern im Stuhl (zum Beispiel durch Clostridien, Rota-, Adeno-, Noroviren, Salmonellen, Campylobacter, Yersinien sowie enteropathogene Escherichia-coli-Bakterien). Zu den weiteren Aufgaben im Teilbereich der Mikro- oder Molekularbiologie gehören die Blutkulturdiagnostik und Hygienediagnostik, Sterilitätsprüfungen sowie Untersuchungen der Molekulargenetik (zum Beispiel bei einem Faktor-V-Leiden-, Prothrombin-Mutation).

Transfusionsmedizin/Bluttransfusionswesen

Für manche Krankheiten, bei Unfällen sowie Operationen ist es lebenswichtig, eine Blutbank mit Blutkonserven vor Ort zu haben. Unser hauseigenes Blutdepot stellt Blutprodukte rund um die Uhr bereit. Darüber hinaus führen wir Blutgruppenbestimmungen durch, kümmern uns um Antikörpersuchtests und -differenzierungen, sorgen für die Verträglichkeitsprüfung (unter anderem mit dem Coombstest) sowie für weitere Untersuchungen (wie zum Beispiel die Kälteagglutinine und Kryoglobuline). In der Transfusionsmedizin arbeiten wir eng zusammen mit den Klinischen Abteilungen sowie mit den niedergelassenen Ärzten vor Ort.

Hämatologie (Blut und blutbildende Organe)

Die Hämatologie beschäftigt sich mit dem Blut und den blutbildenden Organen. Um wichtige Veränderungen oder Krankheiten zu entdecken, greifen wir auf die Hilfe der modernen Medizintechnik zurück. So erstellen wir große und kleine Blutbilder oder fertigen Blutausstriche an für die Untersuchung unter dem Mikroskop. Neben der klassischen Blutuntersuchung analysieren wir auch Zellen aus Gewebsproben (Punktate) wie dem Rückenmark (Liquor), aus Lungenspülungen (BAL = bronchoalveoläre Lavage) oder auch aus anderen Organen.

Hämostaseologie (Blutgerinnung)

Ob das Blut zu wenig oder zu sehr gerinnt, ob eine Blutungsneigung oder eine Blutverklumpung vorliegt, ist für Ärzte und Patienten eine wichtige Frage. Die Blutgerinnung auf mögliche Störungen zu untersuchen gehört auch zu unserem Aufgabenbereich. Mit speziellen Untersuchungen analysieren wir eine Blutungsneigung (Hämophilie), mögliche Abweichungen bei der Funktion der Blutplättchen (Thrombozytenfunktion) oder bei der Blutverklumpung (Thrombophilie) und schließlich die Überprüfung der Blutgerinnung nach der Medikamentengabe (Antikoagulation).