Unsere Schwerpunkte: Hämatologie, Onkologie, Stammzelltransplantation, Diabetologie

Ob es um das Blut, das Lymphsystem oder um Krebserkrankungen geht, ob es um die „Zuckerkrankheit“ Diabetes oder um Erkrankungen der Drüsen geht – die Schwerpunkte der Klinik für Innere Medizin 3 sind breit gefächert.

Ebenso vielfältig sind die Therapieformen: von der sehr persönlichen Beratung und Schulung wie bei Diabetes und Ernährungsmedizin reichen unsere Behandlungsmöglichkeiten bis zur Hightech-Medizin mit hochdosierten Chemotherapien und Stammzelltransplantationen für unsere Krebspatienten. Zu diesen beiden Schwerpunkten haben wir auch eine Diabetes-Ambulanz und eine Hämatologie- und Onkologie-Ambulanz eingerichtet. Weitere Informationen zu unseren Schwerpunkten finden Sie vor allem auch in den unteren Abschnitten:

Abteilung für Hämatologie

Blut- oder Lymphsystem-Erkrankungen und Tumorleiden werden nach neuesten wissenschaftlichen Methoden und in enger Kooperation mit allen anderen Fachdisziplinen der Medizin diagnostiziert und behandelt.

Mit einem breiten Ansatz neuer Therapiestrategien werden Krebszellen gezielt bekämpft. Tumorzellen bei Leukämien, bösartige Lymphsystemerkrankungen, Brustkrebs und Dickdarmkarzinom werden an genetischen Merkmalen erkannt und risikoangepasst behandelt. Damit sind einige Erkrankungen heilbar, andere werden auf Zeit verdrängt, Leiden gelindert und das Leben zu verlängert.

Formen in der Tumorbehandlung:

  • Kombinierte Chemotherapie:
    spezielle Kombinationen hochwirksamer Medikamente zur Behandlung nicht operabler Tumore zerstört Tumorzellen bis hin zur Heilung.
  • Die adjuvante (zusätzliche) Chemotherapiebei bestimmten Tumoren (z.B. Dickdarmkarzinom) verringert das Risiko des erneuten Tumorwachstums.
  • Die hochdosierte Chemotherapie und Blutstammzellübertragungermöglicht sehr gute Behandlungsergebnisse für die meisten bösartigen Erkrankungen von Knochenmark und Lymphsystem und bestimmten weiteren Tumoren bis hin zur Heilung.
  • Immuntherapie mit Botenstoffen (Zytokinen) des Immunsystems und Antikörpern werden eingesetzt bei bösartigen Lymphsystemerkrankungen.
  • Strahlentherapie wird häufig in Kombination mit Operation und Chemotherapie eingesetzt.

Je intensiver eine Therapie, desto wichtiger die Begleittherapie (Supportivtherapie) bei Tumorerkrankungen und Tumortherapie:

  • psycho-soziale Begleitung
  • Ernährungstherapie
  • Anregung der Blutbildung durch Wachstumsfaktoren
  • Schmerztherapie
  • Blutzellersatz
  • Infektionstherapie

Qualitätskontrolle und -verbesserung

  • Festlegung von Behandlungsrichtlinien
  • Zusammenarbeit mit universitären Arbeitsgruppen, Fachgesellschaften und allen in der Region an Tumordiagnostik und -therapie beteiligten Ärzten und Institutionen im Rahmen des onkologischen Zentrums Westpfalz (OZW).
  • Umfangreiche Fortbildungen, Durchführung gemeinsamer Konferenzen, elektronische Kommu-nikation
  • Aufbau und Nutzung von Online-Diensten und Datenbanken im Internet

Zytologische Diagnostik von Erkrankungen des Blutes, des Knochenmarkes und des lymphatischen Systems:

  • Beurteilung von Blut- und Knochenmarkausstrichen
  • Spezielle Färbemethoden erlauben Unterscheidung der Zellarten.
  • Spezialfärbungen im hämatologischen Labor der Medizinischen Klinik I erlauben, bösartige Zellen zu erkennen und zuzuordnen.
  • Immunzytologische, zytogenetische, molekulargenetische und histologische Spezialdiagnostik sowie allgemeine Labordiagnostik erfolgt in enger Zusammenarbeit durch weitere Institute des Klinikums.
  • Die Analyse, Archivierung und Verwaltung anfallender Daten und Bilder erfolgt computergestützt.
  • Ein Bilderkennungssystem wird derzeit zur Unterstützung des Hämatologen in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der Universität Kaiserslautern (Prof. Dr. Ing. Pandit) entwickelt.

 

Hochdosistherapie mit autologer Stammzelltransplantation bei bösartigen Erkrankungen

 

Therapieprinzip: Stammzellen der Blutbildung werden aus dem Blut herausgefiltert, in Flüssigstickstoff gelagert und im Anschluss an die Hochdosis-Chemotherapie dem Patienten zurückzugeben.
Vorteil: Höhere Wirkdosis der Chemotherapie zur Tumortherapie ohne langfristige Schädigung der Blutbildung.
Anwendung: Bei bestimmten Stadien folgender Erkrankungen:

  • akute Leukämie
  • chronische myeloische oder lymphatische Leukämie
  • maligne Lymphome
  • Plasmozytom
  • und bestimmte weitere Tumorerkrankungen

Qualitätskontrollen und -sicherung:

Im Qualitätszirkel Stammzelltransplantation des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales Rheinland-Pfalz kooperieren Vertreter der Transplantationskliniken (Mainz, Idar-Oberstein, Ludwigshafen, Kaiserslautern), der Krankenkassen, des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen und des Ministeriums.

Schwerpunkt Internistische Onkologie

Die internistische Onkologie ist das Fach für die Diagnostik und Therapie bösartiger Erkrankungen. Die neuesten Entwicklungen in der Pharmakologie, der Zellbiologie, Molekularbiologie und Immunologie erlauben neben der Standard-Chemotherapie die Intensivdosis-Chemotherapie und die Immuntherapie.

Fortschritte in der Begleittherapie mit Blutzellersatz, Antibiotikatherapie und Stimulation des Immunsystems eröffnen diese Therapieformen für bösartige Erkrankungen, die sehr empfindlich auf Zytostatika sind. Spezialisierte Ärzte leiten das Team nach dem neuesten Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse und in Zusammenarbeit mit Universitätskliniken. Entsprechend der Grundkrankheit und Therapieform behandeln wir die Patienten in der Ambulanz, auf der Normalstation oder im Bereich für die Hochdosistherapie.

Die Supportivtherapie und die Transplantation von eigenen Blutstammzellen ermöglichen die Hochdosis-Chemotherapie bei bösartigen Erkrankungen von Knochenmark, Lymphknoten, Tumorerkrankungen, insbesondere bei bestimmten Stadien des Mamma-Carcinoms.

Auch die Versorgung von Patienten mit tumorbedingten Problemen erfolgt in der Klinik, häufig in Kooperation mit anderen Abteilungen des Klinikums. Es ist ein Ziel der modernen Onkologie, die Patienten möglichst ambulant und heimatnah in Kooperation mit den Hausärzten zu behandeln, wozu geeignete Konzepte entwickelt wurden. Regelmäßig finden Konferenzen mit der Chirurgie, Strahlentherapie und den anderen Abteilungen statt, um für einzelne Patienten und generell fachübergreifende Therapiepläne festzulegen.

Prof. Link ist Vorsitzender des Onkologischen Zentrums Westpfalz (OZW), das zur regionalen Kooperation von Ärzten in Klinik und Praxis bei der Behandlung von Tumorkranken dient.

Abteilung für Diabetologie und Ernährungsmedizin

Diabetologie

Die Diabetologie befasst sich mit der Diagnostik und Therapie der weitverbreiteten Störung des Kohlenhydratstoffwechsels, der "Zucker-Krankheit" und deren Folgeerkrankungen. Weitere Informationen zur Krankheit finden Sie auf der Seite zum Diabetes-Zentrum.

Etwa 7.000 Patienten mit der Haupt- oder Nebendiagnose Diabetes mellitus werden im Westpfalz Klinikum jährlich stationär behandelt. Steht der Diabetes bei diesem Aufenthalt im Vordergrund, handelt es sich in der Regel um schwere Stoffwechselentgleisungen oder Komplikationen wie diabetisches Fußsyndrom, Infektionen, Schlaganfall oder Herzinfarkt. Darüber hinaus ist der Diabetes mellitus eine immer häufigere Begleiterkrankung, wenn Patienten zu einer Operation, einer Untersuchung oder einer Entbindung ins Krankenhaus kommen.

Leistungsspektrum

Die Abteilung Diabetologie bietet eine breite stationäre und ambulante Versorgung von Diabetespatienten. Insbesondere die Behandlung von Folgekomplikationen wird in spezialisierten Klinikeinrichtungen kompetent durchgeführt.

Auf der Diabetesstation werden Insulineinstellungen (konventionelle, intensivierte oder Insulinpumpen-Therapie) vorgenommen sowie schwer einstellbare Patienten und deren Angehörige kompetent geschult. Wir schulen und beraten Patienten mit Typ 1 und Typ 2 Diabetes. Die Schulungen werden nach einem modularen Konzept durchgeführt. Dabei werden die von der Deutschen Diabetes Gesellschaft empfohlenen Schulungsprogramme verwendet. Wir schulen individuell und orientieren uns an der persönlichen Situation des Patienten. Nur so können wir den meist komplexen Fragen gerecht werden.

Die Blutzuckermessungen auf den Stationen werden mit qualitätsgesicherten Meßmethoden durchgeführt (Point-of-care-Testung). Teilweise setzen wir die kontinuierliche Blutzuckermessung (CGMS) ein. Alle gängigen Therapieformen inkl. der Insulinpumpentherapie kommen zum Einsatz.

Die Medizinische Klinik 1 ist von den Krankenkassen als Therapieeinrichtung im Rahmen des „disease management program“ (DMP) Typ1- und Typ2-Diabetes anerkannt.
Regelmäßig werden Fortbildungen für Mitarbeiter aus dem ärztlichen und pflegerischen Bereich abgehalten.

Betreuung im Rahmen von Operationen

Zur internen Qualitätssicherung haben wir zusammen mit der Klinik für Anästhesiologie und Notfallmedizin eine standardisierte Betreuung der Diabetiker im Rahmen von Operationen eingerichtet.

Diabetes und Schwangerschaft

Ein besonderer Schwerpunkt ist die Behandlung von Patientinnen mit Gestationsdiabetes und schwangeren Diabetikerinnen. Diese werden primär auf einer geburtshilflichen Station aufgenommen. Wir gewährleisten die diabetologische Mitbetreuung während der Schwangerschaft und um die Geburt in enger Kooperation mit der Frauenklinik. Das Westpfalz- Klinikum ist als Perinatalzentrum der Stufe 1 anerkannt.

Diabetisches Fußsyndrom

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit Angiologen, Gefäß- und Allgemeinchirurgen innerhalb des Westpfalz- Klinikums. Daneben kooperieren wir mit besonders qualifizierten Podologen und Orthopädieschuhmachermeistern.

Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten

Wir legen großen Wert auf eine optimale Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Diabetologen und anderen Ärzten, die uns die Patienten zuweisen und nach Entlassung weiter betreuen. Ein regelmäßiger fachlicher Austausch erfolgt im regionalen Qualitätszirkel Diabetes, der mehrmals pro Jahr an unserem Haus stattfindet.

Fortbildungsangebote

Regelmäßige Fortbildungsangebote, Kongresse und Seminare für alle an der Diabetikerversorgung teilnehmenden Berufsgruppen (Haus- und Fachärzte, ambulante und stationäre Pflegedienste, Fußpfleger, Orthopädie-Schuhmacher) und Mitarbeit im regionalen Qualitätszirkel der Diabetesschwerpunktpraxen und westpfälzischen Qualitätszirkel Diabetes mellitus aller interessierter Ärzte der Region sorgen für eine hohe Behandlungsqualität. Fortbildungen in Selbsthilfegruppen erhöhen die Therapiequalität durch verbesserte Therapieakzeptanz.

Endokrinologie

Wir bearbeiten weitere endokrinologische Fragestellungen für stationäre Patienten. Schwerpunkte der Tätigkeit sind neben Diabetes mellitus Erkrankungen der Schilddrüsen, Nebenschilddrüsen, Nebenniere und der Knochen sowie die Abklärung sekundärer Hypertonieformen. Zur Diagnostik steht ein Zentrallabor mit einem umfangreichen Leistungsangebot zur Verfügung. Ultraschalluntersuchungen, ggf. mit gezielter Punktion, werden innerhalb der Medizinischen Klinik 1, Knochendichtemessungen (DEXA- Methode) und Szintigrafien im Institut für Radiologie am Hause bzw. in einer nuklearmedizinischen Praxis durchgeführt. Für operative Eingriffe stehen die Kollegen aus der Klinik für viszerale und endokrine Chirurgie im Hause zur Verfügung. Wir arbeiten eng mit einer endokrinologischen Schwerpunktpraxis vor Ort zusammen und stellen so die weitere ambulante Versorgung der Patienten sicher.

Ernährungsmedizin

Ein Team aus Ärzten (2 Ernährungsmediziner DAEM) und Diätassistentinnen steht für ernährungsmedizinische Fragen zur Verfügung. Schwerpunkte unserer Arbeit sind die Ernährung bei Diabetes mellitus, bei Stoffwechselerkrankungen und in der Schwangerschaft, außerdem Mangelernährung und Gewichtsverlust bei Tumorpatienten. Über Ernährungsprotokolle, die mit Hilfe moderner Software ausgewertet werden, erstellen wir eine Analyse der Ernährung und der Essgewohnheiten. Diese Ergebnisse fließen in die individuelle Beratung ein.

Team

Für alle Diabetiker halten wir ein Diabetes-Team zur Behandlung und Mitbehandlung vor. Zwei Ärzte sind als Diabetologen nach den Richtlinien der Landesärztekammer bzw. der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) anerkannt, zwei Mitarbeiterinnen verfügen über die Anerkennung als Diabetesberaterinnen der DDG, eine Mitarbeiterin ist anerkannte Diätassistentin nach den Richtlinien des Berufsverbandes der Diätassistenten (VDD) und des Verbandes für Ernährung und Diätetik (VFED).

Stationen

Diabetiker, die wir in unserer Abteilung betreuen, werden schwerpunktmäßig auf einer eigenen Station untergebracht. Den anderen Fachabteilungen steht das Diabetes-Team zur Mitbetreuung zur Verfügung.

Schwerpunkt Endokrinologie

Die Endokrinologie beschäftigt sich mit Störungen des Hormonsystems. Dieser Schwerpunkt wird weiter ausgebaut und personell verstärkt.