Jährlich werden ca.1.250 Kinder im Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern geboren. Bei jedem einzelnen Kind legen wir sehr viel Wert auf einen hohen Sicherheitsstandard in der Schwangerschafts- und Geburtsüberwachung. Neben all den modernen und technischen Möglichkeiten sind wir stets bemüht, die menschliche Zuwendung nicht zu kurz kommen zu lassen. Zu unserem Informationsangebot gehören, neben monatlichen Kreißsaalführungen (siehe unten), Kurse zur Geburtsvorbereitung und Schwangerschaftsgymnastik unter Einbeziehung beider Partner. 

Vor der Geburt

Ein weiterer, wichtiger Schwerpunkt unserer Klinik ist die Pränatal- und Geburtsmedizin. Dank einer neuen Ausrüstung mit hochauflösenden Ultraschallgeräten, einschließlich Doppler- und Farbdoppler- Untersuchungstechnik, sind sämtliche Verfahren zur Früherkennung kindlicher Erkrankungen im Mutterleib möglich. Die ultraschallgesteuerten Untersuchungsverfahren der Nabelschnurpunktion, Fruchtwasserpunktion und Chorionzottenbiopsie werden angewandt.

Falls erforderlich, werden auch in ausgewählten Fällen Behandlungen am ungeborenen Kind noch im Mutterleib vorgenommen. Im Verdachtsfall oder bei bestehenden Risiken kann die Überweisung zu diesen Spezialuntersuchungen durch alle Frauenärzte im engeren und weiteren Umkreis erfolgen. Falls sofort nach der Geburt entscheidende Behandlungsmaßnahmen zu ergreifen sind, stehen kinderärztliche, kinderurologische, kinderkardiologische und neurochirurgische Behandlungsverfahren zur Verfügung.

In enger Zusammenarbeit mit Ihrem Frauenarzt widmen wir uns innerhalb unserer geburtshilflichen Sprechstunden folgenden Bereichen:

Pränataldiagnostik

  • Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung)/ Chorionzottenbiopsie (Entnahme von Plazentagewebe) Messung der Nackentransparenz (11. bis 14. Schwangerschaftswoche)
  • Erweiterter Fehlbildungsultraschall der DEGUM-Stufe III (ab der 20.SSW oder bei konkreten Auffälligkeiten), ggf. mit 3-D-Sonografie

Dopplersonografie

  • Messung des Blutflusses in mütterlichen und kindlichen Blutgefäßen (z.B. bei kleinen Kindern, um eine Mangelversorgung auszuschließen; bei mütterlichen Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes; bei sonstigen Auffälligkeiten)

Geburtsplanung

  • Festlegung der Entbindungsart, z.B. nach vorausgegangenem Kaiserschnitt, bei Beckenendlage, bei Mehrlingen, ...

Management bei Beckenendlagen

  • Bei Vorliegen einer Beckenendlage kann eine Drehung des Kindes zunächst durch alternativmedizinische Methoden versucht werden. Nähere Informationen hierzu finden Sie unter den Angeboten der Hebammen. Kommt es bis zur 36. Schwangerschaftswoche nicht zur Drehung in Schädellage, so kann unter bestimmten Voraussetzungen auch eine "äußere Wendung" versucht werden. Bleibt das Kind in Beckenendlage, ist dennoch oftmals eine "normale" Geburt möglich. Gemeinsam mit Ihnen werden wir alle Befunde betrachten und eine Entscheidung über das weitere Vorgehen bei der Geburt treffen.

Wichtig:
Bitte bringen Sie zu allen Untersuchungen Ihren Mutterpass, die Versichertenkarte und eine Überweisung des Frauenarztes mit.

Diese Leistungen sind nur durch die enge Kooperation zwischen der Geburtshilfe und der Kinderklinik im Klinikum zu verwirklichen (Perinatal-Zentrum Level I). Da der Bauch der Mutter der beste Platz für das ungeborene Kind ist, werden alle durch Frühgeburtlichkeit bedrohten Schwangeren aufgenommen, um eine lückenlose Versorgung von Mutter und Kind im Beisein der Kinderärzte zu garantieren. Die enge räumliche Nachbarschaft zur Neu- und Frühgeborenenintensivstation der Kinderklinik ist dafür eine elementare Voraussetzung.

Geburt und Wochenbett

Neben all den von einem modernen Perinatalzentrum zu fordernden Möglichkeiten darf in unserer Klinik die menschliche Zuwendung zu Mutter und Kind nicht zu kurz kommen. Wir sind daher stets bemüht, auch in Risikofällen eine angenehme, einfühlsame Atmosphäre um die Geburt in der Klinik herum zu erhalten. So stehen außer den Verfahren einer Schmerzerleichterung inkl. der Akupunktur während der Geburt alle Möglichkeiten zur Verfügung, die Wünsche der Frauen bezüglich der Gebärhaltung zu erfüllen. Moderne Entbindungsbetten und -hocker sind hierfür vorhanden. Der Sicherheitsstandard der Geburtsüberwachung von Mutter und Kind wird dabei nicht vernachlässigt. Die Wassergeburt rundet das Angebot ab.

Die Wochenstation Haus 8 auf Ebene 2, betreut Mutter und Kind integrativ. Gefördert wird 24-Stunden-Rooming-in, hierbei wird das Kind in einem Bettchen neben der Mutter untergebracht (Baby-Bay). Die Mutter wird in der Pflege des Kindes unterstützt und das Stillen wird gefördert.

Eine optimale Versorgung ist durch die Kooperation mit weiteren Fachdisziplinen gewährleistet. Es besteht eine enge räumliche Nachbarschaft zur Station 20/2, der Frühgeborenenintensivstation, und der Station 20/3 für kranke Neugeborene.

Die Station selbst verfügt über 21 Betten in neun Zweibett- und einem Dreibettzimmer. Alle Zimmer verfügen über eine Wickeleinheit, WC und Dusche. Jedes Bett verfügt über einen eigenen Touchscreen-Bildschirm über den Fernsehen, Radio und Internet (gegen Gebühr) empfangen werden kann. Zusätzlich dient dieses System als Telefon. Eine Handybenutzung auf Station ist nicht gestattet.

Zudem besteht die Möglichkeit, die Wochenbettbetreuung nach der Geburt von einer unserer Hebammen zu Hause durchführen zu lassen. So kann die sicherheitsgebende Klinikentbindung mit einer familienorientierten, frühen Entlassung und Betreuung zu Hause angeboten werden.

Damit Sie sich bei uns schnell heimisch fühlen, wenn es soweit ist, bieten wir Ihnen die Möglichkeit, uns im Rahmen einer Kreißsaalführung näher kennenzulernen. Diese findet regelmäßig am ersten Donnerstag im Monat statt (sollte dies ein Feiertag sein, dann am ersten Mittwoch im Monat) und beginnt um 18:30 Uhr mit einer Informationsveranstaltung in unserem Hörsaal (Haus 4/ Ebene 2). Anschließend haben Sie noch Gelegenheit, uns Ihre offenen Fragen zu stellen und sich mit den Räumlichkeiten vertraut zu machen.

Wir freuen uns auf Sie!