Unsere Behandlungsbereiche

Sie möchten mehr über unsere Fachgebiete und Schwerpunkte erfahren? In den folgenden Abschnitten finden Sie die wichtigsten Infos.

Bereich Lendenwirbelsäule

Bandscheibenerkrankung der Lendenwirbelsäule

Mit zunehmendem Alter nutzt sich der Bandscheibenkern (Nukleus pulposus) und die innere Bandscheibe ab. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es häufig auch zu einem Verschleiß des Faserrings der Bandscheibe (Anulus fibrosus).

In aller Regel ist eine konservative Therapie ausreichend; mit medikamentöser Schmerztherapie, Krankengymnastik, Ergotherapie, medizinische Trainingstherapie und Arbeitsplatztraining sowie Verhaltenstherapie. Das wichtigste Ziel ist, eine Schmerz-Chronifizierung zu vermeiden und den Patienten so schnell wie möglich in den normalen Alltag zurück zu helfen.

Eine Operation folgt in der Regel nur dann, wenn die Beschwerden über mehrere Monate anhalten und eindeutig auf die Bandscheiben zurückzuführen sind. Nicht immer muss es eine  Versteifungsoperationen sein: bei einigen Patienten kommen auch dynamische Verfahren in Frage, welche die Beweglichkeit zwischen zwei Wirbeln nicht komplett aufheben, sondern nur einschränken.

 

 

Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule

Beim Bandscheibenvorfall handelt es sich um eine Vorwölbung oder einen Vorfall von Bandscheibengewebe in den Wirbelkanal. Betroffen sind häufig Menschen im Alter von 30 bis 45 Jahren. Unterschieden werden Bandscheibenvorfälle nach dem Ausmaß des Vortretens von Bandscheibengewebe in den Wirbelkanal: Protrusionen sind lediglich Vorwölbungen des Gallertkerns, bei denen der Faserring der Bandscheibe noch intakt ist, während beim echten Vorfall (Prolaps) der Faserring durchbrochen ist. Am häufigsten sind die Bandscheiben zwischen dem vierten und fünften Lendenwirbel (L4/L5) und zwischen dem fünften Lendenwirbel und dem Kreuzbein (L5/S1) betroffen.

Häufig verursachen Bandscheibenvorfälle überhaupt keine oder nur geringe Symptome. Bei einem Teil der Betroffenen zeigen sich allerdings Rückenschmerzen, eine Verspannung der Rückenmuskulatur und Schmerzen, die in die Beine ziehen können. Auch eine Schmerzverstärkung beim Pressen oder Heben von Gegenständen kann auftreten. Gravierende Symptome sind Lähmungen und Gefühlsstörungen im Bereich der Beine oder eine Beeinträchtigung der Funktion von Blase und Mastdarm. Die Diagnose eines Bandscheibenvorfalls wird meist mittels Kernspintomographie (MRT) gestellt.

Sofern der Patient mit den Schmerzen zurechtkommt, keine Lähmungen auftreten und auch Blase und Mastdarm normal funktionieren, ist eine konservative Therapie für zwei bis drei Monate empfehlenswert. Dies beinhaltet Informationen über das Krankheitsbild und dessen Verlauf, Krankengymnastik, Arbeitsplatztraining, Entspannungsverfahren und Schmerztherapie, ggf. Wirbelsäulen-nahe Infiltrationen.

Üblicherweise wird eine operative Therapie empfohlen bei relevanten Lähmungen oder einer Beeinträchtigung der Funktion von Blase und Mastdarm oder bei ausbleibendem Erfolg der konservativen Therapie. Die Operation des Bandscheibenvorfalls der Lendenwirbelsäule (lumbale Nukleotomie) wird in unserer Abteilung standardmäßig in mikrochirurgischer Technik unter Verwendung eines Operationsmikroskops durchgeführt.

 

 

Wirbelkanalverengung der Lendenwirbelsäule

Die Wirbelkanalverengung der Lendenwirbelsäule (lumbale Spinalkanalstenose) ist eine Einengung des Wirbelkanals auf Bandscheibenebene, vor allem zwischen dem dritten und dem vierten (L3/L4) und dem vierten und fünften (L4/L5) Lendenwirbel. Verursacht wird diese Enge häufig durch die Alterung von Bandscheiben und Zwischenwirbelgelenken (Facettengelenksarthrose oder Spondylarthrose) und eine Verdickung des „gelben Bandes“ (Ligamentum flavum), welches die Wirbelbögen gegeneinander stabilisiert. Unterschieden werden diese verschleißbedingten Verengungen von angeborenen Stenosen und solchen, die z.B. Folge eines Unfalls oder einer Systemerkrankung sind. Frauen sind von der Spinalstenose ca. zwei- bis dreimal häufiger betroffen als Männer. Die lumbale Spinalkanalstenose ist weltweit die häufigste Ursache einer Wirbelsäulenoperation bei Patienten, die älter als 65 Jahre sind.

Typisches Symptom ist die „Schaufensterkrankheit“, d.h. Schmerzen im Rücken, dem Gesäß und den Beinen vor allem beim Gehen mit einer Verbesserung beim Stehenbleiben oder sich Hinsetzen. Auffällig ist die häufig anzutreffende Diskrepanz zwischen dem Ausmaß der Enge und den Beschwerden. Viele Betroffenen verspüren keine oder nur geringe Beschwerden, während bei einem Teil der Patienten unerträgliche Schmerzen und auch Lähmungen bestehen, die zu einem völligen Verlust der Mobilität führen können. Die Diagnosesicherung erfolgt häufig mittels Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRT).

In aller Regel ist ein konservativer Therapieversuch gerechtfertigt. Dazu zählen Verhaltenstraining, Schmerzmedikation, physikalische Therapie und Krankengymnastik (entlordosierend), Kortisoneinspritzungen in den Wirbelkanal (epidurale Umflutung, EDU), an die Nervenwurzel (periradikuläre Therapie, PRT) und an die Zwischenwirbelgelenke (Facettengelenksinfiltration, FGI).

Bringt die konservative Therapie keine Linderung, dauern die Beschwerden an oder werden unerträglich, ist die operative Therapie gerechtfertigt. Möglich ist eine alleinige Erweiterung des Wirbelkanals (Dekompression). Diese standardisierte Operation erfolgt in unserer Abteilung unter Verwendung eines Operationsmikroskops in mikrochirurgischer Technik mit dem Ziel, Platz für die eingeengten Nervenwurzeln zu schaffen, ohne dabei die Stabilität der Wirbelsäule zu gefährden (selektive Dekompression). Alternativ ist, abhängig vom Ausmaß der Enge und einer begleitend bestehenden Instabilität der Wirbelsäule, über die Dekompression hinaus eine Stabilisierungsoperation erforderlich.

 

 

Verschleißbedingtes Wirbelgleiten der Lendenwirbelsäule

Die degenerative Spondylolisthese stellt eine Verschiebung eines Wirbelkörpers gegenüber dem nächst darunter gelegenen Wirbel dar. Im Gegensatz zum „echten“ Wirbelgleiten sind bei der verschleißbedingten Form die knöchernen Strukturen der Wirbelbögen intakt. Betroffen sind v.a. Menschen ab dem 50. Lebensjahr, dabei Frauen vier- bis fünfmal häufiger als Männer. 90 % der Betroffenen sind allerdings beschwerdefrei. Vor allem zwischen dem dritten und vierten (L3/L4) und dem vierten und fünften (L4/L5) Lendenwirbel zeigt sich dieses degenerativ bedingte Wirbelgleiten, das bei ca. 30% der Betroffenen im zeitlichen Verlauf zunehmend ist. Allerdings gibt es keine Übereinstimmung zwischen dem mit Hilfe von Röntgenbildern darstellbaren Ausmaß der Instabilität und den Beschwerden einzelner Patienten. Diese äußern sich meist in Rückenschmerz gepaart mit ein- oder beidseitigen Beinschmerzen (Radikulopathie). Die Diagnosesicherung erfolgt mit Hilfe von dynamischen Röntgenuntersuchungen und der Computertomographie (CT) bzw. Kernspintomographie (MRT).

Neben dem degenerativ bedingten Wirbelgleiten gibt es noch weitere Formen dieser Instabilität: Die angeborene Form, die frühkindlich erworbene Instabilität, das Wirbelgleiten in Folge einer Verletzung oder einer Systemerkrankung und nicht zuletzt die Instabilität bedingt durch eine Operation.

Zu Beginn der Erkrankung ist fast immer ein konservativer Therapieversuch gerechtfertigt. Insbesondere bei nicht beherrschbaren Schmerzen, zunehmenden Lähmungen und Gefühlsstörungen oder einer massiven Einschränkung der Lebensqualität ist eine Operation indiziert. Bei einer häufig begleitend bestehenden Wirbelkanalverengung empfiehlt sich die Durchführung einer Stabilisierungsoperation mit Erweiterung des Wirbelkanals (Dekompression).

 

 

„Echtes“ Wirbelgleiten der Lendenwirbelsäule

Vergleichbar zu dem verschleißbedingten Wirbelgleiten stellt die Spondylolisthesis vera (auch isthmische bzw. lytische Spondylolisthese) eine Verschiebung zweier Wirbel gegeneinander dar, meist bedingt durch eine im Kindesalter erworbene Unterbrechung im Bereich des Wirbelbogens (Spondylolyse), z.B. durch wiederholte Überbeanspruchungen bei sportlichen Betätigungen. Meist betroffen sind fünfter Lendenwirbel und erster Kreuzbeinwirbel (L5/S1) und vierter und fünfter Lendenwirbel (L4/L5).

Ca. 5 % der erwachsenen Menschen weisen einen solchen Defekt auf, sind jedoch meist ohne jede Beschwerden. Männer sind etwa doppelt so häufig wie Frauen betroffen, während das Risiko einer zunehmenden Verschiebung der Wirbel gegeneinander bei Frauen größer ist. Das Ausmaß der Verschiebung kann in vier Grade unterteilt werden, wobei das Ausmaß der Verschiebung nicht notwendigerweise der Ausprägung der Beschwerden entspricht. Diese können sich in Rückenschmerzen mit ein- oder beidseitiger Schmerzausstrahlung in die Beine und auch Lähmung und Gefühlsstörungen äußern.

Häufig ist eine konservative Therapie ausreichend. Dazu zählen Informationen über das Krankheitsbild und seinen Verlauf, Krankengymnastik (zur Kräftigung der rumpfstabilisierenden Muskulatur, auch der Bauchmuskeln) und medizinische Trainingstherapie, daneben Sportkarenz für einige Sportarten wie z.B. Kunstturnen oder Speerwerfen.

Bei konservativ nicht beherrschbaren Beschwerden, einem rasch zunehmenden Wirbelgleiten, Lähmungen oder einer ausgeprägten Haltungsstörung ist die Stabilisierung des betroffenen Wirbelsäulenabschnitts indiziert. Dieser Eingriff erfolgt häufig alleine von rückenseitig (dorsal), kann aber auch als kombiniertes Verfahren von hinten und von vorne (ventro-dorsale oder dorso-ventrale Stabilisierung) durchgeführt werden.

 

 

Bereich Halswirbelsäule

Bandscheibenerkrankung der Halswirbelsäule

Typisches Beschwerdebild einer Bandscheibenerkrankung der Halswirbelsäule ist ein Nackenschmerz ohne Ausstrahlung in Ober- und Unterarme mit einer begleitenden muskulären Fehlfunktion. Ursächlich ist ein altersabhängiger Verschleiß v.a. der Bandscheibe, daneben jedoch auch der Wirbelkörperabschlussplatten (Osteochondrose) und der Zwischenwirbelgelenke (Spondylarthrose).

Neben Nackenschmerz kann es zu einer Schmerzausstrahlung in die Schulterregion, den Hals und das Hinterhaupt kommen. Schluckbeschwerden, Atemnot, Schwindel, Benommenheit, Ohrgeräusche und Gesichtsschmerz können weitere Symptome der Bandscheibenerkrankung sein. Abzugrenzen sind Erkrankungen der Schulter und des Innenohrs und neurologische Erkrankungen.

Bei der Mehrzahl der Betroffenen kann durch eine konservative Therapie eine ausreichende Besserung der Symptome erzielt werden. Nach drei Monaten einer solchen, aus Krankengymnastik, Schmerztherapie, Entspannungsverfahren und Verhaltenstherapie bestehenden Therapie sind ca. 30 % der Patienten beschwerdefrei, 50 % deutlich gebessert und nur 20 % unverändert oder verschlechtert. Wichtig dabei ist, dass die Halswirbelsäule nicht längerfristig ruhig gestellt wird (z.B. mittels einer Halskrause). Bei Versagen der konservativen Therapie kann eine Operation in Erwägung gezogen werden, z.B. durch eine von vorne durchgeführte Entfernung der Bandscheibe (Nukleotomie) mit anschließender Stabilisierungsoperation oder durch den Einbau einer Bandscheibenendoprothese.

 

 

Nervenwurzelreizung der Halswirbelsäule

Diese Nervenwurzelreizung (zervikale Radikulopathie) ist durch Nackenschmerzen gekennzeichnet, oft in Kombination mit Armschmerzen (Brachialgien) und ggf. auch Lähmungen (Paresen), Gefühlsstörungen (Dysästhesien) oder Missempfindungen (Parästhesien). Gehäuft treten diese Beschwerden im 6. Lebensjahrzehnt auf.

Ursächlich ist ein Verschleiß des Bewegungssegments, d.h. der Bandscheibe, der Wirbelkörperabschlussplatten und der zugehörigen Zwischenwirbelgelenke, überwiegend in Höhe des Zwischenwirbelraums zwischen dem fünften und sechsten (C5/C6) und dem sechsten und siebten (C6/C7) Halswirbel. Folge ist eine neuroforaminale Enge, d.h. eine Einengung der Nervenwurzel im Bereich des seitlichen Nervenaustrittskanals (Neuroforamen). Wichtig ist eine Abgrenzung gegenüber peripheren Nervenengpasssyndromem, z.B. dem Karpaltunnelsyndrom und gegenüber Beschwerden bei Erkrankungen der Schulter.

Vergleichbar zur Bandscheibenerkrankung ist bei chronischen Schmerzen eine interventionelle oder eine multimodale konservative Therapie mit Krankengymnastik, Schmerzmittelgabe, Entspannungstechniken, Verhaltenstherapie und Schmerzbewältigungsprogrammen sinnvoll.

Beim Vorliegen funktionell bedeutsamer Lähmungen und nicht ausreichend beherrschbaren Schmerzen ist die mikrochirurgische Entfernung der Bandscheibe (Nukleotomie) mit Erweiterung des Neuroforamens (Neuroforaminotomie) und damit Entlastung der bedrängten Nervenwurzel (Neurolyse) indiziert. Ergänzt wird diese Maßnahme entweder durch eine Versteifung des betroffenen Bandscheibenfaches oder durch das Einbringen einer Bandscheibenprothese. Bei weit seitlich gelegenen Bandscheibenvorfällen ist alternativ auch eine von rückenseitig (dorsal) durchgeführte Entlastung der Nervenwurzel ohne Versteifungsoperation möglich (Foraminotomie nach Frykholm).

 

 

Wirbelkanalverengung der Halswirbelsäule

Eine Einengung der Weite des Wirbelkanals der Halswirbelsäule auf unter 13 mm (relative Stenose) bzw. 10 mm (absolute Stenose) kann zu einer Rückenmarkschädigung (zervikale spondylotische Myelopathie) führen. Dies kann zu einem gestörten Gangbild, Verschmächtigungen und Lähmungen der Handmuskeln mit Störungen der Feinmotorik, zu Lähmungen der Arme und Beine und zu Störungen der Blasen- und Mastdarmfunktion führen.

Neben Röntgenaufnahmen und der Kernspintomographie (MRT) ist bei Patienten mit diesem Krankheitsbild eine neurologische Funktionsdiagnostik (Elektrophysiologie) wichtig, da sie eine Aussage zum Schädigungsgrad des Rückenmarks ermöglicht.

Eine Kombinationstherapie, bestehend aus Schmerzmittelgabe und Muskelrelaxanzien, Krankengymnastik und physikalischer Therapie ist bei geringer Funktionsstörung, einem höheren Lebensalter und einer fehlenden bzw. nur geringen Zunahme der Symptome indiziert.

Neben der rasch zunehmenden Querschnittsymptomatik ist bei Zunahme einer Gangstörung, einer deutlichen Feinmotorikstörung der Hände und einer Blasenentleerungsstörung die operative Entlastung des Wirbelkanals indiziert. Ziel der Operation ist es dann, den eingetretenen klinischen Zustand zu stabilisieren und eine weitere Verschlechterung zu verhindern. In Frage kommen sowohl von vorne (ventral) als auch von rückenseitig (dorsal) durchgeführte entlastende und stabilisierende Operationsverfahren.

Bereich Brustwirbelsäule

Bandscheibenvorfall der Brustwirbelsäule

Die Vorwölbung oder der Vorfall von Bandscheibengewebe in den Wirbelkanal der Brustwirbelsäule ist sehr viel seltener, als dies im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule der Fall ist. Am häufigsten ist die untere Brustwirbelsäule, v.a. die Bandscheibe zwischen dem elften und zwölften Brustwirbelkörper (Th11/Th12) betroffen. Ursächlich ist in aller Regel ein Alterungsprozess der Bandscheiben und der angrenzenden Wirbelkörperabschlussplatten.

Meist gehen diese Bandscheibenvorfälle mit keinen oder nur geringen Symptomen einher. Kommt es jedoch zu Beschwerden, äußern sie sich häufig in einem lokalen Rückenschmerz mit ein- oder beidseitiger Ausstrahlung in den Brustkorb und auch Lähmungen bis hin zu einer Blasen-Mastdarm-Funktionsstörung.

Vergleichbar zu Bandscheibenvorfällen der Hals- und Lendenwirbelsäule ist meist ein konservativer Therapieversuch mit Schmerzmittelgabe, Krankengymnastik, physikalischer Therapie und Verhaltenstraining möglich.

Bei Lähmungen (abhängig von ihrem Ausmaß und ihrem Fortschreiten) und konservativ nicht beherrschbaren Schmerzen ist die operative Entfernung des Vorfalls indiziert, was allerdings nur sehr selten notwendig ist.

Thorakalsyndrome und Interkostalneuralgie

Verschleißbedingte Veränderungen und Funktionsstörungen der Brustwirbelsäule können erhebliche Schmerzen der Brustwirbelsäule selbst und im Bereich des Brustkorbs auslösen. Ausgangspunkt sind häufig die Zwischenwirbelgelenke bzw. die gelenkigen Verbindungen zwischen Wirbeln und Rippen. Auch nach thoraxchirurgischen Eingriffen oder nach Rippenbrüchen finden sich solche Beschwerden. Die Schmerzen sind häufig lage- und atemabhängig und gürtelförmig in den Brustkorb ausstrahlend.

Wichtig ist es, gravierende Ursachen von Schmerzen im Brustkorb (z.B. Durchblutungsstörungen des Herzens u.a.) auszuschließen.

Die Behandlung dieser Beschwerden ist eine Domäne der konservativen Therapie (Schmerzmittelgabe, Krankengymnastik, physikalische Maßnahmen und Infiltrationen nahe der Wirbelsäule).

 

 

Weitere Erkrankungen der Wirbelsäule

Skoliose

Als Skoliose bezeichnet man eine dreidimensionale Verformung der Wirbelsäule mit einer Seitausbiegung von mehr als 10°, einer Verdrehung (Torsion) der Wirbel und einer veränderten Ausformung in der Seitansicht (Sagittalprofil) dar. Diese Veränderungen können alle Abschnitte der Wirbelsäule betreffen.

Unterteilt werden die Skoliosen in unterschiedliche Formen: Die Skoliose, für die eine Ursache nicht ersichtlich ist (idiopathische Skoliose), die angeborene (oder kongenitale) Skoliose, die Lähmungsskoliose (neuromuskuläre Skoliose), die Skoliose des Erwachsenen (adulte Skoliose) und die Säuglingsskoliose.

Die idiopathischen (von sich aus entstehenden) Skoliosen werden nach dem Zeitpunkt ihres Auftretens in die infantile Form (2. bis 3. Lebensjahr), die juvenile Form (4. bis 10. Lebensjahr) und die Adoleszentenskoliose (11. bis 18. Lebensjahr, d.h. zwischen dem Beginn der Pubertät und dem Wachstumsabschluss) unterteilt. Die Rolle erblicher Faktoren bei der Entstehung der idiopathischen Skoliose ist nicht abschließend geklärt. Mädchen sind von dieser Skolioseform drei- bis viermal häufiger als Jungen betroffen. Im Rahmen des Wachstums besteht die Gefahr der Zunahme der Verformung. Ungünstig für die Prognose sind ein früher Krankheitsbeginn (vor der Pubertät) und ein großer Skoliosewinkel sowie eine ausgeprägte Wirbelrotation bei der Diagnosestellung. Seitverbiegungen der Brustwirbelsäule von mehr als 50° bis 60° und solche der Lendenwirbelsäule von mehr als 30° bis 40° neigen häufig auch nach Wachstumsabschluss zu einer schleichenden Verschlechterung. Anfangs zeigen sich bei den Betroffenen nur selten gravierende Rückenschmerzen. Allerdings kann es zu erheblichen kosmetischen Beeinträchtigungen und zu einer Beeinträchtigung der Lungenfunktion kommen.

Kongenitale Skoliosen sind bedingt durch angeborene strukturelle Defekte (Formations- und / oder Segmentationsstörungen) und äußern sich häufig als kurzbogige und steife Krümmungen; zugleich sind sie in aller Regel mit weiteren Fehlbildungen der Wirbelsäule und innerer Organe verbunden. Diese Skolioseform weist eine ausgeprägte Tendenz zur Verschlechterung auf.

Lähmungsskoliosen sind früh einsetzende und rasch zunehmende Wirbelsäulendeformitäten. Nahezu immer sind sie mit weiteren Fehlbildungen innerer Organe oder des Skelettsystems vergesellschaftet. Die infantile Zerebralparese ist die häufigste Ursache einer solchen neuro-muskulären Verformung. Auch nach Wachstumsabschluss zeigt sich bei den Betroffenen meist eine stetige Verschlechterung.

Skoliosen im Erwachsenenalter (adulte Formen) sind entweder verschleißbedingte (und damit erst im Erwachsenenalter erworbene) Verformungen der unteren Brust- und der Lendenwirbelsäule („de-novo“ Skoliose) oder ehemals idiopathische Skoliosen des nun Erwachsenen. Die „de-novo“ Skoliosen sind häufig vergesellschaftet mit einer Knochenstoffwechselstörung, v.a. einer Knochendichteminderung (Osteoporose). Im Gegensatz zu den anderen Skolioseformen findet sich bei ihnen häufig ein chronischer Rückenschmerz mit Schmerzausstrahlung in die Beine.

Die Säuglingsskoliose ist eine Sonderform der Skoliosen: Sie stellt eine großbogige, meist linkskonvexe, vollständig korrigierbare Skoliose im Neugeborenenalter ohne Verschlechterungstendenz dar, die auch unbehandelt einen günstigen Verlauf zeigt.

Das Ausmaß der Krümmung und deren Flexibilität kann anhand von Röntgenaufnahmen untersucht werden. Verlaufskontrollen sind ebenfalls röntgenologisch oder mittels lichtoptischer Verfahren (Videorasterstereographie) möglich. Bei Verdacht auf Vorliegen einer Veränderung des Rückenmarks sollte eine Kernspintomographie (MRT) durchgeführt werden, bei kongenitalen Deformitäten eine ergänzende Computertomographie (CT).

Die Ziele der konservativen Therapie sind es, eine Verschlechterung der Verformung zu vermeiden und die Beweglichkeit der Wirbelsäule aufrecht zu erhalten. Dies kann v.a. bei idiopathischen Skoliosen durch Krankengymnastik (z.B. Behandlungskonzepte nach Vojta oder nach Schroth) alleine oder in Kombination mit einer Korsettbehandlung versucht werden.

Beschwerden bei adulten Skoliosen können durch Krankengymnastik (Traktionsbehandlung), physikalische Anwendungen, Schmerzmittelgabe, das zeitweise Tragen einer Orthese oder eines Mieders und durch Wirbelsäulen-nahe Infiltrationen behandelt werden.

Bei Versagen der konservativen Therapie, d.h. vor allem bei Zunahme der Deformität mit Überschreiten kritischer Werte der Seitausbiegung der Wirbelsäule, ist eine operative Deformitätenkorrektur angezeigt. Zur Anwendung kommen Eingriffe von rückenseitig (dorsal), bauchseitig (ventral) und kombinierte ventro-dorsale oder dorso-ventrale Verfahren. Zur Verbesserung des kosmetischen Ergebnisses kann es auch erforderlich sein, einen Rippenbuckel operativ zu korrigieren (Thorakoplastik). Bei der operativen Therapie adulter Skoliosen muss der meist schlechten Knochenqualität Beachtung geschenkt werden. Zugleich ist es wichtig, Begleiterkrankungen der meist älteren Patienten und deren Erwartungshaltung in die Planung einer operativen Maßnahme mit einzubeziehen.

Kyphose

Die Ausbildung eines Rundrückens nennt man Kyphose. Diese Fehlform der Wirbelsäule ist bei Heranwachsenden häufig die Folge eines Morbus Scheuermann (Adoleszentenkyphose) und bei Erwachsenen Begleitsymptom des Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans), einer rheumatischen Erkrankung. Daneben existieren angeborene Deformitäten (kongenitale Kyphosen), Fehlstellungen als Folge von Unfällen (z.B. von Wirbelbrüchen), von Systemerkrankungen (z.B. Knochenstoffwechselstörung, Tuberkulose, etc.) und nach Operationen (Post-Laminektomie-Kyphose).

Die typische Adoleszentenkyphose der Brustwirbelsäule ist durch die Verformung von mindestens drei benachbarten Wirbeln gekennzeichnet und tritt selten vor dem 10. Lebensjahr auf. Die Ursache der Erkrankung ist nicht abschließend geklärt; allerdings existiert eine familiäre Häufung. Klinisch findet sich bei schweren Verläufen ein ausgeprägter und fixierter Rundrücken mit Schmerzen und häufig auch einer kosmetischen Beeinträchtigung. Meist ist eine konservative Therapie ausreichend. Krankengymnastik dient der Haltungskorrektur (z.B. Behandlungskonzepte nach Brügger oder nach Lehnert-Schroth), während durch eine Therapie mit Reklinationsorthesen eine Rumpfaufrichtung erzielt werden soll. Voraussetzung zur Anwendung dieser Therapie ist ein Restwachstum der Betroffenen. Bei einer starken Verschlechterung der Deformität und / oder dem Auftreten von Lähmungen kann ebenso wie bei kosmetischen Beeinträchtigungen eine operative Aufrichtung (Korrekturspondylodese) helfen. Diese kann rein rückenseitig (dorsal), aber auch kombiniert bauch- und rückenseitig (ventro-dorsal) erfolgen.

Kongenitale (angeborene) Kyphosen sind meist kurzbogige Verformungen am Übergang von der Brust- zur Lendenwirbelsäule, bedingt durch angeborene Defekte (Formations- und/oder Segmentationsstörungen). Sie gehen häufig mit Fehlbildungen des Skeletts und innerer Organe einher. Viele der Betroffenen zeigen eine starke Funktionseinschränkung, Schmerzen, Störungen der Lungenfunktion und Lähmungen. Eine Indikation zur konservativen Therapie besteht nur selten. Angeborene Kyphosen sind eine Domäne der operativen Therapie. Im Gegensatz zum Morbus Scheuermann ist eine frühe Korrektur bzw. Wachstumslenkung indiziert.

Auch bei einer rheumatischen Erkrankung, dem Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans), kann es zur Ausbildung einer fixierten Kyphose kommen. Diese findet sich meistens am Übergang der Brust- zur Lendenwirbelsäule, kann aber prinzipiell die gesamte Wirbelsäule betreffen. Ein Hauptproblem der Betroffenen ist die Einschränkung ihres Blickfelds. Daneben kann es zu erheblichen Rückenschmerzen und zu einer Verschlechterung der Lungenfunktion kommen. Die Behandlung des Morbus Bechterew erfolgt primär medikamentös und sollte von einem Rheumatologen kontrolliert werden. Bei Vorliegen einer operationspflichtigen Verformung sind in der Regel von rückenseitig durchgeführte Korrekturspondylodesen notwendig.

Posttraumatische Deformitäten erfordern abhängig von ihrem Ausmaß, ihrer Lokalisation und den daraus resultierenden Beschwerden u.U. auch eine operative Korrektur. Dabei ist häufig eine schlechte Knochenqualität der Betroffenen zu berücksichtigen.

Rheumatische Erkrankungen

Rheumatische Krankheiten sind vielgestalt und können prinzipiell in die rheumatoide Arthritis und die seronegativen Spondylarthropathien unterteilt werden. Zu letztgenannter Gruppe zählen der Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans), die Psoriasisarthritis, die reaktive Arthritis (Reiter-Syndrom) und Spondylarthropathien bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Ihnen allen gemeinsam ist, dass die systemische (den ganzen Körper betreffende) entzündliche Aktivität auch die Wirbelsäule betreffen kann.

Die rheumatoide Arthritis ist eine chronische entzündliche Systemerkrankung, die sehr häufig die Halswirbelsäule betrifft und dort zu erheblichen Instabilitäten führen kann. Alle Altersgruppen können von dieser Autoimmunerkrankung betroffen sein, während Frauen ca. dreimal so häufig wie Männer erkranken. Etwa 85 % aller Patienten mit rheumatoider Arthritis haben im Röntgenbild Zeichen einer Beteiligung der Halswirbelsäule, allerdings nur 40 % bis 60 % entsprechende Symptome. Bedingt durch die entzündlichen Veränderungen der Halswirbelsäule und die daraus resultierenden Instabilitäten kann es zu Schmerzen und zu Zeichen der Rückenmarkschädigung (zervikale Myelopathie) kommen. Dazu zählen gesteigerte Reflexe, Gangunsicherheit, Störungen der Feinmotorik und der Blasen- sowie Mastdarmfunktion und Missempfindungen. Therapeutisch bedeutsam ist eine medikamentöse Basistherapie (krankheitsmodifizierende anti-rheumatische Medikamente), eine gezielte Patientenaufklärung über den zu erwartenden Krankheitsverlauf, Krankengymnastik, Ergotherapie und physikalische Anwendungen. Instabilitäten erfordern allerdings oft eine operative Stabilisierung von Teilen der Halswirbelsäule, was häufig durch rückenseitige (dorsal) Stabilisierungsoperationen erfolgt.

Der Morbus Bechterew (oder Spondylitis ankylosans) ist eine seronegative Spondylarthropathie. Häufig kommt es zu einem chronisch entzündlichen Befall der Kreuz-/Darmbein-Gelenke und der gesamten Wirbelsäule. Im Gegensatz zur rheumatoiden Arthritis ist kein Rheumafaktor im Blut der Betroffenen nachweisbar, während über 90 % der Patienten im Blut das sog. HLA-B27 aufweisen. Männer sind drei- bis viermal häufiger als Frauen betroffen und zeigen meist aggressivere Verlaufsformen. Im Bereich der Wirbelsäule kommt es zu einer Ausbildung von überbrückenden Knochenspangen zwischen einzelnen Wirbeln (Syndesmophyten), die zu einer totalen Versteifung der Wirbelsäule führen können. Als Folge davon und einer verminderten Knochenfestigkeit kommt es bei Patienten mit Morbus Bechterew deutlich häufiger als bei Gesunden zu Brüchen der Wirbelsäule.

Eine weitere Folge der Erkrankung ist der häufig anzutreffende Rundrücken (Kyphose) mit Einschränkung des Blickfelds. Ziele der konservativen Therapie sind die Kontrolle von Schmerz und Steifigkeit und damit eine Aufrechterhaltung der Funktion, die Reduktion der Entzündungsaktivität und das Vorbeugen einer Verformung. Erreicht werden kann dies durch Schmerzmedikation, Krankengymnastik, physikalische Therapie, Haltungsschule und Atemtraining sowie Verhaltenstraining. Zentralen Stellenwert besitzt allerdings die medikamentöse Behandlung der Grunderkrankung mit krankheits-modifizierenden Medikamenten. Wirbelbrüche und symptomatische Verformungen müssen häufig operativ durch kombinierte bauch- und rückenseitige Stabilisierungen bzw. Korrekturspondylodesen behandelt werden.

Die Psoriasisarthritis ist eine weitere seronegative Spondylarthropathie, die in Verbindung mit einer Schuppenflechte auftritt. Auch sie kann die Kreuz-/Darmbein-Gelenke und die gesamte Wirbelsäule betreffen. Bei ca. 60 % der Betroffenen gelingt der Nachweis von HLA-B27.

Die reaktive Arthritis (oder Reiter-Syndrom) äußert sich als Entzündung der ableitenden Harnwege, der Gelenke und der Hornhaut. Die gesamte Wirbelsäule und die Kreuz-Darmbein-Gelenke können betroffen sein. Der Krankheitsverlauf ist meist selbst-limitierend.

Chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie die Colitis ulcerosa oder der Morbus Crohn können von einer seronegativen Spondylarthropathie begleitet sein. Bei ca. 50 % bis 70 % dieser Patienten findet sich HLA-B27. Die Rate symptomatischer Gelenkentzündungen (Arthritiden) liegt bei ca. 10 % bei der Colitis ulcerosa und bei ca. 20 % beim Morbus Crohn.

Die Psoriasisarthritis, reaktive Arthritis und Spondylarthropathie bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sind eine Domäne der konservativen Therapie. Nur sehr selten (z.B. bei einer Instabilität oder bei Lähmungen) besteht eine Notwendigkeit zu einer operativen Therapie.

Bakterielle Entzündungen der Wirbelsäule

Die häufigsten bakteriellen Infektionen der Wirbelsäule betreffen die Bandscheiben (Spondylodiszitis) und die Wirbelkörper (Spondylitis). Überwiegend sind ältere Menschen von dieser Erkrankung betroffen. Unterschieden werden sie u.a. anhand des Krankheitserregers: Spezifische Entzündungen werden durch den Erreger der Tuberkulose (Mykobakterien), unspezifische Entzündungen durch andere Bakterien (überwiegend Staphylokokken) hervorgerufen. Diese Krankheitserreger werden häufig aus der Niere bzw. den ableitenden Harnwegen, der Lunge oder Bauchorganen in die Bandscheiben oder Wirbelkörper verschleppt.

Das Beschwerdebild ist zunächst diffus: Lokale Belastungsschmerzen, später Ruhe- und Nachtschmerzen, Nachtschweiß, Gewichtsverlust, ein Leistungsknick, bei fortgeschrittener Entzündung auch Schmerzen in den Beinen bis hin zu einer Querschnittlähmung und u.U. eine erhebliche Verformung der Wirbelsäule.

Die Diagnosestellung stützt sich auf Röntgenuntersuchungen und die Kernspintomographie (MRT). Wichtig ist auch die Identifikation des Krankheitserregers, z.B. durch Blutanalysen oder durch eine Gewebeentnahme im Bereich der betroffenen Strukturen, um eine entsprechende Antibiotikatherapie einleiten zu können. Diese ist gemeinsam mit einer Ruhigstellung der Wirbelsäule durch eine Orthese zentrales Element der konservativen Therapie.

Ziel der operativen Therapie ist die chirurgische Entfernung des Infektherdes mit der Möglichkeit, bedrängte Nerven oder das Rückenmark zu entlasten und eine ausreichende Stabilität zu schaffen, die Voraussetzung einer dauerhaften Ausheilung ist. Dies kann bei Ausbleiben einer Infektionssanierung unter konservativer Therapie, bei Lähmungen und bei groben Verformungen der Wirbelsäule notwendig werden.

Kommt es zu einer bakteriellen Infektion im Wirbelkanal, spricht man von einem spinalen Abszess, der in aller Regel chirurgisch behandelt werden muss.

 

 

Neubildungen der Wirbelsäule

Neubildungen an der Wirbelsäule können in primäre und in sekundäre Tumore unterteilt werden. Nur ca. 1,5 % aller primären Knochenneubildungen betreffen die Wirbelsäule. Diese primären Tumore können in gut- und bösartige Veränderungen unterschieden werden, was für die Planung der weiteren Therapie entscheidend ist.

Die Mehrzahl der Neubildungen im Bereich der Wirbelsäule sind sekundäre Tumore (Metastasen), d.h. Absiedelungen von Neubildungen z.B. der Brust, der Schilddrüse, der Prostata, der Niere, der Lunge usw. Diese Tochtergeschwulste von Neubildungen außerhalb der Wirbelsäule finden sich überproportional häufig in der Wirbelsäule. Sie können erhebliche Schmerzen verursachen und über die Zerstörung des Knochens eine Instabilität der Wirbelsäule hervorrufen. Daneben können sie in den Wirbelkanal einbrechen und das Rückenmark sowie die Nervenwurzeln bedrängen. Folge können Lähmungen und Gefühlsstörungen bis hin zur kompletten Querschnittlähmung sein.

Die Behandlung solcher Veränderungen ist nur in Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachrichtungen möglich. Diese sind in der Regel die Onkologie und die Strahlentherapie sowie abhängig von dem zugrunde liegenden Leiden weitere Fachrichtungen wie Gynäkologie, Urologie, Chirurgie u.a.

Eine operative Behandlung bei primären Knochentumoren der Wirbelsäule kann bis hin zur kompletten Entfernung eines oder mehrerer Wirbel mit nachfolgender Stabilisierung reichen (Spondylektomie). Bei Nachweis von Metastasen und einer drohenden Instabilität kann es erforderlich sein, den betroffenen Wirbelsäulenabschnitt zu stabilisieren, ohne allerdings den gesamten Wirbel zu entfernen. In diesen Fällen ist häufig auch eine Entlastung des Wirbelkanals notwendig. Nach der Operation ist bei diesen Patienten häufig eine ergänzende Therapie (z.B. Chemotherapie oder Strahlentherapie) erforderlich.

 

 

Verletzungen der Wirbelsäule

Verletzungen der Wirbelsäule können alle drei Teilabschnitte – Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule – betreffen. Die Verletzungen können in Brüche der Wirbel (Frakturen) und Zerreißungen der Bandscheibe und des Bandapparats (disko-ligamentäre Verletzungen) unterteilt werden und sind Ausdruck erheblicher, auf die Wirbelsäule einwirkender äußerer Kräfte. Häufig treten sie nicht isoliert auf, sondern sind Teil einer Mehrfachverletzung, z.B. anderer Knochen oder innerer Organe.

Ältere Menschen oder solche mit einer Systemerkrankung oder lang andauernder Therapie, z.B. mit Kortison, weisen häufig eine Störung ihres Knochenstoffwechsels auf. Eine solche Knochendichteminderung (oder Osteoporose) führt zu einer erhöhten Brüchigkeit der Knochen. Selbst ohne Unfall kann es daher zu osteoporotisch bedingten Wirbelbrüchen (Fragilitätsfrakturen) kommen. Diese betreffen häufig die Brust- und die Lendenwirbelsäule.

Neben einer medikamentösen Therapie der Knochendichteminderung und einer Vermeidung von Stürzen kann bei diesen Patienten bei anhaltenden Schmerzen infolge des Wirbelbruchs eine Zementstabilisierung des gebrochenen Wirbels (Vertebroplastie bzw. Kyphoplastie) erwogen werden. Verletzungen der Wirbelsäule als Folge eines Unfalls können, abhängig von dem Ausmaß einer resultierenden Instabilität und einer eventuellen Bedrängung von Rückenmark und Nervenwurzeln, sowohl konservativ als auch operativ behandelt werden.