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Schultereckgelenkverletzungen / -arthrose


Traumatische Schultereckgelenk - Verletzung


Einf├╝hrung

Schl├╝sselbein und Schulterblatt werden durch einen Kapsel-Meniskus-Band-Komplex zwischen Acromion und dem ├Ąu├čeren Schl├╝sselbeinende fixiert. Des weiteren verbinden zwei B├Ąnder den Processus coracoideus des Schulterblattes mit dem ├Ąu├čeren Drittel des Schl├╝sselbeins. Diese Verbindungsstrukturen stellen einen elastischen Komplex dar, da das Schl├╝sselbein bei Schulterbewegungen eine Drehbewegung durchf├╝hrt.

Durch Sturz auf die Schulter kann es zur Zerreissung der stabilisierenden B├Ąnder zwischen Schulterblatt und Schl├╝sselbein kommen. Je nach Grad der Bandbesch├Ądigung unterscheiden wir nach TOSSY drei Schweregrade :

TOSSY I :

Teilverletzung der B├Ąnder zwischen Acromion und ├Ąu├čerem Schl├╝sselbeinende

TOSSY II :

Teilverletzung der B├Ąnder zwischen Acromion, Coracoid und dem Schl├╝sselbein

TOSSY III :

Riss aller B├Ąnder zwischen Schulterblatt und Schl├╝sselbein


Diagnostik

Die pr├Ąoperative Diagnostik umfa├čt neben der Erhebung der Anamnese, des klinischen Untersuchungsbefundes, den Standardr├Ântgenaufnahmen des Schultergelenks in zwei Ebenen vor allem die Durchf├╝hrung von R├Ântgenaufnahmen des Schultereckgelenks unter Gewichtbelastung im Seitenvergleich, um den Grad der Schultereckgelenkverletzung bestimmen zu k├Ânnen.

Anamnese

Klinische Untersuchung

Konventionelle R├Ântgenuntersuchung des Schultergelenks in zwei Ebenen

Spezialprojektionen ( gehaltene Aufnahmen beider Schultereckgelenke unter Gewichtbelastung )

( Kernspintomographie ( MRT ) )

Abb. links : R├Ântgen-ap-Aufnahme des Schultergelenks; Auseinanderweichen des rechten Schultereckgelenkes

Abb. rechts : "Gehaltene Aufnahme" beider Schultereckgelenke mit 7,5 kg Gewichtsbelastung : rechts TOSSY-III-Verletzung, links Normalbefund


Konservative Therapie

Grunds├Ątzlich besteht bei geschlossenen Schultereckgelenkverletzungen ohne begleitende Nerven- / Gef├Ą├čverletzung keine Indikation zur operativen Versorgung. Gerade die TOSSY-I- und TOSSY-II-Verletzungen werden in der Regel konservativ mit kurzfristiger Ruhigstellung in Armschlinge oder Gilchristverband unter entsprechender Schmerzmittelmedikation und anf├Ąnglich lokaler Eisk├╝hlung behandelt. Nach sechs Wochen sind die Bandstrukturen wieder belastungsstabil verheilt.

Auch TOSSY-III-Verletzungen k├Ânnen prinzipiell konservativ nach dem gleichen Schema behandelt werden. Gerade in den Vereinigten Staaten wird diese Behandlungsmethode favorisiert. Allerdings k├Ânnen insbesondere bei schwer k├Ârperlich arbeitenden Menschen, bei ├╝ber Kopf Arbeitenden und bei Sportlern mit vermehrter Schulterbelastung erhebliche postoperative Beschwerden auftreten, wenn das Gelenk zwischen Acromion und Schl├╝sselbein nicht mehr kongruent verheilt, sondern das Schl├╝sselbein mit seinem ├Ąu├čeren Ende nach oben steht. Durch Bandagen ist dies nicht zu verhindern. Deshalb sollte bei den TOSSY-III-Verletzungen die Behandlung mit dem Patienten eingehend besprochen werden. Zu ber├╝cksichtigen ist in diesem Zusammenhang auch, ob der Gebrauchsarm verletzt wurde ( Rechts- / Linksh├Ąnder ).


Operative Therapie

Bei der operativen Stabilisierung der frischen TOSSY-III-Verletzung des Schultereckgelenks wurden verschiedenste Stabilisierungsverfahren von Zuggurtungen mit Dr├Ąhten, Fixation mit Schrauben u.v.a.m. beschrieben. Gekennzeichnet waren diese Verfahren durch h├Ąufiges Metallwandern und Br├╝che der Implantate.

Die Stabilisierung mit einer Hakenplatte, deren Plattenschenkel mit Schrauben auf dem ├Ąu├čeren Schl├╝sselbeinende fixiert wird und deren Schnabel unter das Acromion greift und somit das ├Ąu├čere Schl├╝sselbeinende in seine richtige Position dr├╝ckt, entspricht einer dynamischen Stabilisierung, da hierbei keine feste Verbindung zwischen Schulterblatt und Schl├╝sselbein geschaffen wird.

Abb. links : TOSSY-III-Verletzung des rechten Schultereckgelenkes mit Ri├č aller drei Bandkomplexe ( gelb markiert ) und H├Âhertreten des Schl├╝sselbeins

Abb. Mitte : Zustand nach Hakenplattenstabilisierung des rechter Schultereckgelenkes ( "ap-Aufnahme" )

Abb. rechts : Zustand nach Hakenplattenstabilisierung des rechter Schultereckgelenkes ( Schr├Ągaufnahme )


Nachbehandlung

Der station├Ąre Aufenthalt dauert etwa eine Woche und die operierte Schulter wird bis zur abgeschlossenen Wundheilung in einem Gilchristverband ruhiggestellt. Unter entsprechender Schmerzmittelmedikation erfolgt ab dem 2. postoperativen Tag bereits eine physiotherapeutisch angeleitete Bewegungstherapie aus dem Verband heraus.

Die ambulante Weiterbehandlung f├╝hrt die krankengymnastische ├ťbungsbehandlung fort. Dabei sollten schwere Belastungen sowie Bewegungen ├╝ber 90┬░ im Schultergelenk vermieden werden.

Nach drei Monaten sollte die Hakenplatte wieder operativ entfernt werden, da zum Einen die B├Ąnder dann bereits verheilt sind, zum Anderen die M├Âglichkeit des Durchscheuerns des Acromions durch den Plattenhaken besteht ( sehr selten ! ).


Schultereckgelenk - Arthrose ( Acromio-Clavicular-Gelenk-Arthrose )

Abb. links : Unauff├Ąlliges Schultereckgelenk links

Abb. rechts : Schwere Arthrose des linken Schultereckgelenks im Rahmen einer Schulterarthrose


Einf├╝hrung

Durch wiederholte Mikrotraumen ( Arbeiten ├╝ber Kopf, schweres Heben und Tragen, Kontaktsportarten, Wurfsportarten ) kommt es zu einem Verschlei├č des Gelenks zwischen dem ├Ąu├čeren Schl├╝sselbeinendes und dem ├Ąu├čeren Fortsatz des Schulterblatts ( = Acromion ). Dabei wird der knorpelige Gelenkmeniskus zerrieben und die Knochenenden von Schl├╝sselbein und Acromion bekommen Kontakt.

Die Beschwerden steigern sich langsam mit Schmerzen unter Belastung, sp├Ąter durch n├Ąchtliche Gelenkschmerzen mit Unm├Âglichkeit, auf der betroffenen Schulterseite zu schlafen.

Es besteht klinisch ein deutlicher Druckschmerz ├╝ber dem Gelenk. Radiologisch erkennt man bei fortgeschrittenen F├Ąllen eine deutliche Knochenver├Ąnderung am Acromion und dem Schl├╝sselbein mit Knochenwucherungen und unregelm├Ą├čigem Gelenkspalt. Zur Differenzierung anderer Schultererkrankungen kann das Gelenk mit einem Lokal├Ąn├Ąsthetikum infiltriert werden. Ist der Patient danach beschwerdefrei, liegt die Ursache der Beschwerden in der hier lokalisierten Gelenkarthrose.


Diagnostik

Die pr├Ąoperative Diagnostik umfa├čt neben der Erhebung der Anamnese, des klinischen Untersuchungsbefundes, R├Ântgendiagnostik vor allem die lokale Infiltration des Schultereckgelenks, um andere Schmerzursachen im Bereich des Schultergelenks auszuschlie├čen.

Anamnese

Klinische Untersuchung

Konventionelle R├Ântgenuntersuchung des Schultergelenks in zwei Ebenen

Spezialprojektionen ( SSS-Tunnelaufnahme, gehaltene Aufnahmen )

Infiltration mit Lokalan├Ąsthetikum ( zur Differentialdiagnose )

( Kernspintomographie ( MRT ) )


Konservative Therapie

Die Behandlung der beginnenden Schultereckgelenk -Arthrose ist zun├Ąchst konservativ :

- Vermeiden der Schmerz ausl├Âsenden Bewegungen
- Lokale Eis- und Salbenapplikation
- Antiphlogistica ( entz├╝ndungshemmend und schmerzstillend )
- Injektionen z.B. mit Hyalurons├Ąure in das betroffene Gelenk ( Knorpeltherapie )
- Krankengymnastische Mobilisierungs- und Kr├Ąftigungsbehandlung


Operative Therapie

Kommt es unter konservativer Therapie nicht zu einer Besserung der Beschwerden und liegen in der Regel weitere behandlungsbed├╝rftige Befunde im Bereich des schmerzenden Schultergelenks vor, erfolgt entweder arthroskopisch oder durch eine kleine Hautinzision die Entfernung des ├Ąu├čeren Endes des Schl├╝sselgelenks zusammen mit dem zerst├Ârten Gelenk, so da├č Schl├╝sselbein und Acromion nicht mehr schmerzhaft gegeneinander reiben k├Ânnen.

Abb. links : Schwere Schultereckgelenkarthrose (hellgr├╝ner Pfeil) mit Knochenanbauten am Unterrand des Acromions und des ├Ąu├čeren Schl├╝sselbeinendes (dunkelgr├╝ner Pfeil)

Abb. Mitte : Schwere Schultereckgelenkarthrose (hellgr├╝ner Pfeil) mit Knochenanbauten am Unterrand des Acromions und des ├Ąu├čeren Schl├╝sselbeinendes (dunkelgr├╝ner Pfeil); Kalkdepot in der Supraspinatussehne (gelber Pfeil)

Abb. rechts : Zustand nach Entfernung des ├Ąu├čeren Schl├╝sselbeinendes und des zerst├Ârten Schultereckgelenks ( gr├╝ner Pfeil; gelb = Abstand zwischen Acromion und Schl├╝sselbein = ca. 1 cm)


Nachbehandlung

Der station├Ąre Aufenthalt dauert etwa eine Woche und die operierte Schulter wird bis zur abgeschlossenen Wundheilung in einem Gilchristverband ruhiggestellt. Unter entsprechender Schmerzmittelmedikation erfolgt ab dem 2. postoperativen Tag bereits eine physiotherapeutisch angeleitete Bewegungstherapie aus dem Verband heraus.

Die ambulante Weiterbehandlung richtet sich nach den intraoperativ durchgef├╝hrten Ma├čnahmen; in der Regel ist eine freie Be├╝bung aber immer m├Âglich.



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