Die Viszeral-Chirurgie umfasst mehrere Fachgebiete wie Magen-Darm, Leber, Schilddrüse uvm. Zudem gehören auch verschiedene moderne Operationstechniken zu unserem fachärztlichen Repertoire. In den folgenden Abschnitten finden Sie jeweils mit den Sprechstunden die wichtigsten Fachgebiete und Schwerpunkte kurz erläutert:

 

 

Gastroenterologische Chirurgie (Magen-Darm-Trakt)

Zur gastroenterologischen Chirurgie gehören alle gutartigen und bösartigen Erkrankungen der Speiseröhre (Divertikel, Carcinome, Refluxoesophagitis), des Magens (Geschwüre, Carcinome, Verengungen), des Dünn- und Dickdarmes (chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, Carcinome, entzündliche oder blutende Divertikel) sowie alle Enddarmerkrankungen (Abszesse, Fisteln, Stenosen, Hämorrhoiden und Carcinome).

Vor allem Eingriffe am Dickdarm sind heute mit so großer Zuverlässigkeit möglich, dass man fast regelmäßig auf die Anlage eines dauerhaften zweiten Darmausganges verzichten kann. Darüber hinaus verfügen die Chirurgen über neuartige Verfahren der Blutstillung, die wesentlich dabei helfen, Bluttransfusionen fast gänzlich zu vermeiden. Dadurch wird das Risiko von Fremdbluttransfusionen auf ein Minimum reduziert.

Bei ungeplanten notfallmäßigen Eingriffen läßt sich gelegentlich trotz aller Bemühungen ein künstlicher Darmausgang, meist aus Sicherheitsgründen, nicht immer vermeiden. Für die Versorgung dieser künstlichen Darmausgänge stehen anschließend qualifizierte Stomatherapeutinnen bei allen Fragen zur Verfügung. Eine Vielzahl der Eingriffe am Darm kann heute minimal-invasiv, das heißt mit der Schlüssellochmethode, durchgeführt werden.

Spezialsprechstunde

Mittwochs und Freitags von 11:00-13:00
Telefonische Terminvereinbarung unter
0631 203-2088

Ansprechpartner
Dr. Stefan Bergheim
Tel.: 0631 203-81125

Hepato-pankreato-biliäre Erkrankungen (Leber-Galle-Bauchspeicheldrüse)

Einen weiteren Schwerpunkt bilden Erkrankungen der Gallenwege, insbesondere die Gallensteinleiden, die heute interdisziplinär im maximal schonenden "Splitting"-Verfahren saniert werden: Der zum Behandlungsteam gehörige Gastroenterologe saniert in einem ersten Schritt den Hauptgallengang, während der Chirurg in einem zweiten Eingriff die Gallenblase minimal-invasiv aus der Bauchhöhle herausnimmt.

Auch Metastasen oder Tumore der Leber können heute nicht mehr allein von einem einzelnen Arzt zuverlässig beurteilt und behandelt werden. In Kaiserslautern werden diese Patienten im Klinikum regelmäßig im Rahmen des onkologischen Zentrums gemeinsam interdisziplinär (Radiologe, Onkologe, Gastroenterologe, Viszeralchirurg) ärztlich beraten und behandelt. Auch die interdisziplinäre Betreuung von Patienten mit gutartigen und bösartigen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse hat im Klinikum Kaiserslautern eine zentrale Bedeutung.

Modernste bildgebende Diagnostik und endoskopisch interventionelle Verfahren haben mit dazu beigetragen, dass die große Zahl von Operationen an der Bauchspeicheldrüse, insbesondere auch die Technik magenerhaltender Verfahren heute im nationalen Vergleich mit sehr geringem Risiko möglich sind. Die gastroenterologische und onkologische Mitbetreuung leisten darüber hinaus einen zusätzlichen Beitrag zur Stabilisierung der Langzeiterfolge.

 

Spezialsprechstunde

Montags und Mittwochs ab 10 Uhr
Telefonische Terminvereinbarung erbeten unter: 
0631 203-2088

Ansprechpartner
Chefarzt
Priv.-Doz. Dr. Christian Mönch
Tel.: 0631 203-1294

Endokrine Chirurgie (Chirurgie der hormonproduzierenden Organe)

Auch die Therapie endokriner (hormonproduzierender) Organe nimmt bei uns breiten Raum ein. Die interdisziplinäre Betreuung macht sich hier in besonderer Weise positiv für die Patienten bemerkbar. Weit überregionale Bedeutung haben die Eingriffe an der Schilddrüse (wegen Carcinomverdacht, wegen bösartiger Tumore, bei Überfunktion durch Autonomie oder Autoimmunhyperthyreose, M. Basedow) und Eingriffe an den Nebenschilddrüsen.

Das intraoperative Neuromonitoring, auch das kontinuierliche Neuromonitoring der Stimmbandnerven sowie das intraoperative Parathormon-Monitoring sowie die jederzeit verfügbare Möglichkeit einer intraoperativen Schnellschnittuntersuchung erhöhen die Sicherheit der operierten Patienten. Bei diesen Eingriffen findet darüber hinaus auch das kosmetische Ergebnis eine besondere chirurgische Beachtung. Das aktuelle Konzept beinhaltet Eingriffe an der Schilddrüse, den Nebenschilddrüsen und Nebennieren minimal-invasiv durchzuführen.

Besonderheiten:

  • Unsere Klinik ist Teil der Deutschen Neuromonitoring Studiengruppe.
  • Wir nahmen an der PETS 2 Studie zur Qualitätserfassung in der Schilddrüsenchirurgie teil.
  • Wir nehmen am deutschen NET-Register teil.

 

Spezialsprechstunde

Spezialsprechstunde Dienstag und Donnerstag 11:00-13:00
Telefonische Terminvereinbarung unter
0631 203-2088

Ansprechpartner
Dr. Nicole Müller
Tel.: 0631 203-2657

Chirurgie der Hernien (Brüche)

Die Hernienchirurgie ist die Chirurgie der Brüche, das heißt der Lücken im Gewebe, zumeist in der Bauchwand wie beim:

  • Leistenbruch oder Schenkelbruch
  • Nabelbruch
  • Narbenbruch

Die Versorgung des Bruchs erfolgt mit Naht oder unter Einbringung eines Kunststoffnetzes.

Spezialsprechstunde

Mittwoch und Donnerstag 11:00-13:00 oder nach tel. Vereinbarung
Telefonische Terminvereinbarung unter
0631 203-2088

Ansprechpartner
Dr. Stefan Bergheim
Tel.: 0631 203-81125
Dr. Michael Weber
Tel.: 0631 203-81910
Fax: 0631 203-1618

Minimal-invasive Chirurgie („Schlüsselloch“-Chirurgie)

Etwa 30 % unserer Operationen werden derzeit endoskopisch durchgeführt mit ständig steigender Tendenz. Diese Eingriffe bieten den Patienten durch eine geringere operative Belastung große Vorteile. Die Entfernung der Gallenblase, des Blinddarmes, die Entfernung von gut- und bösartigen Tumoren des Enddarmes, die Teilentfernung des Dickdarmes bei Carcinomen oder bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, die Entfernung der Milz oder die Operation bei Refluxoesophagitis (Sodbrennen) sowie die Versorgung von Leistenbrüchen, Schenkelbrüchen und Nabelbrüchen ist heute zu einem großen Teil endoskopisch möglich.

Eine spezielle Operationstechnik ist die SILS = Single Incision Laparoscopic Surgery. Bei dieser minimal-invasiven Operation wird nur 1 kleiner Schnitt benötigt, um die Operation durchführen zu können. Möglich ist diese Operationstechnik in ausgewählten Fällen, wie beispielsweise zur Gallenblasen- oder Blinddarmentfernung sowie bei einigen Dickdarmoperationen wie der  Divertikulitis.

 

Spezialsprechstunde

Mittwochs und Freitag 10:00 bis 12:00
Telefonische Terminvereinbarung unter
0631 203-2088

Ansprechpartner
Dr. Stefan Bergheim
Tel.: 0631 203-81125
Dr. Michael Weber
Tel.: 0631 203-81910
Fax: 0631 203-1618

Peritonektomie und HIPEC

Behandlung einer Peritonealkarzinose (Bauchfellkrebs) mit hyperthermer intraperitonealer Chemotherapie (HIPEC) nach Tumorresektion (Peritonektomie)

Der Tumorbefall des Bauchfelles ist eine häufige Begleiterscheinung bei Tumoren im Bauchraum wie z. B. bei Ovarialkarzinom (Eierstockkrebs), den verschiedenen Formen des colorektalen Karzinoms (Blinddarm~/Dickdarm~/Enddarmkrebs) oder auch dem Magenkarzinom. Daneben gibt esseltene Tumorerkrankungen des Bauchfelles (wie z.B. peritoneale Mesotheliome, Müller Mischtumore/Karzinosarkome, Adeno–CUP der Bauchhöhle), mit Befall der gesamten Bauchhöhle.

Während in früheren Zeiten damit meist das Schicksal der Patient(inn)en besiegelt war, können heute in enger interdisziplinärer Kooperation durch Chirurgen, Onkologen und Gynäkologen durch eine Kombination von Operation (Peritonektomie), Wärme (Hyperthermie) und gezielten Spülungen mit Chemotherapie noch während der Operation doch beachtliche Erfolge zugunsten der Patient(inn)en erzielt werden. Auch im Falle eines Tumorrezidivs ist eine nochmalige Behandlung nicht ausgeschlossen. Gleiches gilt auch für ein Tumorrezidiv nach Standardtherapie eines Ovarialkarzinoms.

Was erwartet Sie?

Nach Vordiagnostik mittels Computertomographie/Kernspintomographie (ggfs. PET) und auch endoskop. Untersuchungen in Abhängigkeit vom Ausgangstumor ist diese Therapieform grundsätzlich möglich bei auf die Bauchhöhle beschränkter Erkrankung. Da es sich in der Regel um eine große Bauchoperation handelt, werden Sie selbstverständlich von erfahrenen Spezialisten ihres Fachgebietes (Chirurgen, Onkologen, Anästhesisten etc.) vorher auf ‚Herz und Nieren’ geprüft und auf die Operation vorbereitet.

Ablauf der Behandlung

Der Ablauf der Therapie ist im wesentlichen bei der Mehrzahl der Tumorerkrankungen ähnlich mit Ausnahme der Peritonealkarzinose bei Magenkarzinom. Hier ist häufig eine Vorbehandlung durch eine intensivierte Chemotherapie z.T. in die Bauchhöhle und zugleich über die Vene erforderlich. Die Bauchhöhle wird durch einen großen Mittelschnitt vom Brustbein bis zum Schambein eröffnet. Es wird dann – nach Überprüfung der anhand der präop. Diagnostik erhobenen Befunde – die Tumorreduktion/Tumorentfernung durchgeführt. Dabei sind nun eine Vielzahl von Variationen möglich, auf das individuelle Krankheitsbild abgestimmt. Häufig muss im Rahmen dieser Operation ein Teil des Dickdarmes entfernt werden, wobei wir stets bemüht sind hierbei – insbesondere auch wenn im Bereich des Enddarmes operiert wird – einen künstlichen Darmausgang zu vermeiden und wenn notwendig diesen möglichst nur vorübergehend, d. h. bis zu Ihrer Erholung. Nach Entfernung der tumorbefallenen Abschnitte des Bauchfelles wird die Bauchhöhle mit Drainagen und Temperaturmesssonden versehen und mit einer auf Ihre spezielle Situation abgestimmten und angewärmten Chemotherapielösung gespült. Durch das Erwärmen bis auf 42° C ist diese Spülbehandlung wesentlich wirksamer! Mit dieser Methode sollen Tumorherde behandelt werden, die mit dem bloßen Auge (noch) nicht sichtbar sind.

Während der HIPEC–Behandlung werden Sie beständig durch das OP-Team und den Narkosearzt unterstützt und durch eine ausgefeilte Technik überwacht. Wenn die dafür erforderliche Zeit (60 – 90 min.) beendet ist, werden anschließend die zusammengehörigen Organe, um einen Nahrungstransport zu ermöglichen wieder miteinander verbunden. So soll ein Einwachsen von Tumorzellen in die neuen Verbindungen des Magen – Darmtraktes verhindert werden! Abschließend wird dann die Bauchhöhle wieder verschlossen und Sie werden auf der operativen inter-disziplinären Intensivstation unserer Klinik betreut. In einigen Fällen kommt es durch die Operation und die hypertherme intraperitoneale Chemotherapie (HIPEC) zu einer so starken Anschwellung der inneren Organe, dass die Bauchhöhle nicht sogleich verschlossen werden kann, sondern ein Vakuumverband für einige Tage angelegt werden muss. Nach Erholung ist selbstverständlich eine regelmäßige weitere Betreuung durch Ihren Hausarzt und Ihren Onkologen sinnvoll und notwendig.

Spezialsprechstunde

Sprechstunden nach Vereinbarung – rufen Sie uns an MO bis FR von 8–15:30 Uhr unter Tel.-Nr.
0631 203-2088

Beckenbodenzentrum und Coloproktologie (Enddarmerkrankungen)

Das Beckenbodenzentrum wurde zusammen mit der Klinik für Urologie und Gynäkologie unseres Hauses gegründet. Die viszeralchirurgische Leitung übernimmt OA Dr. M. Weber.