15.12.2016 12:00 // Ein Abschied und ein Neubeginn – Teil 2

Ein „Auf Wiedersehen“ und ein „Herzlich Willkommen“ liegen manchmal nah beieinander. Ende Dezember 2016 verabschiedet sich PD Dr. Hartmut Winkler als Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie 1 in den wohlverdienten (Un-)Ruhestand; Anfang Januar tritt Prof. Dr. Alexander Hofmann die Stelle des Chefarztes an. Wir haben den amtierenden und den designierten Chefarzt dazu befragt – hier das Interview mit Prof. Dr. Alexander Hofmann:

Prof. Dr. Alexander Hofmann, ab Januar 2017 der Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie 1 am Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern

Prof. Dr. Alexander Hofmann, ab Januar 2017 der Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie 1 am Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern

„Die Maximalversorgung weiter ausbauen“  

Klinikum Transparent: Herr Professor Dr. Hofmann, Sie sind zur Zeit noch Leitender Oberarzt im Universitätsklinikum in Mainz für Unfallchirurgie und leiten zudem das unfallchirurgische Zellkulturlabor – gab es den Berufswunsch Arzt eigentlich schon in der Kindheit oder wollten Sie damals lieber Cowboy oder Pilot werden?

Hofmann: Tatsächlich wollte ich schon ganz früh Arzt werden: meine beide Eltern waren Ärzte, mein Vater war sogar Unfallchirurg und wenn sich meine Eltern zu Hause über ihre Arbeit austauschten, hat mich der Gedanke begeistert, Patienten nach einem Unfall zu behandeln und ihnen zu helfen.

Als Zivildienstleistender habe ich neben meiner Tätigkeit im OP-Bereich bereits Einblicke in die Arbeit eines unfallchirurgischen Labors bekommen und war davon begeistert. So habe ich neben meiner klinischen Tätigkeit als Unfallchirurg auch die Forschung im Labor zu einem persönlichen Schwerpunkt ausbauen können.  

Ein unfallchirurgisches Labor? Was passiert da?

Es gibt ganz viele unterschiedliche Forschungsbereiche in der Unfallchirurgie. Das Spektrum umfasst sowohl die Biomechanik zur Entwicklung neuer Implantate, als auch Versuche auf der Zellebene und klinische Studien. An der Universitätsmedizin Mainz bin ich zur Zeit noch Leiter des unfallchirurgischen Zellkulturlabors, in dem wir neue zellbasierte Methoden entwickeln, Knochendefekte schneller und zuverlässiger als konventionelle Behandlungsmethoden zu heilen. Aber natürlich bin ich nicht nur im Labor, sondern vor allem im OP zu finden.  

Und das macht Ihnen immer noch Spaß?

Ja, genau, das macht mir immer noch sehr viel Spaß. Die Arbeit als Unfallchirurg und Orthopäde ist sehr vielseitig und abwechslungsreich. Kein Tag ist wie der andere. Fast jeden Tag ist man mit neuen Herausforderungen konfrontiert und erlebt etwas Neues. Mit allen seinen Herausforderungen in der Patientenversorgung gibt es für mich keinen schöneren Beruf als den des Unfallchirurgen und Orthopäden.  

Und jetzt wechseln Sie von einer Uniklinik zu uns nach Kaiserslautern?

Richtig, ich wechsele nun in ein Krankenhaus mit einem klaren Schwerpunkt in der Patientenversorgung. Dennoch werde ich der Forschung verbunden bleiben. Vielleicht wird es möglich sein, in Kaiserslautern klinische Studien oder andere Forschungsprojekte durchzuführen, das wird sich noch zeigen. Die lokalen Kooperationsmöglichkeiten mit der Technischen Universität Kaiserslautern könnten sich dabei als sehr günstig erweisen. Ich freue mich jedenfalls auf die Zusammenarbeit mit dem engagierten Team der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie.  

Was sind Ihre Ziele als Chefarzt in der Klinik UCH1?

In der Klinik möchte ich gern die Maximalversorgung für schwer verletzte Patienten sicherstellen und noch weiter ausbauen. Meinen operativen Schwerpunkt sehe ich in der Versorgung der Verletzungen von Becken, Wirbelsäule und der komplexen Gelenke. Neben der unfallchirurgischen und orthopädischen Rundumversorgung möchte ich das Profil der Abteilung in den Bereichen Handchirurgie, Endoprothetik und ambulante Chirurgie weiter schärfen.

Ein weiteres Ziel wäre, innerhalb des Klinikums ein Zentrum für Alterstraumatologie aufbauen, um ältere und geriatrische Patienten bestmöglich behandeln zu können. Ich hoffe, die Zertifizierung als Zentrum für Alterstraumatologie zu einem Vorzeigeprojekt für die Bevölkerung in Kaiserslautern entwickeln zu können. Glücklicherweise gibt es in der UCH1 ein gut ausgebildetes, sehr erfahrenes und motiviertes Team, mit dem sich solche Aufgaben auch realisieren lassen. Ich freue mich sehr auf die neuen Aufgaben und auf die Zusammenarbeit mit den neuen Kollegen.  

Vielen Dank für das Gespräch und ein herzliches Willkommen demnächst bei uns!      

Redaktion Klinikum Transparent
Das Interview führte Petra Winkler