18.01.2016 00:00 // Die Entlassung aus dem Krankenhaus besser mit der weiteren Versorgung verbinden

Pressekonferenz am 18.01.2016 zu einem Modellprojekt für das Entlassmanagement

Bei der Vorstellung des Pilotprojekts: Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (in der Mitte an der Stirnseite), ihre Referatsleiterin (links) sowie der Geschäftsführer des Westpfalz-Klinikums Peter Förster (rechts im Bild).

Wer nach einem stationären Aufenthalt aus dem Krankenhaus entlassen wird, benötigt oft noch eine weiterführende Versorgung. Der Hausarzt muss informiert werden, vielleicht müssen wichtige Medikamente aus der Apotheke geholt werden, bei älteren Patienten ist oft mit der Familie zu Hause oder mit einem Seniorenheim abzuklären, wie die weitere Behandlung aussieht.

Am 18.01.2016 wurde bei einer Pressekonferenz im Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern ein Pilotprojekt vorgestellt, das im Jahr 2014 startete und vom Gesundheitsministerium in Rheinland-Pfalz mit 175.000 EUR unterstützt wurde. Mit dem gemeinsamen Pilotprojekt „Intersektorales Aufnahme- und Entlassmanagement in der Westpfalz“ sollen hier in der Region sektoren- und einrichtungsübergreifende Entlassungsprozesse standardisiert und verbessert werden.

Projektpartner sind neben der Westpfalz-Klinikum GmbH, das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, die Planungsgemeinschaft Westpfalz, die Städtische Krankenhaus Pirmasens gGmbH, die Nardiniklinikum GmbH (Stadt Landstuhl und Stadt Zweibrücken), das St. Elisabeth-Krankenhaus Rodalben, das Evangelische Krankenhaus Zweibrücken sowie die Kassenärztliche Vereinigung, das Ärztenetzwerk Medi-Südwest, der BKK Landesverband Mitte und der Pflegebereich.

Ziel ist ein flächendeckendes abgestimmtes Entlassmanagement zwischen den stationären und ambulanten Bereichen. Verbesserte Prozesse bei Aufnahme und Entlassung von Patienten sollen die Abstimmung zwischen Hausarzt, Facharzt, Krankenhaus und Pflegeeinrichtung erleichtern. Nicht zwingend erforderliche Krankenhauseinweisungen sollen vermieden und eine nahtlose Anschlussversorgung sichergestellt werden. Seit Projektstart zum 01.03.2014 wurde intensive Netzwerkarbeit betrieben, initiiert und moderiert durch die Initiative Gesundheitsnetzwerk Westpfalz (IGNWP) und unter Begleitung des Gesundheitsministeriums Rheinland-Pfalz. Dabei standen drei Zielsetzungen im Fokus: Verstärkung der Patientenorientierung sowie der Aufbau eines ständigen Netzwerks sowohl zwischen niedergelassener Ärzteschaft und Kliniken als auch den entsprechenden Pflegeeinrichtungen und Reha-Kliniken. Am Ende soll eine Handlungsleitlinie (Qualitätsleitlinie) mit verbindlichen Regularien für alle Partner entstehen.

Im Rahmen intensiver Zusammenarbeit zwischen den Vertretern der KV, den niedergelassenen Ärzten und den beteiligten Krankenhäusern wurden mehrere Instrumente erarbeitet, die eine bessere Koordination und Kooperation zwischen den einzelnen Einrichtungen gewährleisten sollen. Hierzu wurden zahlreiche fachliche Einschätzungen und Vorschläge von Krankenhausmitarbeitern und Chefärzten sowie Niedergelassenen als auch weiteren Behandlungspartnern, wie z. B. Pflegeheimen, ambulanten Pflegediensten oder Krankenkassen aufgenommen. Auch die sachlichen Einschätzungen und Vorschläge von Krankenhausmitarbeitern und Chefärzten sowie niedergelassenen Ärzten sind mit eingeflossen.

„Eine nahtlose Anschlussversorgung an den Krankenhausaufenthalt und die Vermeidung unnötiger Krankenhauseinweisungen sind gerade für ältere Menschen mit zahlreichen Erkrankungen wichtige Kriterien für eine gute Versorgung“, so Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. „Ich freue mich, dass wir dazu einen gemeinsamen Beitrag leisten können."