07.10.2015 00:00 // Übergewicht in den Griff bekommen

Adipositaszentrum am Westpfalz-Klinikum Kirchheimbolanden gegründet

Logo Adipositaszentrum in Kirchheimbolanden

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Seit dem 7. Oktober 2015 ist es offiziell: Unter der Leitung von Dr. Michael Schmid, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, wurde ein Adipositaszentrum am Klinikstandort Kirchheimbolanden gegründet. Für ihn, wie für seine leitende Oberärztin Dr. Carmen Klein, gibt es keine Zweifel, dass das Zentrum zum Erfolg werden wird.

Übergewicht und Adipositas sind definiert als eine Vermehrung des Körpergewichts durch eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfettanteils. Adipositas ist primär keine psychologische, sondern eine somatische Erkrankung mit den Auswirkungen Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, koronare Herzkrankheit und Diabetes mellitus Typ II.

Nur eine Teilgruppe der adipösen Patienten benötigt eine psychotherapeutische Behandlung im engeren Sinne. Das sind zum einen Patienten mit einer Binge-Eating-Störung, dessen Hauptmerkmal wiederholte Episoden von Fressanfällen, mit dem Gefühl von Kontrollverlust einhergehen. Zum anderen Patienten, bei denen es infolge bzw. im Rahmen einer anderen behandlungsbedürftigen psychischen Grunderkrankung zu einem pathologischen Umgang mit Nahrung gekommen ist. Hierunter fallen z.B. Patienten mit Depressionen und Angststörungen.

Eine weitere Teilgruppe sind die Patienten, bei denen das Übergewicht mit einem erheblichen Leistungsdruck verbunden ist. Das starke Übergewicht führt bei dabei bei den Patienten oft zu Selbstwertproblemen, Problemen in der Partnerschaft bis hin zu völliger sozialer Isolation.

Patienten, bei denen die bisher genannte Merkmale nicht zutreffen, das Übergewicht jedoch ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellt, so dass eine psychologisch/psychotherapeutische geleitete Verhaltensmodifikation zur Überwindung der Adipositas notwendig ist. Das große Ziel für das Adipositaszentrum am Klinikstandort Kirchheimbolanden in den kommenden Jahren wird die Zertifizierung des Zentrums durch die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie sein. "Die Kriterien dafür sind anspruchsvoll, aber wir erfüllen sie bereits fast alle", so Dr. Carmen Klein in einem Interview. Gefordert sei u. a. die kooperative Zusammenarbeit mit Internisten, Psychologen, Ernährungsberatern, Endokrinologen und Hausärzten. "In der ebenfalls vorgeschriebenen wöchentlichen Adipsoitassprechstunde, die seit längerer Zeit am Klinikstandort in Kirchheimbolanden etabliert ist, wurden in Kirchheimbolanden im vergangenen Jahr rund 60 Erstgespräche und 40 Zweitgespräche geführt", so Dr. Klein, "etliche davon dauerten mehr als eine Stunde."

Rein statistisch gesehen werden die Deutschen immer dicker. Dass sich eine Operation für besonders schwergewichtige Menschen oft lohne, lasse sich nicht nur an medizinischen Werten ablesen: "Wir haben eine Frau operiert, die heute "nur" noch 100 Kilo wiegt und mehr als 60 Kilo verloren hat", erzählte Dr. Schmid. "Die Frau sei kaum mehr zu Hause anzutreffen und genießt ihr neues Leben."

Kooperationspartner im Adipositaszentrum sind:

  • Dr. Monika Barth, Allgemeinärztin/Psychotherapeutin in Kirchheimbolanden
  • Dr. Stefan Hinze, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Westpfalz-Klinikum in Rockenhausen
  • Dr. Alexander Jatzko, Chefarzt der Klinik für Psychosomatik am Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern
  • Dr. Stephan Scheel, Internist in Kirchheimbolanden
  • MVZ Da VITA, Innere Medizin in Alzey
  • Dr. Petra Renner-Weber, Diplom-Oecotrophologin in Wöllstein
  • Marlein Auge, Diplom-Oecotrophologin in Kaiserslautern
  • Dr. Erwin Schäfer, Radiologe in Kirchheimbolanden
  • Dres. Heidi und Thomas Schneider in Rodenbach,
  • Prof. Norbert Stasche, Chefarzt der Klinik für HNO am Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern